Karl Werner Lothar Koch (* 22. Juli 1965 in Hannover; † vermutlich 23. Mai 1989 in Gifhorn) war ein deutscher Hacker.
Koch trat in den Datennetzen unter dem Pseudonym „Hagbard Celine“ auf – der Name einer Hauptfigur der Illuminatus-Trilogie, die Koch stark beeinflusste. Auch Kochs Computer wurde nach dem Computer in der Illuminatus-Trilogie benannt: „FUCKUP“ („First Universal Cybernetic-Kinetic Ultra-Micro Programmer“). Er wurde vor allem durch den so genannten KGB-Hack in den 1980er-Jahren bekannt. Dabei arbeitete er zusammen mit den deutschen Hackern „DOB“ (Dirk-Otto Brezinski), „pengo“ (Hans Heinrich Hübner) und „urmel“ (Markus Hess), die gehackte Informationen von westlichen Computersystemen an den KGB verkauften. Enttarnt wurde die Gruppe durch den amerikanischen Astrophysiker Clifford Stoll, der ihr Treiben bei der Suche nach der Ursache einer Differenz von 0,75 Dollar in der Buchhaltung bemerkte. Er schrieb über diese Vorkommnisse auch ein Buch. Die Geschichte des KGB-Hacks wurde in dem Film 23 - Nichts ist so wie es scheint (1998) aufgegriffen. 1984 gründete Koch in Hannover einen Ableger des Chaos Computer Club.
Koch war davon überzeugt, dass es die Illuminaten, wie sie in dem Buch von Robert Anton Wilson beschrieben wurden, gab, und versuchte deshalb, wie Hagbard Celine im Roman, die Illuminaten mit seinen Mitteln, eben dem Hacken, zu bekämpfen. Durch diese Vorstellung und den dauerhaften Konsum von Drogen geriet Koch zum Ende der 80er-Jahre immer weiter in psychische Probleme, die auch zu einigen Klinikaufenthalten führten. Es wird angenommen, dass diese Wahnvorstellungen letztendlich auch zu seinem Selbstmord geführt haben.
1989, nachdem er bereits eine Woche vermisst war, wurde seine Leiche in einem Wald nahe Hannover aufgefunden. Als Ursache für den Tod wurde stets Selbstverbrennung angegeben, wobei sich vor allem in der Hackerszene Gerüchte über einen Mord an Koch nie legten, zumal es einige Hinweise darauf gab.
Karl Koch war ein überzeugter Anarchist, der seine Hacks auf Grund seiner Einstellung machte: „Wissen muss für jeden Menschen gleich zugänglich sein!“ Trotzdem war er seit 1985 Mitglied der SPD. Zum Zeitpunkt seines Todes arbeitete er dessen ungeachtet als Fahrer in der Landesgeschäftsstelle der niedersächsischen CDU in Hannover-Herrenhausen.
Vgl. Tron, einen anderen Hacker, der der Aktenlage nach auch im Suizid endete.
Deutscher | Geboren 1965 | Gestorben 1989 | Hacker | Mann | SPD-Mitglied
Karl Koch | Hagbard (Karl Koch) | Karl Koch (hacker) | Karl Koch
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