Friedrich Carl Ferdinand Freiherr von Müffling, genannt Weiß, (* 12. Juni 1775 in Halle; † 16. Januar 1851 in Erfurt) war ein preußischer Generalfeldmarschall, Militärschriftsteller und Geodät.
1806 stand er bei dem Korps des Herzogs von Weimar, schloß sich nach der Katastrophe von Jena Blücher an und erhielt nach dem Treffen bei Lübeck den Auftrag, die Kapitulation von Rattkau abzuschließen. 1808 trat er als Mitglied des sogen. geheimen Konseils in weimarische Dienste, 1813 aber wieder in die preußische Armee und wurde als Oberstleutnant dem Generalstab Blüchers zugeteilt.
Nach dem Gefecht bei Hainau in Schlesien, zu dem er die Disposition entworfen hatte, avancierte er zum Obersten. Nach dem Ende des Waffenstillstands wurde er Generalquartiermeister bei der schlesischen Armee, nach der Schlacht bei Leipzig Generalmajor und nach Abschluss des ersten Pariser Friedens Chef des Generalstabs der am Rhein zurückgebliebenen Armee.
Im Feldzug gegen Napoleon fungierte er 1815 als preußischer Verbindungsoffizier im Hauptquartier der britischen Armee und erledigte in dieser Funktion unter anderem in der Schlacht bei Ligny die Kommunikation zwischen Wellington und Blücher. Nach der zweiten Einnahme von Paris wurde er dann zum Gouverneur der Stadt ernannt und blieb 1816 als Bevollmächtigter Preußens im Hauptquartier des Herzogs von Wellington. Hier verband er sich mit französischen Offizieren und Gelehrten zu einer Gradmessung zwischen Dünkirchen und dem Seeberg.
1818 nahm er am Kongreß in Aachen teil. 1820 wurde er Chef des Generalstabs der preußischen Armee. Als Generalleutnant erhielt er 1829 eine Mission nach Konstantinopel, um die Pforte für den Frieden mit Russland geneigt zu machen, und wurde im März 1832 General des 7. Armeekorps, 1837 Gouverneur von Berlin, 1841 Präsident im Staatsrat.
1847 erhielt er die erbetene Entlassung mit dem Titel eines Generalfeldmarschalls und als Geschenk die Domäne Wandersleben und ließ sich hierauf in Erfurt nieder, wo er am 16. Januar 1851 starb.
Die nachgelassene Schrift Aus meinem Leben (Berlin 1851, 2. Aufl. 1855) gab sein Sohn heraus. Sie enthält interessante Schilderungen über die Vorgänge im Blücherschen Hauptquartier 1813-14, ist aber nicht durchaus zuverlässig, da Müfflings Eitelkeit und sein Hass gegen Gneisenau ihn zu ungerechten Urteilen, ja zur Verdunkelung der Wahrheit verleiteten. Eine herbe Kritik haben Müfflings Memoiren durch Th. von Bernhardi (Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Generals von Toll, Bd. 4) erfahren.
Mann | Deutscher | Militärperson (Preußen) | Koalitionskriege (Person, Preußen) | Kartograf | Autor | Literatur (19. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Sachliteratur | Geboren 1775 | Gestorben 1851
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