Karlheinz Stockhausen (* 22. August 1928 in Mödrath bei Köln) gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts.
Stockhausen studierte von 1947 bis 1951 an der Musikhochschule Köln Musikpädagogik und Klavier sowie an der Universität zu Köln Musikwissenschaften, Germanistik und Philosophie. Ab 1950 ist er dann als Komponist tätig, wobei er nicht nur neue Formen der Musik schuf, sondern auch auf dem Feld der Notation innovative Zeichen setzte. Als Hochschuldozent sowie Verfasser zahlreicher musiktheoretischer Schriften und Essays, durch seine Tätigkeit für den Rundfunk sowie mit weit über 300 Eigenkompositionen, welche vielfach die Grenzen des technisch Machbaren verschoben, hat er die Musik der Neuzeit des 20. Jahrhunderts deutlich mitgeprägt. 1951 heiratete er Doris Andreae, mit der er insgesamt 4 Kinder hat, Suja (*1953), Christel (*1956), Markus (*1957) und Majella (*1961). 1967 heiratete er die Künstlerin Mary Bauermeister, mit der er die Kinder Julika (*1966) und Simon (*1967) hat.
Nachdem seine frühen Kompositionen wie etwa „Doris“ noch eher traditionell zu nennen sind, wendet sich Stockhausen in den 1950er Jahren der seriellen Musik zu (etwa „Kreuzspiel“ oder „Formel“). Er gilt diesbezüglich insbesondere als Mitbegründer der sogenannten punktuellen Musik. Angeregt durch Olivier Messiaens serielles Werk „Mode de Valeur et d'intensités“ 1952 nimmt er an dessen Kompositionskursen (Rhythmik und Ästhetik) in Paris teil.
Zwischen 1953 und 1998 arbeitet er eng mit dem Studio für Elektronische Musik am Westdeutschen Rundfunk zusammen, zeitweilig auch als künstlerischer Leiter, und widmet sich dort verstärkt der elektroakustischen Musik. 1955 realisiert er in diesem Kölner Studio mit dem „Gesang der Jünglinge“ sein zentralstes Werk und setzt mit ihm neue Maßstäbe auf dem Gebiet der Raummusik.
Fortan ist Stockhausen national wie international als Dozent tätig, leitet über lange Jahre die „Kölner Kurse für neue Musik“. Bei der Weltaustellung „Expo“ im japanischen Ōsaka ist er 1970 mit seinen futuristischen Kompositionen der Anziehungspunkt im „deutschen Pavillon“. Von 1971 bis 1977 wird Karlheinz Stockhausen zum Professor für Kompositionslehre an der Kölner Musikhochschule berufen. Ab dieser Zeit konzentrierte er sich auf die Vollendung einer der umfangreichsten Opern der Musikgeschichte mit Titel: „Licht“, welche inzwischen so gut wie abgeschlossen ist. In ihr wie auch in anderen Bühnenwerken (zum Beispiel „Inori“ aus dem Jahre 1973) strebt und strebte Stockhausen die Verbindung von szenischer und musikalischer Idee zu einer unzertrennlichen Einheit an.
Neben der kompositorischen Arbeit ist Stockhausen auch als Dirigent und Kulturmanager tätig, der Projekte anstößt und umsetzt. Seit 1991 gibt der Stockhausen-Verlag eine preisgekrönte Gesamtausgabe seiner Werke sowohl in Noten als auch auf CD heraus. 1996 wurde Karlheinz Stockhausen die Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin verliehen, 2001 erhielt er den inoffiziellen Nobelpreis für Musik, den Polar Music Prize.
Trotz all seiner Reputation gilt Stockhausen als kontroverse Person: Seine zuweilen sehr exzentrische Selbstdarstellung steht auch in Fachkreisen stellenweise stark in der Kritik. Öffentliche Äußerungen wie (Zitat) „Ich wurde auf Sirius ausgebildet, und dort will ich auch wieder hin, obwohl ich noch in Kürten bei Köln wohne.“ oder sein Statement im Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York :„Das größte Kunstwerk, das es überhaupt gibt für den ganzen Kosmos" genannt und besonders die über viele Jahre reichende geistige Konzentration in der Planung, die Präzision in der Ausführung und die absolute Rücksichtslosigkeit gegenüber den Beteiligten bewundert. Er führt dazu aus: "Daß Geister in einem Akt etwas vollbringen, was wir in der Musik nicht träumen könnten, daß Leute zehn Jahre üben wie verrückt, total fanatisch für ein Konzert und dann sterben, stellen Sie sich das doch vor, was da passiert ist. Da sind also Leute, die sind so konzentriert für eine Aufführung und dann werden fünftausend Leute in die Auferstehung gejagt, in einem Moment. Das könnte ich nicht. Dagegen sind wir gar nichts als Komponisten. Manche Künstler versuchen doch auch über die Grenze des überhaupt Denkbaren und Möglichen zu gehen, damit wir wach werden, damit wir uns für eine andere Welt öffnen." (FAZ vom 19. 9. 2001)“) trugen zur Verfestigung eines archetypischen Bildes von Stockhausen bei, als einem Künstler, bei dem (ähnlich wie bei Salvador Dalí) Genie und Wahnsinn gelegentlich gemeinsam einhergehen.
Karlheinz Stockhausen ist auf dem Cover des Beatles-Albums Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band als eine der 70 Persönlichkeiten abgebildet.
Im Text des Songs "Stockhausen, Bill Gates und ich" der Gruppe Kettcar findet eine unwirkliche Begegnung des Sängers mit "Kalle" Stockhausen, "Billy" Gates in einem Fahrstuhl statt. Stockhausen wird in dem Text mit Kunst, Drogen und schließlich Aggression assoziiert, als er Gates die Nase bricht. Das Lied basiert angeblich auf einem gleichnamigen Roman von Simon H. Cummings, den Kettcar-Sänger Marcus Wiebusch aber offensichtlich erfunden hat.
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