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kerenyi_karoly.jpg Karl (Károly) Kerényi * (* 19. Januar 1897 in Temesvár, damals Österreich-Ungarn; † 14. April 1973 in Kilchberg, Schweiz) war ein klassischer Philologe und Religionswissenschaftler.

Sein Leben


Nach seinem Studium in Budapest unternahm er ausgedehnte Reisen. Für beide befruchtend wurde seine Zusammenarbeit mit C. G. Jung.

Als Romanfigur


Seine Figur hat Antal Szerb, der ungarischer Weltbürger und Schriftsteller im Roman Reise im Mondlicht als Rudi Waldheim verewigt. Mihály und Rudi Waldheim „waren zusammen auf der Universität gewesen. Waldheim wusste schon damals ungeheuer viel, las in allen Sprachen alles, was gelesen werden musste, erklärte es sehr gern und sehr gut dem ebenso gern zuhörenden Mihály. Waldheim hingehen ging nach Deutschland, um sich zu Füßen der großen Meister zu vervollkommnen, und so brach der Kontakt ab. Jetzt kam ihm die spezielle Liebenswürdigkeit Waldheims in der Sinn: die foxterrierhafte Lebhaftigkeit seines kahlgeschorenen, glänzenden Kopfes, sein unglaublicher Wortreichtum, denn Waldheim gab fortwährend laute, in fehlerfreie lange Sätze gefasste und fast immer interessante Erläuterungen von sich, wahrscheinlich sogar noch im Traum. Seine unverbrüchliche Vitalität, sein ewiger Appetit auf Frauen, mit dem er sich auch auf Kolleginnen stürzte, die gar nicht so anziehend waren; und vor allem seine Eigenschaft, die er nach Goethe, aber etwas unwillig „Ergriffenheit“ nannte: nämlich dass die Wissenschaft, ihre Einzelheiten und das abstrakte Ganze, der Geist als solcher, ihn ständig auf Hochtouren hielt; nie war er gleichgültig, sondern immer fieberhaft mit etwas beschäftigt, betete gerade eine große, uralte Manifestation des Geistes an oder hasste einen „oberflächlichen“, „billigen“, „niveaulosen“ Blödsinn, und immer geriet er von dem Wort „Geist“ in Trance. Es musste für ihn eine besondere Bedeutung haben.“ (In: A. Szerb: Reise im Mondlicht. München, Deutscher Taschenbuch Verlag, 2003. pp.157-158)

Werke


  • Apollon. Studien über antike Religion und Humanität. (1937)
  • Das ägäische Fest. Die Meergötterszene in Goethes Faust II. (1941)
  • Der Mythos der Hellenen in Meisterwerken der Münzkunst. (1941)
  • Töchter der Sonne, Betrachtungen über griechische Gottheiten. (1944)
  • Bachofen und die Zukunft des Humanismus. Mit einem Intermezzo über Nietzsche und Ariadne. (1945)
  • Die Geburt der Helena samt humanistischen Schriften aus den Jahren 1943–45. (1945)
  • Der Göttliche Arzt. Studien über Asklepius und seine Kultstätte. (1948)
  • Niobe. Neue Studien über Antike Religion und Humanität. 1949
  • Die Jungfrau und Mutter der griechischen Religion. Eine Studie über Pallas Athene. (1952)
  • Stunden in Griechenland, Horai Hellenikai. (1952)
  • Unwillkürliche Kunstreisen. Fahrten im alten Europa 1952. (1954)
  • Griechische Miniaturen. (1957)
  • Gespräch in Briefen (Thomas Mann/Karl Kerényi). (1960)
  • Streifzüge eines Hellenisten, Von Homer zu Kazantzakis. (1960)
  • Prometheus – Die menschliche Existenz in griechischer Deutung. (1962)
  • Die Religion der Griechen und Römer. (1963)
  • Die Mythologie der Griechen. (1966)
    • Band 1: Die Götter- und Menschheitsgeschichten
    • Band 2: Die Heroengeschichten
  • Humanistische Seelenforschung; „Werke in Einzelausgaben“, Band 1. (1966)
  • Auf Spuren des Mythos; „Werke in Einzelausgaben“, Band 2. (1967)
  • Tage- und Wanderbücher 1953–60. „Werke in Einzelausgaben“, Band 3. (1969)
  • Der antike Roman. (1971)
  • Briefwechsel aus der Nähe (Hermann Hesse/Karl Kerényi). (1972)
  • Apollon und Niobe. Hrsg. von Magda Kerényi. „Werke in Einzelausgaben“, Band 4. (1980)
  • Urbilder der Griechischen Religion. Hrsg. von Magda Kerényi. Werkausgabe, Band 5. (1998)

Siehe auch


Weblinks


Altphilologe | Religionswissenschaftler | Ungar | Mann | Geboren 1897 | Gestorben 1973

Karl Kerényi | Károly Kerényi | Kerényi Károly | Károly Kerényi | Károly Kerényi

 

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