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Kap Hoorn (span. Cabo de Hornos), auf 55° 59' südliche Breite und 67° 16' westliche Länge, wird allgemein als der südlichste Punkt Südamerikas angesehen. Es trennt den atlantischen vom pazifischen Ozean.
Das Kap wurde erstmals von einer Expedition der niederländischen Seefahrer Willem Cornelisz Schouten und Jakob Le Maire am 29. Januar 1616 umrundet. Sie hatten eine neue Passage zum Pazifik gesucht, da holländische Schiffe die Magellanstraße nur benutzen durften, wenn sie der Niederländischen Ostindien-Kompanie gehörten (Schoutens und Le Maires Schiffe gehörten der konkurrierenden Niederländischen Australischen Kompanie). Das Kap wurde nach Schoutens Geburtsort, der in Nordholland gelegenen Stadt Hoorn benannt.
Kap Hoorn liegt auf der zu Chile gehörenden Felseninsel Isla Hornos im Feuerlandarchipel, ist also nicht der südlichste Punkt des amerikanischen Festlands. Dies ist die Halbinsel Brunswick, etwa 260 km nördlicher. Die südlichsten Inseln sind die etwa 100 km weiter südwestlich gelegenen, ebenfalls zu Chile gehörigen Diego-Ramirez-Inseln.
Bis zur Fertigstellung des Panamakanals im Jahr 1914 war für Handelssegler die Umschiffung des berüchtigten Kaps die einzige Möglichkeit, vom Atlantik in den Pazifik zu gelangen – die Magellanstraße kam wegen der schwierigen Wetter- und Strömungsverhältnisse nur für die Dampfschifffahrt in Frage.
Die Umrundung des Kaps gehörte zu den meistgefürchteten Schifffahrtsrouten. Insbesondere die Passage in westlicher Richtung war wegen der ständigen Weststürme äußerst gefährlich und schwierig. Man verglich ab der Zeit des Goldrauschs die Zeiten, die ein Schiff brauchte, um vom 50. südlichen Breitengrad um das Kap herum wieder auf 50° S zu gelangen: Der amerikanische Windjammer Edward Sewall musste dafür im Frühjahr 1914 67 Tage und mehr als 5.000 Seemeilen kreuzen! William Bligh, Kommandant der Bounty, entschloss sich am 22. April 1788 nach mehr als vierwöchigem Kampf um das Kap, lieber umzukehren und Tahiti über das Kap der Guten Hoffnung anzusteuern.
Der Bark "Alexander von Humboldt" gelang am 13.01.2006 um 07:03 Uhr Ortszeit im Rahmen seiner Reise "Rund Südamerika" als erstem deutschen Rahsegler seit 1939 wieder eine Rundung von Kap Hoorn.
Schätzungen zufolge wurde die See vor dem Kap Hoorn mehr als 800 Schiffen und mehr als 10.000 Menschen zum Grab. Damit befindet sich vor Kap Hoorn der größte Schiffsfriedhof der Welt. Kapitäne, die das Kap Hoorn auf einem Frachtensegler bezwungen hatten, wurden ehrfürchtig als "Kaphoorniers" (engl. Capehorner, frz. Caphorniers) oder „Albatrosse“ bezeichnet. Eine Vereinigung der Caphorniers wurde 1936 in St. Malo gegründet. Die Deutsche Sektion wurde 2004 mangels Nachwuchs aufgelöst.
Im Jahre 1945 wurden Kap Hoorn und die umliegenden Inseln zum Nationalpark erklärt.
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