Karl II. (* 6. November 1661 in Madrid; † 1. November 1700 in Madrid; span. Carlos II) war König von Spanien von 1665 bis zu seinem Tod, der den Spanischen Erbfolgekrieg auslöste.
Obwohl Philipp IV. eine Reihe gesunder Kinder mit seinen Mätressen zeugte, verstarben die mit Maria Anna gezeugten Kinder entweder kurz nach der Geburt oder kamen tot zur Welt. Nach neunjähriger Ehe war nur die Tochter Margarita María noch am Leben, die später ähnlich wie ihre Mutter mit ihrem Onkel Leopold I. verheiratet wurde.
Karl II. war daher ein dringend erwünschtes Kind, als er am 6. November 1661 zur Welt kam. Er war jedoch von Beginn an ein schwächliches und krankes Kind. An ihm zeigten sich aufgrund der jahrhundertelangen Inzucht zwischen den einzelnen Königshäusern deutliche Degenerationserscheinungen. Während normalerweise ein Mensch in der fünften Generation über 32 verschiedene Vorfahren verfügt, waren es aufgrund der innerfamiliären Heiraten lediglich zehn (Ahnenschwund); sieben seiner acht Urgroßeltern stammten direkt von Johanna der Wahnsinnigen ab.
Als auffälligste Folge der langjährigen Inzucht war Karls untere Gesichtshälfte so deformiert, dass er sein Leben lang feste Nahrung nicht vollständig zerkauen konnte. Dies hatte fortwährende Verdauungsprobleme zur Folge.
Nicht völlig eindeutig ist die Auswirkung der Inzucht auf seine geistigen Fähigkeiten. Die Tatsache, dass er zeitlebens Probleme hatte, größere und kompliziertere Zusammenhänge zu verstehen, weist auf eine sehr weitgehende Einschränkung hin. Diese kann jedoch noch dadurch verstärkt worden sein, dass Karls schulische Ausbildung aus Sorge um seinen Gesundheitszustand erst sehr spät in Angriff genommen wurde. Karl erlernte jedoch zumindest Lesen und Schreiben.
Am 19. November 1679 heiratete er in erster Ehe Maria Louisa von Orléans. Die Ehe blieb kinderlos und wurde wahrscheinlich niemals vollzogen. Man geht heute davon aus, dass Karl II. unter anderem auch an Neurasthenie litt.
Maria Louisa verstarb am 12. Februar 1689. Es wurde immer wieder kolportiert, dass sie einem Giftanschlag zum Opfer fiel. Die Historiker sind sich jedoch sicher, dass Todesursache eine Vergiftung durch Salmonellen nach dem Genuss von Austern war. In zweiter Ehe wurde Karl II. am 4. Mai 1690 mit Maria Anna von Pfalz-Neuburg (1667-1740) vermählt. Sie gehörte dem Haus Neuburg, einer Nebenlinie der kurpfälzischen Dynastie an, das bislang ohne jede Bedeutung für die europäische Politik gewesen war. Maria Anna kam aus einer sehr kinderreichen Familie und das war wahrscheinlich einer der Gründe, warum er von seiner Mutter und deren Minister zu der Ehe mit Maria Anna überredet wurde.
Da beide Ehen kinderlos blieben, war das Aussterben der spanischen Habsburger abzusehen.
Um die Thronfolge zu regeln, setzte er zunächst den bayerischen Kurprinzen Joseph Ferdinand (1692-1699) als Erben ein. Dieser starb jedoch bereits am 6. Februar 1699 und so bestimmte Karl dann Philipp von Anjou, einen Enkel Ludwigs XIV., zu seinem Nachfolger.
Er starb am 1. November 1700 in Madrid. Da sowohl König Ludwig XIV. als auch Kaiser Leopold I., beide mit Schwestern Karls verheiratet, Ansprüche auf den spanischen Thron stellten, brach der Spanische Erbfolgekrieg aus.
König (Spanien) Spanischer Erbfolgekrieg (Person) | Habsburger | Mann | Geboren 1661 | Gestorben 1700
Karl 2. af Spanien | Charles II of Spain | Karlo la 2-a (Hispanio) | Carlos II de España | Carlos II | Charles II d'Espagne | カルロス2世 | Karel II van Spanje | Karl II av Spania | Karol II Habsburg | Carlos II de Espanha | Карл II (король Испании) | Karl II av Spanien | 卡洛斯二世
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