Karl Sudhoff (* 26. November 1853 in Frankfurt am Main, † 8. Oktober 1938) war der Begründer der Medizingeschichte als wissenschaftliche Disziplin in Deutschland.
Der Arzt Sudhoff war seit der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften im Jahr 1901 deren Vorsitzender.
Sudhoff wurde 1905 zum Extraordinarius für Geschichte der Medizin an der Universität Leipzig berufen. Am 1. April 1906 wurde das Institut für Medizingeschichte, das heute seinen Namen trägt, als erstes medizinhistorisches Institut weltweit eröffnet. Seit 1919 (bis zur Emeritierung 1925) war er Ordinarius.
Politisch war Sudhoff naiv und pflegte eine deutschnationale Haltung, die ihn 80-jährig 1933 zum Eintritt in die NSDAP bewog.
Sudhoff ist vor allem durch seine Studien über mittelalterliche medizinische Handschriften bekannt geworden. Er war der Herausgeber der bis heute maßgeblichen Paracelsus-Ausgabe. Sudhoff legte umfangreiche medizinhistorische Sammlungen an und verfügte über eine außerordentlich große Privatbibliothek.
1925 stiftete die Deutsche Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften die Sudhoff-Medaille für hervorragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Geschichte der Medizin, der Naturwissenschaften oder der Technik. Noch heute heißt die von Sudhoff begründete wissenschaftsgeschichtliche Fachzeitschrift Sudhoffs Archiv.
Werke im Internet
Sekundäres
Medizinhistoriker | Wissenschaftshistoriker | Wissenschaft (Leipzig) | Mann | Deutscher | Geboren 1853 | Gestorben 1938
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