Karl IX (* 27. Juni 1550 in Saint-Germain-en-Laye; † 30. Mai 1574 in Vincennes, König von Frankreich 1560 - 1574. Karl IX. war der zweite Sohn von Heinrich II. von Frankreich und dessen Gemahlin Katharina von Medici. Seine Regierungszeit ist dominiert von Bürgerkriegen und dem spektakulären Massaker an den französischen Protestanten in der Bartholomäusnacht.
Charles IX of France by Clouet dsc01720.jpg, 1561)]]
Erster Hugenottenkrieg
Karl IX. folgte seinem Bruder
Franz II. am
5. Dezember 1560 auf dem Thron, zunächst unter der Vormundschaft seiner Mutter
Katharina von Medici. Unter seinem älteren Bruder Franz II dominierte die französischen Politik der Herzog
Franz von Guise, dessen Nichte die Gattin des Königs war, Königin von Schottland und
potentielle katholische Königin von England,
Maria Stuart. Um die Macht der Guise einzuschränken, stärkte Katharina von Medici die Macht der
protestantischen Nebenlinie des Königshauses, der
Bourbonen, der (nach den Valois selbst) höchstrangigen französischen Adelsdynastie. Maria bereitete ein maßvolles religiöses Toleranzedikt vor. Franz von Guise reagiert darauf mit dem von ihm organisierten
Blutbad von Vassy an den französischen Protestanten, den sogenannten
Hugenotten, der zum
Ersten Hugenottenkrieg 1562-
1563 führte: Auslieferung des Hafens
Le Havre an England durch die bedrängten Hugenotten, Verwüstung der Normandie (speziell von
Rouen), Ermordung des siegreichen katholischen Führers Franz von Guise
1563 durch einen Hugenotten aus dem Gefolge von Admiral Coligny. Im Edikt von
Amboise 1563 gewährte der König den
Hugenotten nichtöffentliche Religionsfreiheit außerhalb der Städte (und bricht damit mit der repressiven Religionspolitik seiner Vorgänger), kann darauf allerdings Le Havre zurückgewinnen.
Zweiter und Dritter Hugenottenkrieg
In den folgenden Jahren reiste Katharina von Medici mit dem minderjährigen König durch Südfrankreich, doch verfehlte ihr Ziel, Frankreich hinter ihrem Sohn zu einen. Ein dynastisches Treffen mit ihrer nach Spanien mit
Philipp II. verheirateten Tochter traumatisierte die Hugenotten erneut, hielt die Spanier
1565 aber nicht von der Vernichtung der französischen
hugenottischen Kolonie in Florida ab. Auch die Portugiesen vernichten die französische
hugenottische Kolonie in
Rio de Janeiro in
Brasilien.
Die Spanier errichteten 1567 ein Terrorregime in den Vereinigten Niederlanden. Die Hugenotten vermuteten ein anti-protestantisches Komplott und reagierten mit dem offensiven Zweiten Hugenottenkrieg 1567-1568, bei dem sie protestantische ausländische Truppen einsetzten und ihre Position verbessern konnten. Im Dritten Hugenottenkrieg 1568-1570 verloren die Hugenotten diese Gewinne: Im Frieden von St. Germaine-en-Laye wurde in etwa das Edikt von Amboise bestätigt. Admiral Coligny wurde Führer der Hugenotten, Heinrich von Guise Führer der katholischen Partei.
Bartholomäusnacht und Vierter Hugenottenkrieg
Der Admiral und protestantische Heerführer
de Coligny propagierte eine antispanische Politik, die die Vereinigten Niederlande von der spanischen Herrschaft befreien, den protestantischen Glaubensgenossen in den Niederlanden die Religionsfreiheit gewinnen und das spanisch-portugiesische Monopol auf Kolonien in Amerika brechen sollte. Er gewann für dieses Programm die Unterstützung des jungen Königs, der sich an Spanien rächen und von der Dominanz der Mutter lösen will. Innenpolitisch wollte Admiral Coligny die Hugenotten als die Partei etablieren, die am konsequentesten die nationalen französischen Interessen vertritt. Die nationale Versöhnung sollte endgültig durch die Heirat zwischen
Margarete von Valois (
Margot), der Schwester des Königs, und dem 20-jährigen Heinrich von Navarra aus dem Haus Bourbon, dem späteren
Heinrich IV. (Frankreich), besiegelt werden. Die lebenslustige Margarete konnte keine bessere Heirat mehr erwarten.
Während der Hochzeitsfeiern im August 1572 misslang ein Mordanschlag auf Admiral de Coligny, und Katharina von Medici und der König lassen die zur Hochzeit nach Paris geströmten Hugenotten niedermetzeln: Sogenannte Bluthochzeit oder Bartholomäusnacht. Die Massaker weiteten sich auch auf andere Städte aus, etwa 30 000 Hugenotten verloren ihr Leben. Der gefangene Heinrich von Navarra musste zum Katholizismus konvertieren, wird als jetzt ältester männlicher Bourbone allmählich der Führer der Hugenotten. Im folgenden Vierten Hugenottenkrieg wurden die führerlosen Hugenotten auf wenige Stützpunkte in Südwest- und Südfrankreich zurückgedrängt, vor allem auf den Hafen La Rochelle am Atlantik. Sie erlangten nur deshalb einen erträglichen Frieden, weil der Bruder des Königs zum König von Polen gewählt werden sollte; in Polen herrschte damals religiöse Toleranz, und ein gewisses Maß an religiöser Toleranz auch in Frankreich war deshalb notwendig.
Nachkommen
Mit
Elisabeth von Österreich:
Mit Marie Touchet:
- Charles, Herzog von Angoulême (* 28. April 1573, † 1650)
Thronfolge
Karl IX. war seit
1570 mit
Elisabeth von Österreich, eine Tochter
Maximilians II., verheiratet, aber der Ehe entsprang kein Sohn.
Also folgte ihm nach seinem frühen Tod
1574 sein Bruder
Heinrich III., der die französische Krone der polnischen Krone vorzog.
Weblinks
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