Unter Kapitalexport versteht man, wenn Kapital nicht im Inland, sondern im Ausland angelegt wird. Zusammen mit dem Kapitalimport bildet der Kapitalexport die Kapitalbilanz, die kleiner null ist, wenn die Kapitalexporte, und größer null ist, wenn die Kapitalimporte überwiegen. Die Kapitalbilanz ist eine Teilbiland der Zahlungsbilanz.
Beim Außenbeitrag oder beim Nettoexport ist es anders. Der Außenbeitrag ist größer null, wenn mehr an Waren und Dienstleistungen exportiert wird als aus dem Ausland importiert.
Die Deutsche Bundesbank untergliedert die Kapitalexporte in
Die Kredite in das Ausland werden weiter untergliedert nach Krediten an
sowie jeweils in
Die Kapitalbilanz ist Teil der Zahlungsbilanz, die definitorisch immer gleich null oder ausgeglichen ist. Oft wird die Kapitalbilanz mit dem Außenbeitrag, also der Summe von Handels- und Dienstleistungsbilanz verglichen. Ist der Außenbeitrag größer null, sind also die Nettoexporte größer null, werden mehr Waren und Dienstleistungen in das Ausland exportiert, als aus dem Ausland importiert wird, dann muss dies finanziert werden, indem etwa dem Ausland ein Kredit gewährt wird. Diese Kreditgewährung an das Ausland ist ein Kapitalexport. Es liegt nun eine Art von Henne-Ei-Problem vor. Hohe Exportüberschüsse können Deutschland als Exportweltmeister und eine hohe Wettbewerbsfähigkeit anzeigen. Da sie praktisch zwangsläufig mit hohen Kapitalexporten einher gehen, da die Exportüberschüsse für das Ausland aus dem Inland heraus finanziert werden müssen, kann auch auf einen schlechten Unternehmensstandort Deutschland geschlossen werden, der zu „Kapitalflucht“ (Kapitalexport) aus Deutschland führt.
Außenwirtschaft | Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung | Zahlungsverkehr
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