Das Wort Kapitän (von lat. caput „Haupt“ und davon abgeleitet capitaneus „Anführer“) hat in fast alle europäischen Sprachen Eingang gefunden und bezeichnet den Führer eines Schiffes. In Gesetzen und Verordnungen ist jedoch stets vom Schiffsführer bzw. englisch Master die Rede, nie vom Kapitän. Jedes Wasserfahrzeug hat genau einen verantwortlichen Schiffsführer.
Insbesondere auf großen Schiffen hat er eine Vielzahl an nautischen, technischen und kaufmännischen Aufgaben und Verantwortlichkeiten, z.B. für das Schiff als solches, dessen Teilnahme am Verkehr und technische Prozesse, die Besatzung, die Arbeitsorganisation (Betriebsleiter), die Passagiere, die Sicherheit, die Ladung (z.B. Frachtführer) und die Navigation. Seine nächsten Mitarbeiter sind der erste, zweite, dritte oder vierte Offizier, der Steuermann, der Rudergänger, der Navigator, der Bootsmann und Matrosen. Er muss die erforderlichen Patente zum Führen des Wasserfahrzeuges auf dem jeweiligen Fahrgebiet vorweisen. Die Ausbildung erfolgt an Seefahrtsschulen, Fachhochschulen oder Universitäten. Kapitäne sind meist bei Reedereien angestellt. In größeren Häfen arbeiten Hafenkapitäne. In der Freizeitschifffahrt spricht man von Skippern, die in der Regel erfahrene Schiffsführer sind.
Der bisherige Führer des Schiffes (der Master und sein Mate) wurden dem Militär untergeordnet und blieben als Segel- und Navigationspersonal an Bord. Damit hieß der Schiffsführer dann Captain, seine direkten Assistenten wurden Offiziere. Um die Doppelfunktion als militärischer Führer und Nautiker zu unterstreichen, wurden im 18. und frühen 19. Jahrhundert Kommandanten militärischer Sloops als "Master and Commander" (ungefähr im Range eines deutschen Korvettenkapitäns/Majors) bestallt. (Siehe auch den gleichnamigen Film.)
So wurde aus dem Landsknecht-Kapitän ein Schiffskapitän und nicht umgekehrt, aus einem Schiffskapitän ein Captain als militärischer Rang (z.B. in der US Army). Der Captain entspricht dabei einem deutschen Hauptmann (Kapitänleutnant in der Deutschen Marine). In der US Navy hingegen entspricht der Dienstrang Captain dem deutschen Kapitän zur See (Oberst).
Bei der Polizei werden Revierleiter oder vergleichbare Polizisten bei der Kriminalpolizei auch als Captain bezeichnet. Dieser Rang ist in etwa mit einem deutschen Polizei-/Kriminalhauptkommisar oder Erstem Polizei-/Kriminalhauptkommissar vergleichbar.
In englischsprachigen Ländern wird der Kapitän einer kleineren Einheit immer noch Master genannt und seine Steuerleute Mates.
Kapitäne mit einem Hochschulabschluß in Nautik führen den akademischen Grad Dipl.-Nautiker und qualifizieren sich mit einem Aufbaustudium zum Kapitän auf großer Fahrt.
Nur auf kleineren Schiffen geht der Kapitän noch selbst Wache. Auf größeren Schiffen und auf Großer Fahrt ist er meist wachfrei, und die Offiziere bzw. Steuerleute der Wache ("Wachoffiziere") gehen die Wachen.
Kommandanten, die Stabsoffiziere sind, werden mit "Herr/Frau Kapitän" angeredet. Kapitänleutnante werden traditionell mit "Herr/Frau Kaleu" angesprochen. Nicht gebräuchlich ist jedoch die Anrede "Herr Kommandant".
Seefahrtsberuf | Offiziersdienstgrad (Marine) | Wortexport | Master Mariner | Kapitein | Kapitan | سروان | Kaptein | Капитан судна | Stotnik | 上校