Karl Carstens (* 14. Dezember 1914 in Bremen; † 30. Mai 1992 in Meckenheim) war ein deutscher Politiker (CDU).
Er war von 1976 bis 1979 Präsident des Deutschen Bundestages und von 1979 bis 1984 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.
Ausbildung und Beruf
Nach dem
Abitur 1933 absolvierte Carstens ein Studium der
Rechtswissenschaft und der
Politologie in
Frankfurt am Main,
Dijon (
Frankreich),
München,
Königsberg und
Hamburg, welches er
1936 mit dem ersten und
1939 mit dem zweiten juristischen
Staatsexamen beendete.
1938 erfolgte seine Promotion zum
Dr. jur. Von 1939 bis 1945 nahm er dann als
Soldat am
Zweiten Weltkrieg teil. Nach Kriegsende wurde er in Bremen als
Rechtsanwalt zugelassen.
1948 begann Carstens ein Studium an der
Yale-Universität in New Haven,
Connecticut (
USA), welches er
1949 mit dem Grad eines Master of Law (LL.M.) beendete. Von 1949 bis
1953 war er Rechtsberater des
Bremer Senats und Bevollmächtigter Bremens beim Bund. Ab
1950 hatte er einen Lehrauftrag an der
Universität Köln. Hier erfolgte
1952 seine Habilitation.
1954 trat er dann in den Auswärtigen Dienst der
Bundesrepublik Deutschland ein. Bis
1955 war er Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland beim
Europarat in
Straßburg, danach war er im
Auswärtigen Amt in
Bonn tätig. Hier übernahm er
1958 die Leitung der Abteilung "West I
Europa".
1960 erfolgte seine Berufung zum
Professor für Staats- und
Völkerrecht an der Universität Köln. Von
1970 bis
1972 leitete er das Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Bonn.
Familie
Seit
1944 war er mit Veronica Prior verheiratet.
Veronica Carstens (*1923) wurde später Fachärztin für
Innere Medizin. Aus der Ehe gingen keine Kinder hervor.
Das Ehepaar gründete 1982 die Karl und Veronica Carstens-Stiftung mit dem Ziel der Förderung der Wissenschaft und Forschung von Naturheilkunde und Homöopathie. Der Förderverein Natur und Medizin ist mit seinen 40.000 Mitgliedern die größte Bürgerbewegung für Naturheilkunde und Homöopathie in Europa.
Parteimitgliedschaften
Von 1940 bis 1945 war er Mitglied der NSDAP. Den Aufnahmeantrag soll er als Referendar auf Veranlassung des Landgerichtspräsidenten und unter der Androhung beruflicher Nachteile gestellt haben, jedoch war Carstens bereits seit 1933 Mitglied der NSDAP-eigenen, paramilitärischen Organisation SA.
Seit 1955 war er Mitglied der CDU.
Abgeordneter
Von
1972 bis
1979 war er
Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von Mai
1973 bis Oktober
1976 Vorsitzender der CDU/
CSU-
Bundestagsfraktion. Nach der
Bundestagswahl 1976 wurde Carstens am
14. Dezember 1976 zum
Präsidenten des Deutschen Bundestages gewählt.
1972 war er über die Landesliste
Schleswig-Holstein und
1976 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises
Pinneberg in den
Bundestag eingezogen.
Öffentliche Ämter
Von Juli
1960 bis Dezember
1966 war er
Staatssekretär im Auswärtigen Amt, in der Zeit der
Großen Koalition von Dezember 1966 bis
1968 Staatssekretär im
Bundesministerium der Verteidigung. Von 1968 bis
1969 war er dann als Staatssekretär
Chef des Bundeskanzleramtes.
Bei der Bundespräsidentenwahl 1979 wählte ihn die Bundesversammlung am 23. Mai 1979 zum 5. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Er löste damit Walter Scheel ab. Aus Altersgründen verzichtete er auf die Kandidatur für eine zweite Amtszeit und schied damit am 30. Juni 1984 aus dem Amt.
Ehrungen
1984 wurde er mit dem
Karlspreis der Stadt
Aachen, den
Ehrenbürgerwürden der Städte
Bonn und
Berlin sowie der Universität
Köln ausgezeichnet.
1987 erhielt er den
Hanns-Martin-Schleyer-Preis und die Goldene Medaille der Humboldt-Gesellschaft.
1990 wurde ihm die Goldmedaille der "Fondation
Jean Monnet pour l'Europe" verliehen sowie
1991 der Europäische Karlspreis der
Sudetendeutschen Landsmannschaft.
Tod
Carstens starb in der Nacht vom 29. auf den 30. Mai 1992 in seinem Wohnort
Meckenheim bei
Bonn an den Folgen eines Schlaganfalls.
Schriften
- Der gutgläubige Erwerb von Pfandrechten an Grundstücksrechten, Dissertation, 1938
- Grundgedanken der amerikanischen Verfassung und ihre Verwirklichung, Habilitation, 1952/54
- Das Recht des Europarates, 1956
- Politische Führung - Erfahrungen im Dienst der Bundesregierung, 1971
- Deutsche Gedichte (Hrsg.), 1983
- Erinnerungen und Erfahrungen, 1993
Weblinks
Mann | Deutscher | NSDAP-Mitglied | CDU-Mitglied | Kanzleramtsminister (Deutschland) | Bundespräsident (Deutschland) Ehrenbürger | Träger des Bundesverdienstkreuzes | Karlspreis | Bundestagspräsident (Deutschland) | Geboren 1914 | Gestorben 1992 | Staatssekretär (Deutschland)
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