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Das Wort Kanu ist (im deutschsprachigen Raum) der Oberbegriff für alle Wassersportgeräte, die mit Paddeln in Blickrichtung bewegt werden. Im englischem Sprachraum ist im Ursprungsgebiet in Nordamerika mit einem Kanu meist ein Kanadier bzw. Canadier bezeichnet, während zum Beispiel in Großbritannien ein Kanu eher der deutschen Definition entsprach, und das nordamerikanische Canoe als open, Canadian, oder Indian canoe bezeichnet wurde. Der Begriff Canadier in Europa entstand aus einem Missverständnis als das 'Open Canadian Style' Kanu aus Kanada, dem damals von der American Canoe Association anerkannten offenem Kanu, stellvertretend für alle Kanus angesehen wurde. Das Kanu aus Maine aus Holz und Tuch, welches erst 1934 anerkannt wurde, wurde dann auch als Kanadier bezeichnet. In der französischen Sprache wird der Kanusport auch als Canoë-Kayak bezeichnet.

Boat on Euphrates.jpg in Basra]]

Einbaumfunde von 6000 – 4000 v. Chr. gibt es in Schottland. Den Ursprung des Kanus datiert man auf ca. 4000 v. Chr. Ein Ur-Kanu wurde auch am Euphrat gefunden, das etwa dieses Alter hat. Das Einbaum ist jedoch kein direkter Vorfahre der heutigen Kanusportboote. So sind Kajaks, Canadier und Faltboote aus den Fellbooten der Inuit und den Rindenbooten der Indianer Nordamerikas weiterentwickelt worde. Die ersten Ausführungen bestanden aus Tierhaut und Knochen bzw. Birkenrinde oder Holz. Auch Faltboote bestehen aus einem Innengestell mit Bespannung, und sind sowohl als Kajaks als auch als Canadier erhältlich. Manche Schlauchboote werden zu den Kanus gezählt.

Die Kajaks (ursprünglich immer gedeckte, also bauartbedingt oben geschlossene Kanus) stammen ebenso wie die Umiaks von den Inuit, die Canadier von den Indianern Nordamerikas. Drachenboote stammen aus Asien, Auslegerkanus und Pirogen aus der Südsee.

Den Fahrer eines Kanus bezeichnet man als Kanuten bzw. als Kanutin. Kajaks werden mit einem Doppelpaddel und Canadier mit einem Stechpaddel bewegt.

Heutzutage ist es im Wettkampfsport schwierig ein Kajak von einem Kanu (Canadier) zu unterscheiden. Beide können geschlossen sein. Während jedoch Kajaks immer im Sitzen gefahren werden, kniet man meist beim Wettkampfcanadier. Die Ausnahme besteht im Kanumarathon (in der europäischen und amerikanischen Wettkampfform), und im Kanurennsport (mit aufgestelltem Knie). Beim Playboating und Kanusurfing werden zur besseren Bootkontrolle auch Sattelsitze verwandt. Manche Fahrer verwenden zusätzlich im Boot befestigte Gurte, mit denen sie sich im Boot festschnallen, um auch in extremen Fahrsituationen nicht den Halt im Boot zu verlieren.

Die Hauptmerkmale der Fahreigenschaften sind Schnelligkeit, Wendigkeit und Kippstabilität. Heute kennt man im Kanusport vielfältige Bootsformen / Liste der Bootsklassen und Liste der Sportarten.

Heute werden Kajaks und Canadier vor allem aus GFK, PE, PVC und Aluminium gefertigt jedoch nur noch selten aus Holz oder gar als lederbespannte Spantenkonstruktion aus Weide, Schilf oder gar Knochen.

Kanu 01 KMJ.jpg

Siehe auch


Weblinks


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