Porträt_Schinkel1.JPG Karl Friedrich Schinkel (* 13. März 1781 in Neuruppin (Brandenburg); † 9. Oktober 1841 in Berlin; auch Carl geschrieben), Begründer der Schinkelschule war ein preußischer Architekt, Stadtplaner und Maler, der den Klassizismus in Preußen entscheidend prägte.
Er unternahm 1803 eine erste Italienreise. In Rom traf er auf Wilhelm von Humboldt und gewann ihn zum Freund. 1805 nach Berlin zurückgekehrt, arbeitete er zunächst nur als Maler, unter anderem aus dem Grund, da es nach der Niederlage gegen die Franzosen bei Jena und Auerstädt in Preußen nicht möglich war, größere Bauprojekte zu realisieren. Diese Verhinderung prägte den Charakter seiner Bilder, bei denen stets utopische und ideale Stadtlandschaften im Zentrum stehen. 1807-15 schuf er u. a. Panoramen und Dioramen für Wilhelm Ernst Gropius (1765-1852), der in Schinkels damaligem Wohnhaus ein Café betrieb und außerdem seit 1806 eine Maskenfabrik und ein Figurentheater besaß. Wilhelms Sohn Carl Wilhelm Gropius (1793-1870), der Dekorationsmaler, Verleger, Schausteller und ab 1820 königlicher Theaterinspektor war, zählte ebenfalls zu Schinkels Bekanntenkreis.
1809 ging Schinkel mit Susanne Berger, der Tochter eines Kaufmanns, die Ehe ein. Im Jahr darauf wurde er als „Dezernent für künstlerische Fragen in der Oberbau-Deputation“ für die preußische Staatsverwaltung tätig.
Nachdem er auf der Berliner Kunstausstellung im Jahre 1810 das Gemälde von Caspar David Friedrich "Der Mönch am Meer" gesehen hatte, wurde ihm klar, dass er diese Meisterschaft in der Malerei nicht erreichen würde. Die Berliner Akademie der bildenden Künste nahm Schinkel 1811 als ihr Mitglied auf.
Auf Vermittlung Wilhelm von Humboldts erhielt Schinkel 1810 eine Anstellung als "Geheimer Oberbauassessor" bei der Berliner Oberbaudeputation. Nach dem Tod Paul Ludwig Simons 1815 wurde er zum "Geheimen Oberbaurat" ernannt und konnte sich endlich seiner eigentlichen Profession, der Architektur, widmen. In dieser Position war er nicht nur dafür verantwortlich, Berlin in eine repräsentative Hauptstadt für Preußen umzugestalten, sondern auch für Projekte in den preußischen Territorien vom Rheinland im Westen bis Königsberg im Osten. 1830 wurde Karl Friedrich Schinkel als Nachfolger Johann Albert Eytelweins zum Oberbaudirektor und Leiter der Oberbaudeputation berufen. Die Oberbaudeputation war eine staatliche Revisionsabteilung, die alle staatlichen Bauvorhaben, die 500 Taler überstiegen, in ökonomischer, funktionaler und ästhetischer Hinsicht begutachtete.
Ab 1819 zeichnete er als Herausgeber der Hefte "Sammlung Architektonischer Entwürfe" verantwortlich.
Seit den späten 1830er Jahren gesundheitlich geschwächt, minderte Schinkel sein enormes Arbeitspensum dennoch kaum. Er erleidet im September 1840 einen Schlaganfall und stirbt im Jahr darauf in seiner Wohnung in der Bauakademie.
1825 konzipierte er im Auftrag Königs Friedrich Wilhelm die später so genannte Normalkirche Schinkels, bei der ihm sein erster Kirchenbau, die ein Jahr zuvor vollendete Sankt-Nicolai-Kirche in der Magdeburger Neuen Neustadt, als Vorlage gedient haben soll. Der schlichte klassizistische Rundbogenbau wurde zur Kostenersparnis in Dörfern wie Lütte und kleinen Städten Preußens errichtet. Zwischen 1827 und 1828 entwarf er eines der ersten Kaufhäuser für einen Standort Unter den Linden.
Neben seinen klassizistischen Bauten erschloss Schinkel auch die gotische Formensprache neu und griff damit dem Historismus (Eklektizismus) vor. Das Schloss Ehrenburg in Coburg gehörte dabei im Jahr 1810 zu seinen ersten Entwürfen. Mit der Friedrichswerderschen Kirche (1824-1830) etablierte er gotische Formen und unverputzte Klinker als Außenmaterial; es handelt sich um den ersten Sichtziegel-Sakralbau seit dem Mittelalter. Zu seinen innovativsten Bauten zählt zweifellos die Bauakademie (1832-1835), die eine zukunftsweisende bauliche Gliederung und ebenfalls eine blanke Klinkerfassade aufwies. Schinkels Bedeutung liegt allerdings nicht nur in architektonischen Entwürfen für die wenigen Gebäude, die tatsächlich gebaut wurden, sondern auch in seiner theoretischen Arbeit. Seine Verdienste kommen vielleicht am besten zum Vorschein in seinen unausgeführten Plänen für die Umgestaltung der Athener Akropolis in einen Königspalast und für die Errichtung des Orianda-Palasts auf der Krim. Diese und andere Skizzen kann man in seiner Sammlung architektonischer Entwürfe (1820-1837) und seinen Werke der höheren Baukunst (1840-1842; 1845-1846) studieren.
Es ist spekuliert worden, dass wegen der schwierigen politischen Umstände – die französische Besetzung und später die Abhängigkeit von den nicht gerade fähigen preußischen Königen – Schinkel sein wahres Potential, das sich in seinen Skizzen zeigt, nicht entfalten konnte.
Neben seinen zahlreichen Bauten schuf Schinkel auch Werke als Maler, Bühnenbildner und Innenarchitekt; zudem trat er als Gutachter auf. Unter anderem erstellte er mehrere Gutachten zum Kölner Dom, den er 1816 auf einer Reise als ruinösen Torso kennenlernte, und der ihn so begeisterte, dass er sich für die Rettung des Erhaltenen und den Weiterbau einsetzte. Später plädierte er gegen Verfall und Abriss historischer Bauwerke und ließ Denkmalverzeichnisse anlegen.
Seinen Werken ist es zu verdanken, dass die Mitte Berlins bis heute ein touristischer Anziehungspunkt ist. Sein Denkmal - geschaffen von Friedrich Drake - steht seit 1996 (wieder) auf dem Schinkelplatz.
Deutscher Architekt | Architekt des Klassizismus | Stadtplaner | Deutscher Maler | Mann | Geboren 1781 | Gestorben 1841
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