Die Kapitulation Japans beendete den Zweiten Weltkrieg in Asien. Tenno Hirohito verkündete den „Kaiserlichen Erlass über das Kriegsende“ des Vortages am 15. August 1945 im Rundfunk. Formell unterzeichnet wurde die Kapitulationsurkunde dann am 2. September.
Japanese Prisoners of War at Guam - 15 August 1945.jpg
In der Kairo-Deklaration vom 27. November 1943 beschlossen US-Präsident Franklin D. Roosevelt, Generalissimo Chiang Kai-shek und Premierminister Winston Churchill, die japanische Aggression gemeinsam zurückzudrängen und Japan wieder auf die vier Hauptinseln zurückzustutzen. In diesem Vertrag wurde auch dem besetzten Korea Freiheit und Unabhängigkeit versprochen. Im November 1944 waren die amerikanischen Truppen weit genug vorgerückt, um Honshū zu bombardieren. Am 5. April 1945 kündigte die Sowjetunion den sowjetisch-japanischen Neutralitätsvertrag. Doch auch als Japan nach der Kapitulation Deutschlands am 8. und 9. Mai 1945 allein gegen alle stand, war die Militärregierung unter General Tōjō Hideki noch nicht bereit, aufzugeben.
Im Rahmen der Potsdamer Konferenz gaben die Republik China, die USA und England am 26. Juli eine Folgeerklärung (Potsdamer Erklärung) zur Kairo-Deklaration ab und stellten Japan ein Ultimatum. Der letzte Artikel der Erklärung lautet: "(13) We call upon the government of Japan to proclaim now the unconditional surrender of all Japanese armed forces, and to provide proper and adequate assurances of their good faith in such action. The altenative for Japan is prompt and utter destruction." „Es wird die bedingungslose Kapitulation von Japan gefordert, die Alternative ist die schnelle und vollständige Zerstörung des Landes.“
Artikel 6 bis 12 der Erklärung regeln den Nachkriegsstatus von Japan: Artikel 6 fordert die Auslöschung des Militarismus; Artikel 7 sieht eine Besetzung Japans nach der Kapitulation vor; Artikel 8 limitiert das japanische Territorium auf die 4 Hauptinseln; Artikel 9 sieht die Entwaffnung der Streitkräfte vor; Artikel 10 fordert Kriegsverbrecherprozesse und die Stärkung der demokratischen Tendenzen, Redefreiheit, Religionsfreiheit, Gedankenfreiheit und Menschenrechte; Artikel 11 sieht die Kontrolle der japanischen Industrie für die Zahlung von Reparationen und Verhinderung einer neuen Aufrüstung vor; Artikel 12 sieht den Rückzug der Alliierten vor, sobald die oben formulierten Ziele erreicht seien.
Regierung und Militär des Kaiserreichs gingen jedoch nicht darauf ein, statt dessen wurde vom Volk Endsieg oder Selbstaufgabe gefordert. Tatsächlich kam es vor der Schlacht um Okinawa zu Massenselbstmorden unter der Zivilbevölkerung.
Anfang August ging dann alles sehr schnell: Das amerikanische Oberkommando entschied, statt einer verlustreichen Invasion der japanischen Hauptinseln (Operation Downfall) die Atombombe einzusetzen. Am 6. August folgte der Atombombenabwurf auf Hiroshima. Am 8. August trat die Sowjetunion in den Krieg ein und die Rote Armee marschierte in der Mandschurei und auf den Kurilen ein. Am 9. August fiel mit dem Atombombenabwurf auf Nagasaki ein weiteres Mal eine Atombombe auf eine japanische Stadt. Diese ersten beiden Einsätze dieser Zerstörungswaffe neuen Typs tötete über 150.000 Menschen, mindestens noch einmal soviele wurden verletzt. Sie richteten schwere Verwüstungen an, viele Menschen und ihre Nachkommen litten (und leiden heute immer noch) unter den Folgen der Strahlenkrankheit (siehe: Hibakusha). Alle anderen japanischen Großstädte (mit Ausnahme von Kyōto) sind zu diesem Zeitpunkt ebenfalls durch schweres Bombardement mit „herkömmlichen“ Bomben zerstört.
Japan hatte nun endgültig keine Wahl mehr, die Alliierten machten mit der Drohung Kapitulation oder Vernichtung ernst. Der Mythos vom Kamikaze, dem göttlichen Wind, der das Land vor dem Einfall der Mongolen gerettet hatte, war unter großen Opfern beschworen worden und gescheitert.
Eine Woche nach den Atombombenexplosionen, am 14. August 1945, erließ der Tennō den „Kaiserlichen Erlass über das Kriegsende“ (終戦の詔書 shūsen no shōsho). Dieser wurde am 15. August 1945 im Radio ausgestrahlt, der seitdem als V-J-Day gilt. Im Erlass erkennt der Kaiser die Bedingungen der Potsdamer Erklärung an. Am 2. September unterzeichneten Außenminister Shigemitsu Mamoru (重光 葵) und der Kommandant der Kantōarmee, General Umezu Yoshijirō (梅津美治郎) auf der USS Missouri in der Sagami-Bucht bei Tokio die bedingungslose Kapitulation der Streitkräfte. Für die USA unterzeichnete neben General MacArthur Flottenadmiral Nimitz, für Großbritannien Admiral Sir Bruce Fraser, für Frankreich General Leclerc, für Australien General Sir Thomas Blamey, für Kanada Oberst Moore Cosgrave, für die Niederlande Admiral Helfrich, für China General Hsu Yung-Chang, für die Sowjetunion Generalleutnant Derevjanko und für Neuseeland Vizeluftmarschall Isitt.
Damit war der Zweite Weltkrieg beendet.
Erst am 9. September 1945 kapitulierte dann auch die japanische China-Armee mit etwa einer Million Mann in Nanking gegenüber den Nationalchinesen unter Chiang Kai-shek.
Japan wurde von den Alliierten besetzt, die Besatzungsmacht bestand faktisch nur aus US-Truppen. Chef der Besatzungsregierung wurde General Douglas MacArthur. Wichtigstes Projekt der Besatzungsregierung war die Ausarbeitung einer neuen Verfassung. Sie wurde am 3. November 1946 verkündet. In ihr wurden alle Punkte der Potsdamer Erklärung umgesetzt. Außerdem verzichtete der Kaiser in der Verfassung auf seinen göttlichen Status.
In den Tokioter Prozessen (Anklage am 29. April 1946, Verhandlungsbeginn 3. Mai 1946, Urteilsverkündung 12. November 1948) wurden die führenden japanischen Militärs und Politiker der Kriegszeit angeklagt, insbesondere Ministerpräsident und Generalstabschef General Tōjō Hideki. Er und sechs andere Angeklagte wurden zum Tode verurteilt. Rund 20 andere wurden zu lebenslanger Haft verurteilt, die meisten davon allerdings 1955 entlassen, als Japan die Souveränität wiedererlangte.
In der Charta der Vereinten Nationen vom 24. Oktober 1945 wurde eine Japan und Deutschland betreffende Feindstaatenklausel eingefügt, trotzdem trat Japan bereits 1956 der UNO bei. Japan wurde jetzt als Verbündeter der USA gegen die Volksrepublik China und die Sowjetunion in Ostasien gebraucht.
Erst weitere 54 Jahre später erklärt ein Ministerpräsident die öffentliche Bitte um Entschuldigung gegenüber den Nachbarländern für die begangenen Kriegsverbrechen (Koizumi, Apr. und Aug. 2005)
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