Karlheinz Weißmann (*1959 in Northeim) ist Mitglied der rechtsgerichteten "Deutschen Gildenschaft" und wurde durch seine Tätigkeit als Historiker und Publizist bekannt.
Nach dem Abitur studierte Weißmann Geschichte, evangelische Theologie und Erziehungswissenschaften an der Universität Göttingen. 1989 promovierte er zum Dr. phil. Er arbeitet als Lehrer für ev. Religion, Geschichte am Gymnasium Corvinianum in Northeim.
Weißmann gilt, wie sein Mentor Rainer Zitelmann bei Ullstein/Propyläen, als ein konzeptioneller Vordenker der Neuen Rechten. Er publiziert seit Jahren in der nationalliberalen Wochenzeitung Junge Freiheit und gilt als Vordenker des Instituts für Staatspolitik (IfS). Die Gründung des IfS, das ein „Reemtsma-Institut von rechts“ sein will, ging wesentlich auf seine sowie Götz Kubitscheks Initiative zurück.
Andrzej Madela bezeichnet Weißmann in der Jungen Freiheit zusammen mit Heimo Schwilk, Ulrich Schacht und Brigitte Seebacher-Brandt als die „herausragenden Kulturpatrioten der Neuen Rechten“. Ihnen ginge es wesentlich um das Konzept einer nationalistischen Metapolitik, also um die kulturelle Hegemonie im vorpolitischen Raum. Strategisch und weniger inhaltlich stünden sie im Gegensatz zu den Protagonisten eines „Patriotismus der neuen Herausforderungen“ wie den „Machtpragmatikern“ um Arnulf Baring, Klaus Hornung und einigen „pragmatischen Konservativen“ innerhalb der Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Der ‚Informationsdienst gegen Rechtsextremismus‘ verweist auf Weißmanns Referenzen: „* sowohl bei konservativen Organisationen als auch bei extrem rechten Gruppen (z.B. Junge Landsmannschaft Ostpreußen, Studienzentrum Weikersheim, bei den Deutschen Unitariern, Bismarckbund, 1997 Gastredner beim Wartburgfest der Deutschland-Bewegung).“
1988 formuliert Weißmann in Criticón die Strategie der „konservativen Kulturrevolution“: „In einer pluralistischen Gesellschaft definiert sich der Einfluß einer Gruppierung nicht allein und vielleicht nicht einmal zuerst durch ihren sichtbaren Anteil an der politischen Macht. Worauf es ankommt, ist zunächst die Besetzung von Feldern im vorpolitischen Raum: nur eine vitale Subkultur garantiert längerfristig die Durchsetzung eigener Zielvorstellungen." Nur subkulturell gelinge es "Informationen und Lebensgefühl durch ein ganzes Kapillarsystem sickern zu lassen". Der Chefredakteur der Jungen Freiheit, Dieter Stein, verweist ausdrücklich 1996 auf dieses Konzept der Kulturrevolution Weißmanns: Das Criticòn-Zitat sei »die bis heute treffende Beschreibung der Aufgabenstellung der Junge Freiheit«.“
„Trivialisierung des Holocaust“
Antifaschistische Geschichtswissenschaftler wie Wolfgang Wippermann und Alexander Ruoff sowie der Soziologe Alfred Schobert sehen in dem Weißmannschen Konzept der Kulturrevolution Geschichtsrevisionismus. Nach Ruoff sei dieser durch vielfältige „Varianten vergleichender Verharmlosungen“ und einer „Trivialisierung des Holocaust“ gekennzeichnet. Weißmann kritisiert das von ihm so benannte „Vergleichbarkeits-Tabu“ infolge des Historikerstreits.
Wertedebatte der CDU
Nach mehreren Versuchen, betont nationale Neokonservative und Neoliberale der „intellektuellen Rechten“ sowie rechte Globalisierungskritiker - für die Alain de Benoist als Aushängeschild genannt wurde - für spezifische Anliegen zu gewinnen, startete Weißmann im Jahre 2000 als Spiritus Rector des Instituts für Staatspolitik (IfS) eine Wertedebatte für besonders konservative Strömungen innerhalb der Unionsparteien, da „die CDU“, so konstatierte er im Ostpreußenblatt, „bis auf weiteres die einzige nichtlinke Partei von Bedeutung bleiben“ werde. „Nationalbewußte Kräfte in der CDU“ bedürften ideologischer „Schützenhilfe“, weil sich die CDU in einer „Orientierungskrise“ befände. Um dabei „die Medienblockade innerhalb kürzester Zeit zu überwinden“ – so Weißmann –, wurde eine „Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft“ in Hessen, dem neuen Sitz des IfS, initiiert und von der CDU erfolgreich aufgegriffen. In der Jungen Freiheit (JF 40/00) wendet Weißmann sich von bisherigen globalisierungspolitischen Positionen mit der Begründung ab, dass man der Globalisierung nicht mehr entgehen könne, und fordert deshalb, die „Nation fit zu machen für den Konkurrenzkampf, der da auf uns zukommt“.
Mann | Deutscher | Historiker | Konservatismus | Pädagoge | Publizist | Autor | Literatur (Deutsch) | Literatur (20. Jh.) | Literatur (21. Jh.) | Sachliteratur | Geboren 1959
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Karlheinz Weißmann".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world