Kinderkarussell.jpg in Stuttgart]] Ein Karussell, früher auch Ringelreiten und im süddeutschen Raum Reitschule genannt, ist ein sich drehendes Fahrgeschäft. Es ist in verschiedensten Ausführungen auf jedem Volksfest vertreten. Der Begriff stammt vom französischen Carousel.
Im 18. Jahrhundert war es an den barocken Höfen Europas üblich, dass Herren wie Damen auf Pferden leichte Geschicklichkeitsübungen vollführten, bei denen zum Beispiel mit einer Lanze versucht werden musste kleine Ringel aufzustecken. Daher auch der deutsche Begriff Ringelreiten. Später wurden die echten Pferde dann durch, von Menschenkraft betriebene, Vorläufer des Karussells ersetzt.
Das erste motorisch angetriebene Karussel wurde am 1. Januar 1863 im englischen Bolton auf einem Töpfereimarkt in Betrieb genommen. Es war von Thomas Bradshaw gebaut worden und wurde von einer Dampfmaschine angetrieben, wahrscheinlich über eine Transmission aus Riemen. Diese Konstruktion verbreitete sich von England aus in ganz Europa und kam 1870 auch erstmals nach Amerika.
Ab 1880 etwa erhielten die Karussellpferde, basierend auf einer Erfindung der Landmaschinenfabrik Savage, die charakteristische Auf- und Abbewegung, die den Eindruck des Reitens besonders verstärkt. In besonders eindringlicher und dramatischer Art wurde dieses Auf und Ab in Zusammenhang mit der unaufhörlichen Drehbewegung von Alfred Hitchcock in der Schlussszene des Krimi-Klassikers Der Fremde im Zug dargestellt.
In Deutschland drehte sich das erste Karussell im Jahre 1830; es war von dem Passauer Schuhmachermeister Engelbert Zirnkilton konstruiert worden.
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