Karl Hasel (* 25. Januar 1909; † 20. Februar 2001 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Forstwissenschaftler. Er ist vor allem mit Arbeiten zur Forstgeschichte hervorgetreten und war einer der herausragendsten Forsthistoriker des 20. Jahrhunderts. Seine erstmals 1985 veröffentlichte Forstgeschichte. Ein Grundriss für Studium und Praxis ist das Standardwerk für den Hochschulunterricht in diesem Fach.
Karl Hasel promovierte 1942 mit der forsthistorischen Untersuchung Die Entstehung und Entwicklung der Holzhauersiedelungen Herrenwies und Hundsbach im nördlichen Schwarzwald an der Naturwissenschaftlich-mathematischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Daraufhin schlug er die Hochschullaufbahn ein und habilitierte sich 1953 am Institut für Forstpolitik der Freiburger Fakultät mit der Schrift Wandlungen der Forstaufsicht über die Privatwaldungen in Baden. Im gleichen Jahr übernahm er als Dozent zudem vertretungsweise die Vorlesung, bis zum 1. August 1954 der ordentliche Professor Dr. Dr. Kurt Mantel von der Georg-August-Universität Göttingen auf den Freiburger forstpolitischen Lehrstuhl berufen wurde. Nach dem plötzlichen Unfalltod von Professor Dr. Arnold Freiherr von Vietinghoff-Riesch im Jahr 1962 wurde Hasel 1964 als dessen Nachfolger zum Direktor des Instituts für Forstpolitik, Forstgeschichte und Naturschutz der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen und auf den damit verbundenen Lehrstuhl berufen, den er bis zu seiner Emeritierung inne hatte. 1968, zum 100jährigen Bestehen der forstlichen Lehre in Hann. Münden – die Forstfakultät zog erst 1970 nach Göttingen um –, trug er die Quellen zur Geschichte der Forstlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen zusammen und hielt beim Jubiläumsfestakt auch die Festrede.
Seine rund 200 Veröffentlichungen auf den Gebieten Forstgeschichte, Forstpolitik, Forstrecht, Forstverwaltungslehre und Landespflege haben auch über die Forstwissenschaft hinaus große Beachtung gefunden. Besonders eingehend beschäftigte sich Hasel mit der Forstgeschichte seiner Heimat Baden-Württemberg und deren Vorgängerländern Baden und Württemberg, zu denen er mehrere umfassende Untersuchungen vorlegte. Der zeitliche Rahmen war dabei weit gespannt: Hasel wertete für sowohl Dienerakten aus dem 18. Jahrhundert als auch Lebensläufe von Forstbeamten in der Zeit des „Dritten Reiches“ aus. Zudem begründete er die Darstellung Das Forstrecht in Baden-Württemberg.
Als seine Hauptwerke können die Lehrbücher Waldwirtschaft und Umwelt. Eine Einführung in die forstwirtschaftspolitischen Probleme der Industriegesellschaft (1971) und die als Emeritus verfasste Forstgeschichte. Ein Grundriss für Studium und Praxis (1985) gelten, die für die Fachgebiete richtungsweisend waren. Nach wie vor ist die Forstgeschichte das Standardwerk für den Hochschulunterricht in diesem Fach. 2002 erschien eine von Ekkehard Schwartz erweiterte und aktualisierte Auflage, in die auch die forstgeschichtliche Entwicklung in der ehemaligen DDR eingearbeitet wurde. Diese Ergänzung war noch von Hasel selbst angeregt worden.
Daneben gab Hasel 1976 die Lebensgeschichte Georg Ludwig Hartigs und eine Sammlung der Aufsätze von Victor Dieterich heraus und verfasste Studien über Friedrich Wilhelm Leopold Pfeil, die 1982 in Buchform veröffentlicht wurden. Nicht zuletzt dafür, aber auch für sein sonstiges Lebenswerk, wurde Hasel am 19. Oktober 1983 in Freiburg im Breisgau mit dem Wilhelm-Leopold-Pfeil-Preis ausgezeichnet.
Professor Dr. Karl Hasel starb am 20. Februar 2001 im Alter von 92 Jahren in Freiburg im Breisgau.
Mann | Deutscher | Forstwissenschaftler | Historiker | Rechtswissenschaftler | Politologe | Literatur (Deutsch) Literatur (20. Jh.) | Sachliteratur | Herausgeber | Baden-Württemberg | Geboren 1909 | Gestorben 2001
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