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Das Karakorum ist ein bis 8.611 m hohes Gebirge in Zentralasien.
Das Hochgebirge befindet sich zwischen dem Pamir im Nordwesten, dem Kunlun Shan im Osten, dem Himalaya im Süden und dem Hunzatal sowie dem Hindukusch im Westen. Als etwa 500 km langes Gebirge breitet es sich im westlichen China im nördlichen Indien und nordöstlichen Pakistan in Nordwest-Südost-Richtung aus.
Von den umliegenden und parallelen Gebirgsketten unterscheidet es sich vor allem durch die Höhe. Die Trennstelle zum Kun-Lun bildet der Karakorumpass (5.575 m) und der sich nördlich daran anschließende Oberlauf des Jarkend, die Trennstelle zum Hindukusch bildet der Khunjerabpass (4.934 m). Im Norden wird es begrenzt durch den Fluss Shaksgam, im Osten und Süden durch den Shyok (und im weiteren Verlauf durch den oberen Indus). In der Regel wird auch die westlich des Hunzatals gelegene, also geografisch eigentlich schon zum Hindukusch gehörende Gruppe der Batura zum Karakorum gezählt.
Vier Gipfel des Karakorum erreichen Höhen von über 8.000 m: K2 (Chogori/Mount Godwin Austen) 8.611 m, Gasherbrum I (Hidden Peak) 8.068 m, Broad Peak (Falchen Kangri) 8.047 m, Gasherbrum II 8.035 m.
Die relativen Höhen (zwischen Berg und Tal) sind im Südwesten zum Teil extrem groß (bis zu 5500 m), im Nordosten zum Teil nur noch sehr gering (1.200 bis 1.500 m), da das Gebirge hier in die Hochländer von Xinjiang und Tibet übergeht.
Ferner befinden sich im Karakorum einige der größten Gletscher der Erde, wenn man beispielsweise von den Polregionen samt Alaska und Patagonien einmal absieht. Zu nennen sind insbesondere Biafogletscher, Baltorogletscher und Hispargletscher (pakistanischer Teil) bzw. Siachengletscher (indischer Teil).
Die (zumindest optisch scheinbare) Hauptkette heißt im Karakorum „Muztagh“. So wird der zentrale Teil mit den Achttausendern Baltoro Muztagh genannt (siehe Foto). Nach Südosten Richtung Ladakh schließen sich Siachen Muztagh, Rimo Muztagh und Saser Muztagh an, nach Westnordwesten Panmah Muztagh, Hispar Muztagh, und, je nachdem, jenseits des Hunzatals, das Batura Muztagh. Die Hauptgipfel der Gruppen sind nicht ohne weiteres gleichzeitig die alpinistischen Magneten. In der Reihenfolge der genannten Gruppen sind es K2 (Baltoro), ferner Teram Kangri I (7.464 m), Mamostong Kangri I (7.516 m) und Saser Kangri I (7.672 m), bzw., nach Westnordwesten: Ogre (alias Baintha Brakk, 7.285 m), Distaghil Sar (7.885 m) und Baturamauer I (7.794 m).
Der Hauptkette sind im Südwesten weitere, zum Teil ebenso hohe und noch stärker vergletscherte Ketten vorgelagert, von denen die wichtigsten die von Rakaposhi (7.788 m) und Haramosh (7.409 m) sowie die des Masherbrum und der Chogolisa sind. Diese Ketten bezeichnet man auch als „Kleines Karakorum“.
Wie die Brüder Robert und Hermann von Schlagintweit bei ihrer Forschungsexpedition in Hochasien 1856 erstmals erkannten, bildet das Karakorum einen Teil der Hauptwasserscheide zwischen dem oberen Indus (Indischem Ozean) und dem abflusslosen Tarimbecken. Dementsprechend ist es auch eine markante Wetter- und Klimascheide: der pakistanische, zum unteren Indus geöffnete Westen ist einigermaßen niederschlagsreich und grün (bzw. in den Hochregionen stark vergletschert), der Norden und Osten dagegen besitzt schon fast wüstenhaftes Klima und deutlich kleinere Gletscher. So enden die Gletscher im Hunzatal großenteils in der Höhe von 2.000 bis 2.500 m, im Osten (Rimogletscher) zum Teil bei 4.500 bis 4.800 m. Der Weg zum Karakorumpass ganz im Osten ist komplett eisfrei. Insgesamt ist das Gebiet vergleichsweise trocken wegen der südwestlich (jenseits von Indus und Shyok) vorgelagerten westlichen Himalaya-Ketten.
Politisch gehört das Gebiet des Karakorum fast komplett zu der umstrittenen Provinz Jammu und Kashmir, und zwar überwiegend zu deren pakistanisch kontrollierter Nordwesthälfte. Der weltabgeschiedene Südosten ist von indischem Militär kontrolliert, die nordöstliche Abdachung jenseits des Hauptkamms (das Shaksgam-Tal) wird von China für deren „autonome“ Provinz Xinjiang (Uighur) beansprucht.
Von der eigentlichen Hochgebirgsregion ist touristisch erschlossen allein das Hunzatal im Westen, und zwar durch die Karakorum Highway genannte asphaltierte Straße, die über den Khunjerabpass in das chinesische Xinjiang führt. Hier finden sich Hotels, Gasthäuser, Campingplätze und Möglichkeiten für medizinische Versorgung. Sonst muss man sich an Stützpunkte am Rand des Hochgebirges (Skardu) oder außerhalb (Leh) halten, oder auf Erschließung verzichten. Die Straße über den Kunjerabpass ist (bis zur chinesischen Grenze) eine bei sportlichen Radfahrern beliebte Strecke.
Die britischen Kolonisten haben die Berge des Karakorum für den Westen entdeckt und von dem Vermesser T. G. Montgomery 1856 nach der scheinbaren Höhe durchnummeriert (K1, K2, K3 usw.).
Ein Foto, auf dem der ganze Karakorum zu sehen ist, findet man auf der Seite der Taklamakan, dort unten links, markant durch den Schnee, und nach rechts die lange Kette des Kun-Lun.
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