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Die kardanische Aufhängung (fälschlich nach Gerolamo Cardano benannt) ist eine Vorrichtung, um Messinstrumente (z. B. einen Schiffskompass) oder andere Gegenstände frei drehbar und unabhängig von Lage oder Bewegung (z. B. eines Schiffes) aufzuhängen.

Geschichte


Die kardanische Aufhängung wurde um 230 v. Chr. von Philon von Byzanz verwendet, um ein Tintengerät aufzuhängen, ohne den Inhalt zu verschütten. In China lässt die kardanische Aufhängung sich um 140 v. Chr. nachweisen. Dass sie im Mittelalter bekannt war, beweist eine Zeichnung Villards de Honnecourt. Leonardo da Vinci verwendete das System, um einen Kompass aufzuhängen.

Funktionsweise und Anwendungen


Bohnenberger Maschine.JPG Technisch realisieren lässt sich die kardanische Aufhängung durch einen Metallring, in den zwei weitere Metallringe, die Achsen jeweils um 90 Grad gegeneinander versetzt, ineinander drehbar gelagert werden. Das Instrument wird dann am innersten Ring befestigt.

Mit der kardanischen Aufhängung wird somit eine Gyroplattform geschaffen, die mit einem bis drei Freiheitsgraden einen Raum von seiner Umwelt abkoppelt.

Wenn sich zum Beispiel ein Schiff oder Fahrzeug bewegt, gibt es seine Bewegungen an die Insassen weiter. Einen Vogelkäfig oder ähnliches kann man an seiner Hand jedoch so halten, dass dieser die Kurven und sonstigen Fahrbewegungen nur gedämpft mitbekommt. Wird das Ganze perfektioniert und z. B. mit Kreiseln stabilisert, hat man ein System, das man für die Navigation (Kreiselkompass, Inertiales Navigationssystem) verwenden kann.

Auch beim Transport von Unfallopfern mit Verletzungen an der Wirbelsäule böten sich solche Systeme an, allerdings hat man mittlerweile z. B. durch Kunststoffschäume bessere und wesentlich kostengünstigere Stabilisierungsmöglichkeiten.

Siehe auch


Technik

Gimbal | Cardán

 

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