Der Kanton Uri ist ein Kanton in der Zentralschweiz.
Geographie
Der Kanton Uri liegt in der Zentralschweiz zwischen dem
Vierwaldstättersee im Norden und dem
Gotthard im Süden. Uri ist einer der drei
Urkantone (Gründungsmitglieder) der
Eidgenossenschaft. Die anderen beiden sind:
Schwyz und
Unterwalden.
Uri grenzt an die Kantone Graubünden (SO), Tessin (S), Wallis (SW), Bern (W), Obwalden (W), Nidwalden (W), Schwyz (N) und Glarus (NO).
Der Kanton besteht aus 20 selbstständigen Gemeinden. Amtssprache ist Deutsch.
Der Fläche nach rangiert der Kanton auf Platz 11, der Einwohnerzahl nach auf Platz 23 unter den insgesamt 26 Schweizer Kantonen.
Karte Lage Kanton Uri.png
Bevölkerung
Sprachen
Die im Kanton Uri gesprochenen deutschen
Mundarten gehören dem
Höchstalemannischen an. Die Einwohner des Kantons nennt man Urner.
Religionen - Konfessionen
Es dominiert nach wie vor die römisch-katholische Konfession. Es ist aber auch die evangelisch-reformierte Konfession verbreitet.
Verfassung und Politik
Die Kantonsverfassung
[Kantonsverfassung] datiert von
1984 (mit Änderungen).
Legislative
Gesetzgebende Behörde ist der
Landrat, der vom Volk gemäss Verhältniswahlrecht auf vier Jahre gewählt wird und 64 Mitglieder umfasst.
Verfassungs- und Gesetzesänderungen unterliegen obligatorisch der Volksabstimmung. Gegen Landratsverordnungen können 300 Wahlberechtigte das Referendum ergreifen und sie somit der Volksabstimmung zuführen. Mittels Volksinitiative können 300 Wahlberechtigte auch den Erlass, die Änderung oder die Aufhebung von Verfassungs-, Gesetzes- oder Verordnungsbestimmungen vorschlagen, welche darauf der Volksabstimmung zu unterbreiten sind. Mittels Volksinitiative kann auch die Abberufung einer Behörde verlangt werden.
Im Folgenden die Sitzzahl nach den Wahlen von 2004 (in Klammer die Resultate von 2000 und 1996):
- CVP: 29 (30 - 37) Mitglieder
- FDP: 14 (20 - 19) Mitglieder
- SP und Grüne: 10 (10 - 8) Mitglieder
- SVP: 9 (4 - 0) Mitglieder
Bundesversammlung: Uri entsendet wie jeder Vollkanton zwei Abgeordnete in den
Ständerat und aufgrund seiner Einwohnerzahl einen Vertreter in den
Nationalrat.
Exekutive
Vollziehende Behörde ist der sieben Mitglieder zählende
Regierungsrat, der direkt vom Volk gemäss Mehrheitswahlrecht für vier Jahre gewählt wird. Der/die Vorsitzende heisst
Landammann, sein/e Stellvertreter/in Landesstatthalter und wird jeweils auf zwei Jahre gewählt.
Dem Regierungsrat gehören aktuell an:
- Markus Stadler (parteilos) (Landammann) Finanzdirektion
- Isidor Baumann (CVP) (Landesstatthalter) Volkswirtschaftsdirektion
- Josef Arnold (CVP) Bildungs- und Kulturdirektion
- Heidi Z'graggen (CVP) Justizdirektion
- Josef Dittli (FDP) Sicherheitsdirektion
- Markus Züst (SP) Baudirektion
- Stefan Fryberg (FDP) Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion
Die aktuelle Legislatur begann am 1. Juni 2004 und endet am 31. Mai 2008.
Judikative
Uri hat ein Obergericht für den ganzen Kanton, diesem untergeordnet zwei Landgerichte (für das Reusstal und das Urserntal).
Parteiensystem
Gemeinden
Uri kennt Einwohnergemeinden (politische Gemeinden), Kirchgemeinden und Korporationsbürgergemeinden. Die Einwohnergemeinde ist die Trägerin der lokalen Selbstverwaltung. Die Korporationen sind in der Korporation Uri und in der Korporation Ursern organisiert. Die Korporationen sind die grössten Landeigentümer des Kantons.
Für die Einwohnergemeinden siehe auch: Gemeinden des Kantons Uri
Wirtschaft
Am schweizerischen Volkseinkommen ist Uri zu 0.4% beteiligt, seine Finanzkraft liegt nur etwa bei zwei Dritteln des Schweizer Durchschnitts. Da der Kanton Uri hohe Kosten für die Infrastruktur (Autobahn, Gotthardtunnel, fünf Passstrassen, usw.) tragen muss, ist er auf die finanzielle Unterstützung anderer Kantone angewiesen, welche diese Kosten teilweise mitfinanzieren. Trotzdem weist der Kanton Uri im schweizerischen Durchschnitt eine der grössten
Steuerbelastungen aus. Im Jahr
2004 lag der Steuerfuss bei 105%. Ab
2005 wird der Steuerfuss, dank einer Sonderausschüttung der
Urner Kantonalbank auf 100% gesenkt. Dies soll sich ab 2008 ändern, wenn die
NFA (kurz für: Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung) eingeführt werden soll. Dann soll der Steuerfuss auch ohne Sonderausschüttung auf diesem Niveau dauerhaft gehalten werden können.
Tourismus
Uri erlebt einen eher sanften Tourismus, da die Infrastrukturen für Massentourismus weitgehend fehlen. Mit Andermatt, der Heimat des Olympiasiegers und Weltmeisters
Bernhard Russi, kennt der Kanton Uri aber einen Skiort der ersten Stunde.
Insgesamt zählt der Kanton Uri rund 100 Hotelbetriebe, welche jährlich 220'000 Logiernächte (2005) generieren (Quelle: BFS 2006). Zudem weist der Kanton eine sehr hohe Seilbahndichte auf, rund 48 Bergbahnen bringen Touristen wie Einheimische in die Höhe.
Der ägyptische Financier Samih Sawiris plant bei Andermatt ein grosses Touristenresort, mit etlichen Hotels sowie einem Golfplatz mit 18 Löchern. Andermatt liegt etwa in der Mitte zwischen Zürich und Mailand und ist darum als Massentouristenort geeignet.
Das Urserental mit Andermatt, Hospental und Realp gilt als eigentliches Skisportparadies für Familien, Ski- und Snowboardfreaks. Zur Sommerszeit ist der Kanton Uri ein Paradies für Bikerinnen und Biker sowie für Wanderfreunde, Alpinistinnen und Alpinisten.
Verkehr
Der Verkehr ist seit Jahrhunderten ein treuer, wenn auch nicht immer gern gesehener, Begleiter des Kantons Uri. Der
Gotthardpass als kürzester Nord-Süd-Übergang der Alpen hat seit Jahrhunderten eine grosse Anziehungskraft auf die Menschen dies- und jenseits des Alpenbogens ausgeübt. 1882 wurde der Gotthard-Eisenbahntunnel eröffnet. 1980 folgte der Gotthard-Autobahntunnel. Derzeit wird die grösste Flachbahn der Gegenwart gebaut, die
Neue Eisenbahn-Alpentransversale (Neat). Mit rund 57 Kilometern wird am längsten Eisenbahntunnel der Welt bis 2015 gebaut, ehe die Flachbahn durch die Alpen eröffnet werden kann. Seit
2002 wird von
Amsteg aus mittels eines Zwischenangriffs Richtung Süden gebohrt,
2005 wurde mit den Arbeiten für den letzten Abschnitt zwischen
Erstfeld und
Amsteg begonnen, welcher das Tunnel-Nordportal sowie eine Verzweigung im Berginnern für die allfällige
Bergvariante, einer Verlängerung des Tunnels Richtung Norden bis nach Altdorf zur Schonung der bevölkerungsdichten Gegend, beinhaltet.
Bildung
Geschichte
Siehe Geschichte des Kantons Uri.
Städte und Orte
Karte Gemeinden des Kantons Uri.png
Im Kanton Uri gibt es keine Städte (Gemeinden mit mehr als 10'000 Einwohnern). Die gesamte ständige Wohnbevölkerung betrug am Jahresende 2004 35'121 Einwohner. Nachfolgend aufgelistet sind Gemeinden über 1000 Einwohner:
- Altdorf (UR), 8'635 (2004) resp. 8'648 (2002)Einwohner
- Schattdorf, 4'821 (2004) resp. 4'883 Einwohner (2002)
- Bürglen (UR), 3'968 (2004) resp. 3'979 (2002) Einwohner
- Erstfeld, 3'789 (2004) resp. 3'872 (2002) Einwohner
- Silenen, 2'246 (2004) resp. 2'180 (2002)Einwohner
- Flüelen, 1'839 (2004) resp. 1'834 (2002) Einwohner
- Seedorf (UR), 1'585 (2004) resp. 1'525 (2002) Einwohner
- Attinghausen, 1'535 (2004) resp. 1'509 (2002) Einwohner
- Andermatt, 1'306 (2004) resp. 1'312 (2002) Einwohner
siehe auch:
Gemeinden des Kantons Uri
Bezirke mit Hauptort
Der Kanton Uri ist nicht in Bezirke aufgeteilt.
Bilder
Weblinks
Quellen
Kanton (Schweiz) | Uri (Kanton)
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