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Der Kanton Solothurn (französisch Soleure, italienisch Soletta, rätoromanisch Soloturn) liegt im Nordwesten der Schweiz. Hauptort ist Solothurn.

Geographie


Lage

Solothurn liegt im Mittelland und Jura zwischen den Kantonen Bern, Baselland, Aargau und Jura und dem Elsass. Es gibt keinen Kanton, der so verzweigt ist wie der Kanton Solothurn. Die Verzweigungen reichen bis Dornach nahe Basel, weit ins Berner Gebiet hinein, gehen östlich bis nach Aarau. Die Exklaven Kleinlützel und Hofstetten/Mariastein grenzen an Frankreich (Elsass), die Exklave Steinhof liegt im Kanton Bern.

Karte Lage Kanton Solothurn.png

Gliederung

Karte_Kanton_Solothurn_Bezirke.png Der Kanton Solothurn ist in 10 Bezirke unterteilt:
  • Bucheggberg (ländlich-protestantisch, nahe dem Kanton Bern)
  • Dorneck (Teil der Agglomeration Basel)
  • Gäu (mehrheitlich konservativ-ländlicher Bezirk, viele Logistikbetriebe an A1 und A2)
  • Gösgen (ehemaliger Industriebezirk, an der Grenze zum Kanton Aargau)
  • Lebern (die Stadt und Umgebung Grenchen, ein Teil der Umgebung der Stadt Solothurn und einige ländliche Juragemeinden)
  • Olten (Stadt und Umgebung von Olten)
  • Solothurn (nur die Stadt Solothurn)
  • Thal (ländlich-katholisches Juratal)
  • Thierstein (der ländlichere, konservativere Teil des Schwarzbubenlandes in der Region Basel)
  • Wasseramt (ehemalige Industriestandorte sowie ländlichere Gemeinden)

Je zwei Bezirke bilden eine Amtei.

Städte

Die grössten Städte sind:

Siehe auch: Gemeinden des Kantons Solothurn

Bevölkerung


Sprachen

Amtssprache des Kantons ist Deutsch. Kinder lernen ab dem 5. Schuljahr Französisch. Ab Sekundarstufe (7. Schuljahr) ist eine zweite Fremdsprache Pflichtfach: Englisch oder Italienisch.

Religionen/Konfessionen

Der Kanton Solothurn ist traditionell katholisch geprägt, mit Ausnahme des Bezirks Bucheggberg, der reformiert ist. Reformierte Gläubige des Kantons gehören den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn an.

Infolge der Binnenwanderung sind die Reformierten heute allerdings auch in den Bezirken Solothurn, Lebern, Wasseramt, Olten und Gösgen, teilweise auch in Dorneck stark vertreten, die alle an eine überwiegend reformierte ausserkantonale Nachbarschaft grenzen. Nach wie vor überwiegend katholisch sind der Solothurner Jura und das Solothurnische Gäu.

Laut der Volkszählung von 2000 waren 43,49 Prozent der Bevölkerung katholisch, 31,22 Prozent reformiert. 1,46 Prozent waren christlich-orthodox, 0,77 Prozent christkatholisch und 0,27 Prozent gehörten anderen christlichen Gemeinschaften an. 5,39 Prozent bezeichneten sich als muslimisch. Neben 0,88 Prozent Angehörigen anderer Religionen lebten 13,61 Prozent Konfessionslose im Kanton.

Politik


Kantonsverfassung

Die de:Verfassung des Kantons Solothurn datiert von 1986 (mit seitherigen Änderungen).

Verfassungsänderungen unterliegen zwingend der Volksabstimmung; Gesetze dann, wenn dies von 1500 Wahlberechtigten oder fünf Einwohnergemeinden verlangt wird (bis 1998: obligatorisches Gesetzesreferendum). 3000 Wahlberechtigte können überdies selbst eine Verfassungs- oder Gesetzesänderung oder den Erlass einer neuen Bestimmung vorschlagen (Volksinitiative); ob ein solcher Vorschlag in Kraft gesetzt werden soll, wird an einer Volksabstimmung entschieden. 100 Wahlberechtigte können zuhanden des Parlaments eine Motion einreichen (Volksmotion).

Legislative

Die gesetzgebende Behörde (Parlament) ist der Kantonsrat mit 100 Mitgliedern (bis 2005: 144 Mitglieder). Er wird vom Volk auf vier Jahre gewählt. Wahlkreise sind die Amteien (bis 2005: die Bezirke). Das Volk hat das Recht, mittels Volksabstimmung den Kantonsrat vorzeitig abzuberufen; ein dahingehendes Begehren muss von 6000 Wahlberechtigten gestellt werden.

Bei den Wahlen zum Kantonsrat erhielten die Parteien folgende Sitzzahlen:

Partei 1997 2001 2005*
Freisinnig-Demokratische Partei FDP 52 51 30
Sozialdemokratische Partei der Schweiz SP 37 37 25
Christlichdemokratische Volkspartei CVP 36 32 23
Schweizerische Volkspartei SVP 7 19** 17
Jungliberale (Jugendorgansation der FDP) 2 3** 0
Grüne Partei der Schweiz 6 1 4
Evangelische Volkspartei EVP 0 1** 1
Freiheits-Partei der Schweiz FPS 4 0 0

* Die Anzahl der Sitze wurde 2005 von 144 auf 100 verkleinert.
** Die SVP erreichte bei den Wahlen im Jahr 2001 21 Sitze, je ein Mitglied trat aber im Laufe der Legislatur zu den Jungliberalen und zur EVP über.

Exekutive

Der Solothurner Regierungsrat hat fünf Mitglieder, die vom Volk in einer Majorzwahl auf vier Jahre gewählt werden. Das Präsidium hat der Landammann inne, den der Regierungsrat jährlich aus seiner Mitte wählt. Das Volk hat das Recht, den Regierungsrat mittels Volksabstimmung vorzeitig abzuberufen; ein dahingehendes Begehren muss von 6000 Wahlberechtigten gestellt werden.

Aktuell gehören folgende Personen dem Regierungsrat an:

Judikative

Oberste kantonale Gerichte sind das Obergericht des Kantons Solothurn und das praktisch bedeutungslose Kassationsgericht. Das Obergericht ist in erster Linie Rechtsmittelinstanz für die erstinstanzlichen Entscheide der Gerichtspräsidenten, der Amts-, Jugend- und Arbeitsgerichte. Die Verwaltungsgerichtsbarkeit wird durch das Verwaltungsgericht und das Versicherungsgericht ausgeübt, welche administrativ dem Obergericht angehören. Daneben gibt es Spezialgerichte wie das Steuergericht.

Gemeinden, Bezirke und Amteien

Die der lokalen Selbstverwaltung dienenden Körperschaften sind die Einwohnergemeinden. Änderungen in ihrem Bestand bedürfen der Zustimmung durch die betroffenen Gemeinden und der Genehmigung durch den Kantonsrat. Ihnen kommt auch das Recht zu, Steuern auf Einkommen und Vermögen zu erheben. Daneben existieren die Bürgergemeinden, die alle in der Gemeinde Heimatberechtigten umfassen und das Gemeindebürgerrecht erteilen. Sie können Steuern auf das Einkommen erheben.

Zahl und Umfang der Kirchgemeinden werden durch die römisch-katholische, die evangelisch-reformierte und die christkatholische Kirche festgelegt. Sie können ebenfalls Steuern auf das Einkommen erheben.

Die Amteien sind die dezentralen Verwaltungseinheiten der Kantonsverwaltung und der Gerichtsorganisation und als solche ohne innere Autonomie. Mit dem Amtsgericht ist die Amtei auch die kleinste Stufe der Gerichtsbarkeit des Kantons. Jede Amtei ist in zwei Bezirke geteilt, deren Zuständigkeiten im Vergleich zu denjenigen der Amteien gering sind. Mit der im Jahr 2005 in Kraft getretenen Zusammenlegung der Wahlkreise haben die Bezirke keine politische Bedeutung mehr.

Parteiensystem

Der Kanton Solothurn ist eine traditionelle Hochburg der FDP (im Kanton als "die Gelben" bezeichnet), in den katholischen ländlichen Gebieten ist aber auch die CVP ("die Schwarzen") stark. Die SP ("die Roten") besass ihre Hochburgen vor allem in den ehemaligen Industriestandorten im Wasseramt und im Bezirk Gösgen, verlor jedoch dort in den Achtzigerer- und Neunzigerjahren Stimmen. Seit einiger Zeit befindet sie sich wieder im Aufschwung, die besten Stimmanteile erreicht sie nun in den Städten und deren Umland. Die im Kanton relativ junge SVP tritt vor allem als Protestbewegung in Erscheinung. Die Grünen kandidierten 2001 nur in einem Bezirk und wurden von vielen Beobachtern totgesagt, bei den Wahlen 2005 traten sie aber wieder an und erreichten ein sehr gutes Ergebnis. In den Neunzigerjahren war die rechtspopulistische Freiheits-Partei (FPS) sehr stark, ist aber heute vollständig in der SVP aufgegangen.

Wirtschaft


Durch die verkehrsgünstige Lage haben sich im Raum Olten viele Transport- und Logistikfirmen angesiedelt, so auch das Paketzentrum und das Briefpostzentrum der Schweizerischen Post in Härkingen und das Verteilzentrum der Migros in Neuendorf. In der Region Grenchen finden sich Hersteller weltweit bekannter Uhrenmarken, Feinmechanik und Apparatebau. Das Schwarzbubenland im Norden ist nach Basel ausgerichtet und weist einige Pharmabetriebe auf.

In Däniken befindet sich eines der grössten Schweizer Kernkraftwerke, das KKW Gösgen. An der Aare produzieren zahlreiche Flusskraftwerke Strom.

Verkehr


Der Kantonsteil nördlich des Jura, das Schwarzbubenland, ist durch den Passwang-Pass mit dem übrigen Kantonsgebiet verbunden.

Olten ist der wichtigste Eisenbahnknotenpunkt der Schweiz, die Kreuzung der Schweizer Hauptstrecken BaselBernLötschberg, BaselLuzernGotthard, ZürichBielNeuenburgGenf (Jurasüdfusslinie) und ZürichBernGenf.

Südwestlich von Olten liegt die Autobahnverzweigung Härkingen, wo die Autobahnen A1 Zürich–Bern und A2 Basel–Luzern zusammentreffen und gemeinsam das Kantonsgebiet in Richtung Verzweigung Wiggertal im Kanton Aargau verlassen.

Bildung


Die Schulkinder im Kanton Solothurn besuchen zuerst während sechs Jahren die Primarschule. Danach wechseln sie nach einer Prüfung in die Sekundarstufe, wo sie nach ihren Leistungen in die Bezirksschule (höchstes Niveau), in die Sekundarschule oder in die Oberschule eingeteilt werden. Die Sekundarstufe dauert drei Jahre, danach können die Jugendlichen mit einer Berufslehre beginnen. Kinder mit starken Lernschwächen besuchen die Kleinklasse und dann die Werkklasse. Jugendliche, die eine weiterführende Ausbildung antreten wollen, können entweder nach der 5. Primarklasse oder nach der 2. Bezirksschulklasse an die Kantonsschule wechseln, an der sie in sieben bzw. vier Jahren zur Hochschulreife (Maturität) geführt werden.

Geschichte


Siehe Geschichte des Kantons Solothurn

Siehe auch


Literatur


  • Bücher in Solothurner Mundart von Ernst Burren sind im Zytglogge-Verlag, Bern erschienen. Z.B.: "Chuegloggeglüt". ISBN 3-7296-0254-3
  • Ebenfalls in Solothurner Mundart schreibt Beat Jäggi. "Niemer springt über sy Schatte", Verlag Vogt-Schild/ Habegger. ISBN 3-85723-137-8
  • "Solothurner Sagen": Eine Zusammenstellung aus der reichen Sagenwelt des Kantons ist von Elisabeth Pfluger im Verlag Sauerländer bei Patmos erschienen. ISBN 3-7260-0320-7
  • Erzählungen und Romane aus dem Oltner Kleinstadtalltag schreibt Alex Capus. Z.B. "Eigermönchundjungfrau", DTV. ISBN 3-423-13227-2
  • Von einem Solothurner Original berichtet Franz Walter in "Dr Passwang-Louis" erschienen bei Editions Heuwinkel. ISBN 3-906410-09-9
  • Eine Art Reisebildband vom Solothurner Jura: "Dort oben die Freiheit" von Wolfgang Hafner, erschienen im Rotpunktverlag. ISBN 3-85869-296-4
  • Rolf Max Kully: Solothurnische Ortsnamen. Die Namen des Kantons, der Bezirke und der Gemeinden. Solothurn 2003. ISBN 3-905470-17-9

Weblinks



Kanton (Schweiz) | Solothurn (Kanton)

Kanton Solothurn | Cantó de Solothurn | Canton of Solothurn | Cantón de Soleura | Solothurn | Canton de Soleure | Canton Soletta | Solothurn (kanton) | Solothurn (kanton) | Solura (kanton) | Cantão de Soleura | Chantun Soloturn | Золотурн (кантон) | Solothurn (kanton)

 

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