Der Kanton Zug (fra. Zoug, ita. Zugo, rom. Zug, lat. Tugium) ist ein Kanton im Zentrum der Schweiz.
Geographie
Karte Lage Kanton Zug.png
Zug liegt in der
Zentralschweiz zwischen den Kantonen
Zürich,
Schwyz,
Luzern und
Aargau im Übergangsgebiet zwischen den
Voralpen und der Hochebene. Die an der Schwyzer Grenze gelegenen höheren Berge, wie
Rossberg (1582 m),
Kaiserstock (1417 m),
Morgarten (1236 m) und Höhrohnen (1232 m), werden in Richtung Nordwestern durch Vorberge abgelöst. Die Vorberge, zu denen unter anderem der
Zugerberg (991 m) und
Gubel (ca. 1000 m) gehören, gehen in die
Ebene über. Der Hauptfluss des Kantons ist die
Lorze, die dem voralpinen
Ägerisee entspringt und zwischen
Zug und
Cham in den
Zugersee mündet. Von dort fliesst sie weiter in die
Reuss, die, wie an der Nordostgrenze die
Sihl, den Kanton bloss streift.
Regierung
Legislative
Die Legislative bildet der in den Gemeinden nach dem
Proporzverfahren gewählte Kantonsrat.
Sitzverteilung nach den Wahlen 2002:
- CVP: 25 Sitze
- FDP: 20 Sitze
- SVP: 18 Sitze
- SP: 9 Sitze
- Alternative Fraktion (AF): 8 Sitze
Exekutive
Die Exekutive bildet ein ebenfalls im Proporzverfahren (eine Ausnahme in der Schweiz) gewählter 7-köpfiger Regierungsrat, der gleichzeitig mit dem Kantonsrat alle vier Jahre gewählt wird. Er besteht nach der letzten Wahl am 27. Oktober 2002 aus folgenden Vertretern der einzelnen Parteien: 2 CVP, 2 FDP, 1 SVP, 1 SP und einem Mitglied der SGA (Alternative).
Vertreter in der Bundesversammlung
Der Kanton Zug hat drei Nationalräte:
und zwei Ständeräte:
Wirtschaft
Roche Diagnostics hat hier ein Entwicklungszentrum für Laborgeräte, und Zug ist der Sitz des schweizerischen
Vertriebs von Roche Diagnostics. Des Weiteren haben sich im Kanton Zug zahlreiche internationale Handelsunternehmungen niedergelassen, die vor allem mit Rohstoffen handeln.
Steuern
Viele Domizilfirmen und
Holdings haben ihren Sitz im Kanton Zug, da die Unternehmungsbesteuerung auf einem im internationalen Vergleich sehr tiefen Niveau ist. Aber auch viele Unternehmungen, die der ordentlichen Besteuerungen unterliegen haben hier Fuss gefasst.
Domizilfirmen sind gemäss den Bestimmungen der kantonalen Steuerverwaltung „Unternehmungen, die in der Schweiz nur eine Verwaltungstätigkeit, aber keine Geschäftstätigkeit ausüben“. Sie dürfen in der Schweiz weder eigenes Personal beschäftigen noch Büros unterhalten. Unter dem alten Steuergesetz (vor 2001) wurden die Gewinne von Domizilgesellschaften gar nicht und das Kapital nur reduziert besteuert. Mit dem neuen Steuergesetz, gültig ab dem 1. Januar 2001, werden die Gewinne mit 4 % auf den ersten 100'000 SFr. und für den 100'000 SFr. übersteigenden Gewinn wird mit 7 % besteuert. Die Kapitalsteuer beträgt 0.075 ‰ des zu versteuernden Eigenkapitals, mindestens jedoch 150 SFr. multipliziert mit dem geltenden Steuerfuss (siehe § 75 Abs. 1 StG). Eine Besonderheit der Domizilfirmen ist, dass Erträge die im Ausland erzielt worden sind, zum Beispiel Dividenden von ausländischen Firmen oder Honorarerträge, steuerfrei sind. Erträge aus Beteiligungen sind für alle Besteuerungsarten steuerfrei. Oft sieht man bei Domizilfirmen auch die Fifty-Fifty-Regel. Diese wurde aber per 1. Juli 2005 abgeschafft. Für bestehende Gesellschaften (gegründet vor 1. Juli 2005) gilt eine Übergangsfrist bis 2009. Bis dahin wird diese Regel weiterhin akzeptiert.
Verkehr, Tourismus
Die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) betreiben ein Netz von Linienbussen, das sich über den ganzen Kanton erstreckt. Durch die Stadt Zug verlaufen die Eisenbahn-Hauptachsen Zürich – Arth-Goldau und Zürich – Luzern.
Am Ägerisee befindet sich bei Morgarten das Morgarten-Denkmal, das an die Schlacht am Morgarten vom 15. November 1315 erinnert.
Geschichte
Vor rund 4000 Jahren finden sich erste Spuren von bäuerlichen Gesellschaften am Ufer des Zugersees. Erstmals erwähnt wird
858 der Königshof Cham in einer Schenkungsurkunde. Um
1300 wird die
Stadt Zug wichtiger Umschlagplatz auf der Säumer-Route über den
Gotthard. Am Ostufer des
Ägerisees fand
1315 die
Schlacht bei Morgarten statt, aus der die Eidgenossen siegreich hervorgingen. Bis
1814 gehörte Zug dem
Bistum Konstanz an. Nach der Auflösung des Bistums Konstanz gehört Zug seit
1828 zum neuorganisierten
Bistum Basel.
Der 27. September 2001 war der bisher dunkelste Tag der Zuger Geschichte: Auf das Zuger Parlament in Zug wurde ein Terroranschlag (das Zuger Attentat) verübt, wobei drei Regierungsräte und elf Kantonsräte getötet und etliche weitere Politiker verletzt wurden.
Städte und Orte
Karte Gemeinden des Kantons Zug.png
Der Kanton Zug hat 11 Gemeinden (Einwohnerzahlen am 1. Januar 2005):
Siehe auch:
Gemeinden des Kantons Zug
Literatur
- Direktion für Bildung und Kultur des Kantons Zug (Hrsg.): ZG - Ein Heimatbuch. Balmer Verlag, Zug 1999. ISBN 3-85548-052-4
- Sibylle Omlin, Christian Raschle, Sonja Stauffer, Josef Wüest: Zug - Stadt und Kanton. Balmer Verlag, Zug 2002. ISBN 3-85548-048-6
- Eugen Gruber: Geschichte des Kantons Zug. Francke, Bern 1968.
- Eugen Gruber: Grundfragen zugerischer Geschichte. Buchdruckerei Dossenbach, Baar 1952.
- Eugen Gruber: Geschichtliche Tatsachen aus den mittelalterlichen Urkunden und Dokumenten von Stadt und Land Zug. Zürcher, Zug 1951
Weblinks
Kanton (Schweiz) | Zug (Kanton)
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