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Der Kanton Zürich ist ein Kanton im Nordosten der Schweiz.

Deutsch: Zürich; Französisch: Zurich; Italienisch: Zurigo; Rätoromanisch: Turitg; Englisch: Zurich; Lateinisch: Turicum; Schweizerdeutsch: Züri; amtlich: Eidgenössischer Stand Zürich

Die inoffizielle Hymne ist der Sechseläutenmarsch.

Geographie


Karte Lage Kanton Zürich.png Der Kanton Zürich liegt grösstenteils im schweizerischen Mittelland und grenzt im Norden an den Kanton Schaffhausen und Deutschland, im Westen an den Kanton Aargau, im Süden an die Kantone Zug und Schwyz, und im Osten an die Kantone Thurgau und St. Gallen. Östlich des Kantons Zürich beginnt die Ostschweiz.

Gewässer

Die wichtigsten Gewässer sind der Zürichsee und die Limmat, die in Zürich den Zürichsee verlässt, um sich dann später im Kanton Aargau mit der Reuss und mit der Aare zu vereinigen und bei Koblenz schliesslich mit dem Rhein. Der Pfäffikersee und der Greifensee sind bedeutend kleiner. Die Glatt entwässert das Glatttal, wo diese beiden Seen auch liegen, und das Zürcher Oberland und fliesst nahe von Glattfelden im Zürcher Unterland in den Rhein. Die Töss ist ebenfalls ein Bergfluss, der im Zürcher Oberland entspringt und bei der Tössegg in den Rhein mündet. Auch die Thur fliesst auf den letzten wenigen Kilometern durch den Kanton Zürich. Der Rhein bildet die Kantonsgrenze zum Kanton Schaffhausen im Norden und stellenweise auch die Staatsgrenze der Schweiz zu Deutschland.

Bis zum Bau der Eisenbahn waren die Flüsse und Seen die Hauptverkehrsadern der Schweiz, vor allem für den Warentransport. Und die kleinen, aber wasserreichen Bergflüsse und Bäche des Zürcher Oberlandes bildeten mit ihrer Wasserkraft vor zwei Jahrhunderten auch den Anfang der Schweizer Industrie.

Berge

Höchster Berg des Kantons ist das Schnebelhorn auf 1293 m ü. M. Weitere bekannte Ausflugsgipfel im Zürcher Oberland sind der Bachtel und das Hörnli.

Bevölkerung


Sprachen

Amtssprache des Kantons ist Deutsch und seit der Annahme der neuen Zürcher Verfassung am 27. Februar 2005 ist ausdrücklich erwähnt, dass die Gebärdensprache auch zu den Sprachfreiheiten gehört.

Umgangssprache im Kanton Zürich ist Schweizerdeutsch respektive seine lokale Varietät, das Züridütsch.

Religionen - Konfessionen

Der Kanton Zürich gehört zu den traditionell reformierten Kantonen, da die Stadt Zürich unter Zwinglis Führung die Reformation angenommen und in ihrem ganzen Untertanengebiet durchgesetzt hat. Historische Ausnahmen sind das katholische Dietikon und das paritätische Klosterdorf Rheinau (erst 1803 als Ersatz für den Verlust von Stein am Rhein und Dörflingen zugeteilt).

Infolge starker Zuwanderung (Zürich als Wirtschaftszentrum) und zunehmender Konfessionslosigkeit ist der Kanton heute multireligiös; keine der Gemeinschaften verfügt mehr über eine absolute Mehrheit. Öffentlich-rechtlich anerkannt sind die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich, die römisch-katholische Körperschaft und die christkatholischen (altkatholischen) Kirchgemeinden.

Verfassung


Ein vom Volk gewählter Verfassungsrat hat zwischen 2000 und 2004 eine neue Verfassung erarbeitet, welche die seit 1869 geltende und seither vielfach geänderte Kantonsverfassung ablösen sollte. Der Entwurf wurde in einer Volksabstimmung am 27. Februar 2005 von den Stimmberechtigten mit deutlicher Mehrheit angenommen. Die neue Verfassung trat am 1. Januar 2006 in Kraft.

Legislative

Gesetzgebende Behörde ist der Kantonsrat, der 180 fest auf vier Jahre vom Volk im Proporzverfahren (Verhältniswahlrecht) gewählte Mitglieder zählt.

Dazu hat das Volk selbst direkten Anteil an der Gesetzgebung, indem ihm das Referendums- und das Initiativrecht zukommt. Obligatorische Volksabstimmungen finden bei allen Verfassungsänderungen statt, fakultative Volksabstimmungen bei Gesetzesänderungen, wenn dies von mindestens 3'000 Stimmberechtigten verlangt wird. Volksinitiativen betreffend Änderung der Verfassung oder eines Gesetztes bedürfen der Unterstützung von mindestens 6'000 Stimmberechtigten; sie unterliegen auch dann der Volksabstimmung, wenn sie vom Kantonsrat abgelehnt werden. Zürcherisches Unikum ist die Einzelinitiative: eine einzelne Person kann dem Kantonsrat eine Gesetzes- oder Verfassungsänderung beantragen, und diese ist der Volksabstimmung zu unterbreiten, wenn sie von einer Mehrheit des Kantonsrates unterstützt wird. Für die Behördeninitiative (zum Beispiel von einem Gemeindeparlament ausgehend) gilt das Entsprechende wie für die Einzelinitiative.

Der Kantonsrat ist seit 2003 folgendermassen zusammengesetzt (in Klammern die Resultate von 1999):

  • SVP: 61 (60) Mitglieder
  • SP: 53 (43) Mitglieder
  • FDP: 29 (35) Mitglieder
  • Grüne: 14 (11) Mitglieder (Parteispaltung 2004: Grüne 12 Mitglieder, Grünliberale 2 Mitglieder)
  • CVP: 12 (13) Mitglieder
  • EVP: 9 (9) Mitglieder
  • SD: 1 (2) Mitglieder
  • EDU: 1 (1) Mitglied

Exekutive

Die oberste leitende und vollziehende Behörde des Kantons ist der Regierungsrat. Er setzt sich aus sieben gleichberechtigten Mitgliedern zusammen, wird vom Volk im Majorzverfahren (Mehrheitswahlrecht) fest auf vier Jahre gewählt und vom alljährlich wechselnden Regierungspräsidenten geleitet.

Die amtierenden Regierungräte sind (Stand 2006):

Der Kanton Zürich ist somit zur Zeit der einzige Kanton, in dem die Frauen in der Regierung die Mehrheit besitzen.

Siehe auch: Liste der Präsidenten des Regierungsrates des Kantons Zürich

Judikative

Oberste Gerichte sind das Kassationsgericht (in Zivil- und Strafsachen), das Verwaltungsgericht (öffentliches Recht), das Sozialversicherungsgericht und das Obergericht. Dem Obergericht sind das Handelsgericht und das Geschworenengericht (für Gewaltdelikte) angegliedert sowie die Bezirksgerichte, Einzelrichter, Mietgerichte und (in Winterthur und Zürich) die Arbeitsgerichte unterstellt. Auf kommunaler Ebene gibt es die Friedensrichter. Daneben besteht noch ein Landwirtschaftsgericht, das jedoch in der Praxis keine grosse Bedeutung hat.

Das Bezirksgericht Zürich ist mit seinen rund 400 Mitarbeitern das grösste Gericht im Kanton Zürich.

Parteiensystem

Im Kanton Zürich gibt es die üblichen in der Schweiz agierenden Parteien. Früher hatte vor allem die FDP eine bestimmende Position, verlor diese in den letzten Jahren aber zusehends und musste ihre Rolle als grösste Kantonsratsfraktion an die SVP abtreten. In den Landgemeinden ist die SVP und in der Stadt die SP überdurchschnittlich stark. Viertstärkste Partei sind die Grünen, nur eine Aussenseiterrolle spielt die eidgenössisch einflussreichere CVP.

Parteistärken Nationalratswahlen
Partei Wahlen 2003 Wahlen 1999
SVP 33.39 32.48
SP 25.66 25.63
FDP 16.24 17.82
Grüne 8.47 4.14
CVP 5.43 5.12
EVP 4.11 3.44
AL 2.17 2.01
EDU 2.06 1.76
FF 0.92 1.95
SD 0.87 1.55
übrige 0.49 3.12
EPS 0.10 0.18
FPS 0.09 0.82

Gemeinden und Bezirke

Der Kanton Zürich zählt 171 politische Gemeinden, welche die Träger der lokalen Selbstverwaltung sind; so kommt zum Beispiel jeder einzelnen das Recht zu, den kommunalen Steuerfuss selbst festzusetzen.
siehe: Gemeinden des Kantons Zürich

Weitere Gemeindearten sind die Schulgemeinden, die aber zunehmend in die politischen Gemeinden integriert werden, die Zivilgemeinden, deren es nur noch vereinzelte gibt, und die evangelisch-reformierten und römisch- sowie christkatholischen Kirchgemeinden.

Jede Gemeinde gehört zu einem der 12 Bezirke (siehe unten), welche die dezentralen Einheiten der Kantonsverwaltung und somit ohne eigene Autonomie sind.

Wirtschaft


Der Kanton Zürich ist die wirtschaftlich stärkste Region der Schweiz. Um die Stadt Zürich hat sich eine Agglomeration mit über einer Million Einwohnern herausgebildet, die bereits über die Kantonsgrenzen hinausreicht.
Besonders ausgeprägt ist der Finanzplatz mit national und international tätigen Banken und Versicherungen, wo Zürich mit London und Frankfurt am Main konkurrieren kann. Zürich ist neben München ein weltweit führendes Zentrum für die Rückversicherung. Überdies ist Zürich ein beliebter Kongressort.

Verkehr

Der Kanton Zürich wird von einem dichten nationalen und regionalen Eisenbahnnetz sowie von nach Osten, Westen, Norden und Süden führenden Autobahnen durchzogen. Bei Kloten liegt der internationale Flughafen Zürich, der auch die Funktion eines Hubs erfüllt.

Während der internationale Anschluss der Eisenbahn (besonders nach München und Stuttgart) zu wünschen übrig lässt, verfügt der Kanton dank des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) über ein ausgezeichnetes Nahverkehrsnetz für den Agglomerationsverkehr, das weiter ausgebaut wird.

Ansässige Unternehmen


-

Ausbildungsstätten



-

Spezielle Einrichtungen und Forschung



-

Geschichte


Siehe Geschichte des Kantons Zürich.

Politik


Politisch nimmt der Kanton Zürich verschiedentlich eine Vorreiterrolle ein, zum Beispiel bei der Förderung des öffentlichen Verkehrs, in der Steuergesetzgebung, beim Umbau des Bildungswesens, bei Rechten für homosexuelle Paare und der Reform des Beamtenrechts (Abschaffung des Beamtenstatus); in anderen Bereichen wie der Vereinfachung der Verwaltungsgliederung hinkt er hinter anderen Kantonen wie Bern und St. Gallen nach. In die Jahrzehnte lang konstante Parteienlandschaft mit ihrer traditionellen Dominanz des Freisinns beziehungsweise der Freisinnig-demokratischen Partei (FDP) - die nur vorübergehend in zwei selbständige Parteien geteilt war - kommt im ausgehenden 20. Jahrhundert Bewegung: Im Zusammenhang mit der schwieriger gewordenen wirtschaftlichen Lage wird diese Vorherrschaft von der rechtsbürgerlich-konservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) gebrochen, deren Erfolg sich in der Folgezeit auf die ganze Schweiz ausdehnt. Auf der linken Seite erstarkt zugleich die Sozialdemokratische Partei (SP), womit diejenige Partei, die die Politik des Kantons Zürich so lange geprägt hat, zerrieben zu werden droht.

Städte


Karte_Kanton_Zürich.png
Gemeinde Stand: 31. Dez. 2005
Zürich 343'157 Einwohner
Winterthur 92'963 Einwohner
Uster 29'730 Einwohner
Dübendorf 22'562 Einwohner
Dietikon 22'104 Einwohner
Wetzikon (ZH) 19'313 Einwohner
Wädenswil 19'298 Einwohner
Horgen 17'812 Einwohner
Kloten 16'949 Einwohner
Thalwil 16'281 Einwohner
Adliswil 15'623 Einwohner
Regensdorf 15'425 Einwohner
Volketswil 15'097 Einwohner
Illnau-Effretikon 15'021 Einwohner
Bülach 14'815 Einwohner
Schlieren 13'211 Einwohner
Küsnacht (ZH) 12'869 Einwohner
Opfikon 12'779 Einwohner
Stäfa 12'721 Einwohner
Wallisellen 12'367 Einwohner
Zollikon 11'770 Einwohner
Meilen 11'767 Einwohner
Richterswil 11'359 Einwohner
Rüti (ZH) 11'347 Einwohner
Affoltern am Albis 10'133 Einwohner
Von den 171 politischen Gemeinden des Kantons Zürich haben 25 Gemeinden die geographisch-statistische Stadtgrösse von mehr als 10'000 Einwohnern, basierend auf dem zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff mit Stand vom 31. Dezember 2005.

Bezirke


Karte_Kanton_Zürich_Bezirke.png
Bezirk Einwohner
(Dez. 2005)
Fläche
in km²
Hauptort BFS-Nr
Zürich 343'157 91.88 Zürich 0112
Affoltern 43'926 113.01 Affoltern am Albis 0101
Andelfingen 27'756 166.64 Andelfingen 0102
Bülach 117'845 185.19 Bülach 0103
Dielsdorf 72'768 152.73 Dielsdorf 0104
Dietikon 74'415 60.06 Dietikon 0111
Hinwil 80'565 179.53 Hinwil 0105
Horgen 108'727 104.16 Horgen 0106
Meilen 91'203 84.64 Meilen 0107
Pfäffikon 52'110 163.55 Pfäffikon 0108
Uster 110'287 112.35 Uster 0109
Winterthur 141'382 251.25 Winterthur 0110
Total (12) 1'264'141 1664.99

Literatur


  • Boris Schneider (Hrsg.): Der Kanton Zürich. Lehrmittelverlag des Kantons Zürich (7. Auflage), Zürich 2004, ISBN 3-906718-26-3

Weblinks


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