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Kartäuser-Nelke
Dianthus carthusianorum 160505.jpg
: Nelkenartige (Caryophyllales)
: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
: Caryophylloideae
: Caryophylleae
: Nelken (Dianthus)
: Karthäuser-Nelke
Wissenschaftlicher Name Dianthus carthusianorum L. Die Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), in Österreich auch Stein-Nelke (Stoanagl) genannt, gehört zu der Gattung der Nelken. Die Art zählte offenbar zur Standardausstattung vieler Klöstergärten. Möglicherweise führte dies zur Namensgebung. Die gesamte Pflanze enthält seifige Bestandteile (Saponine), welche die Mönche flüssig gegen Muskelschmerzen oder Rheuma aufgetragen haben.

Beschreibung


Die mehrjährige, kahle krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 15 und 45 cm. Die Blätter sind schmal-linealisch und gegenständig und am Grund scheidig verwachsen. Die Scheide wird bis 15 mm lang; etwa viermal so lang wie die Blattbreite. Die zwittrigen, fünfzähligen Blüten befinden sich in vier- bis 15-blütigen, endständigen Köpfchen. Die Krone ist purpur und etwa 2 bis 2,5 cm im Durchmesser. Die Kronblätter sind vorne gezähnt. Der Kelch und die Hochblätter sind braun und lederartig-trockenhäutig. Blütezeit ist von Juni bis September.

Vorkommen


Als Standort werden sonnige warme Hänge auf Kalk- und Silikat-Trockenrasen, Böschungen, Heiden und sandige Wälder bevorzugt. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Süd-, West- und Mitteleuropa.

Systematik (Österreich)


In Österreich existieren mehrere Unterarten:
  • Voralpen-Karthäuser-Nelke (D. c. subsp. alpestris): in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark (Obermontan bis alpin)
  • Serpentin-Karthäuser-Nelke (D. c. subsp. capillifrons): im Burgenland, Niederösterreich und der Steiermark (Montan)
  • Gewöhnliche Karthäuser-Nelke (D. c. subsp. carhusianorum): alle Bundesländer (evtl. in Vorarlberg ausgestorben (Collin bis montan)

(In Deutschland kommt nur die Unterart D. c. subsp. carthusianorum vor.)

Sonstiges


Die Blüten dieser zeigen den typischen Aufbau von Tagfalterblumen: aufrechte Stellung, leuchtend rote Färbung, enger Röhrenbau und tief verborgener Nektar.

Sie war Blume des Jahres 1989.

Der Name der Pflanze leitet sich nach neuesten Angaben der botanisch-etymologischen Fachliteratur nicht von einem Botaniker namens Karthäuser ab, sondern von der Landschaft Chartreuse und somit vom Kartäuserorden. Dieser wird im Deutschen wegen seiner Ableitung von lateinischen Cartusia nicht mit „th“ geschrieben (siehe Duden). Daher ist die überwiegend gebrauchte Schreibweise (siehe Internet) „Karthäusernelke“ falsch.

Literatur


  • Manfred A. Fischer: Exkursionsflora von Österreich, Stuttgart 1994, ISBN 3-8001-3461-6
  • Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, Basel 1996, ISBN 3-7643-2390-6

Weblinks


Œillet des chartreux | Kartuizer anjer

Nelkengewächse | Alpenflora

 

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