Der Kanton Sankt Gallen ist ein Kanton im Nordosten der Schweiz.
Der Fläche nach belegt der Kanton Platz 6, der Einwohnerzahl nach Platz 5 unter den insgesamt 26 Schweizer Kantonen.
Der höchste Berg des Kantons ist der Ringelspitz mit 3247 m über Meereshöhe, bekannter dürfte jedoch der Säntis (2502 m.ü.M) sein. Die grössten St. Galler Seen sind der Bodensee, der Zürichsee und der Walensee, die alle allerdings nicht ausschliesslich auf St. Galler Gebiet liegen. Der grösste See ausschliesslich auf St. Galler Gebiet ist daher der Stausee Gigerwaldsee.
Bekannte Flüsse sind der Rhein, die Thur sowie die Sitter.
In den letzten zehn Jahren hat die Kantonsbevölkerung um 4.9 % zugenommen. Die Bevölkerung hat in dieser Zeitperiode vor allem in den Wahlkreisen See-Gaster (8.6%), Werdenberg (8.1%) und Rheintal (7.5%) zugenommen, während sie in den Wahlkreisen Toggenburg (0.0%) und St. Gallen (1.6%) fast gleich blieb.
Von der Gesamtbevölkerung sind 27% unter 20-jährig, 59% 21- bis 65-jährig, 13% 66- bis 90-jährig und 0.4% über 90-jährig.
Bis nach dem Mittelalter wurde in den südlichen Gegenden des Kantons St. Gallen rätoromanisch gesprochen. Aus diesem Grunde sind viele geografische Bezeichnungen (Ortschaften, Weiler, Berge) in dieser Gegend romanischer Herkunft. Die dortigen schweizerdeutschen Dialekte haben heute noch einen romanischen Akzent.
Bei der Volkszählung 2000 gaben 88% der St. Galler an, dass deren Hauptsprache Deutsch ist. Weitere Sprachen: 2.8% slawische Sprachen, 2.3% Italienisch. Andere Sprachen sind weit untervertreten.
52% sind römisch-katholisch, 26% sind evangelisch-reformiert, 6% ohne Konfession, 6% islamisch. Weitere 10% gehören anderen Konfessionen an.
Sitzverteilung im Kantonsrat nach den Wahlen von 2004 (in Klammern 2000 und 1996):
CVP 55 (62 - 66),
SVP 45 (42 - 14),
SP 35 (27 - 34),
FDP 32 (40 - 44),
GP/Unabhängige 10 (6 - 10),
EVP/EDU 2 (2 - 2),
AP/FPS 0 (0 - 10),
Sonstige 1 (1 - 0).
Die 2004/05 amtierenden Regierungräte und ihre jeweiligen Departemente sind:
Die Regierungspräsidentin für 2006/2007 ist Karin Keller-Sutter. Leiter der Staatskanzlei ist Staatssekretär Martin Gehrer (CVP).
Spezialgemeinden sind die Orts- und die Schulgemeinden, die es nicht im ganzen Kanton gibt, ferner die evangelisch-reformierten und römisch-katholischen Kirchgemeinden. Die Aufgaben der früheren Bezirke (siehe unten) wurden in den letzten Jahren zunehmend auf andere Körperschaften übertragen; als Institutionen wurden die Bezirke schliesslich mit der neuen Kantonsverfassung abgeschafft.
Der Kanton St. Gallen bietet 237'000 Arbeitsplätze (inkl. Teilzeit) an, das heisst pro 100 Einwohner im Schnitt 52 Arbeitsplätze.
Der junge Kanton gab sich 1803 und 1814 die ersten Kantonsverfassungen und konnte sich in der nachnapoleonischen Zeit gegenüber territorialen Ansprüchen des ehem. Fürstabts von St. Gallen, Pankraz Forster, einerseits und gegenüber separatistischen Kantonsteilen andererseits behaupten.
In der Verfassung von 1814 wurden aufgrund der konfessionellen Heterogenität des Kantons Angelegenheiten wie Kirchen-, Ehe- und Schulsachen nicht dem Staat, sondern den beiden (katholischen und reformierten) sogenannten "Kantonsteilen" überantwortet, so dass neben dem allgemeinen gesetzgebenden Grossen Rat (heute Kantonsrat) auch ein katholischer und ein reformierter Grosser Rat eingeführt wurde (konfessioneller Dualismus).
1831 wurde eine repräsentativ-demokratische Verfassung eingeführt, die mit dem "Volksveto" bereits erste direkt-demokratische Züge aufwies und das bisherige oligarchische Regime ablöste. 1861 übernahm der Staat nach heftigen Streitigkeiten das bisher kirchliche Schulwesen. Die starke Konfessionalisierung des Kantons prägte St. Gallen aber noch weit bis ins 20. Jahrhundert hinein. 1875 wurde das "Volksveto" durch das fakultative Referendum (Einspracherecht des Volkes gegen Gesetze) ersetzt.
In der neuen Verfassung von 1890 wurden mit der Einführung der Volksinitiative (Recht des Volkes, Gesetze vorzuschlagen), der Erleichterung das Referendums und der Volkswahl des Regierungsrates die Volksrechte modernisiert. Dieses Grundgesetz galt, mit vielen Änderungen, bis zum Erlass der heutigen Verfassung von 2001, welche in erster Linie die zahlreichen verfassungsrechtlichen Neuerungen der vergangenen hundert Jahre zusammenfasste und die Reorganisation des Kantons besiegelte.
Die Revolutionäre in Frankreich übernahmen deren Symbole. Die Helvetische Republik übernahm neben der Trikolore auch das Rutenbündel. Die Nationalfigur Frankreichs, Marianne, wurde jedoch durch Helvetia ersetzt.
Nachdem Napoléon Bonaparte den Kanton St. Gallen gründete, wurde der Rutenbündel übernommen und zeigt heute, unter welchen Umständen der Kanton gegründet wurde. Ursprünglich hatte das St. Galler Rutenbündel acht Stäbe für die acht ehemaligen Bezirke des Kantons, heute sind es symbolisch nur noch fünf Stäbe.
Zu den Kantonsfarben: Grün galt als die Farbe der Freiheit. Dies ist auch in den Wappen der ebenfalls 1803 gegründeten Kantonen Thurgau, Waadt und dem 1815 gegründeten Kanton Neuenburg sichtbar. Weiss diente als Farbe der Unschuld.
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für weitere Gemeinden siehe: Gemeinden des Kantons St. Gallen
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Bis zum 1. Januar 2003 war der Kanton Sankt Gallen in Bezirke aufgeteilt. siehe: Ehemalige Bezirke des Kantons St. Gallen
St. Gallen in anderen Sprachen:
Deutsch: Sankt Gallen; Französisch: Saint- Gall; Italienisch: San Gallo; Bündnerromanisch: Son Gagl/Sogn Gagl; Englisch: Sankt Gallen (manchmal: Saint Gall); Tschechisch: Svatý Havel; Portugiesisch: São Galo; Schweizerdeutsch: Sangallä; Latein: Sangallum; Rumänisch: Sfântul Gall; Japanisch: ザンクト・ガレン
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