Der Kanton Obwalden ist ein Kanton in der Zentralschweiz. Mit dem Halbkanton Nidwalden bildete er Unterwalden, einen der drei Urkantone von 1291.
Deutsch: Obwalden; Französisch: Obwald; Italienisch: Obvaldo; Rätoromanisch: Sursilvania; Englisch: Obwalden (veraltet: Obwald); amtlich auch Unterwalden ob dem Wald.
Karte Gemeinden des Kantons Obwalden.png Der Kanton gliedert sich verwaltungsmässig in sieben Gemeinden (Einwohnerzahl am 31. Dezember 2004):
Amtssprache ist Deutsch.
Obwalden ist einer der kleinsten Kantone der Schweiz. Der Fläche nach belegt der Kanton Platz 19, der Einwohnerzahl nach Platz 25 unter den insgesamt 26 Schweizer Kantonen.
Weiter ist das Volk direkt an der Gesetzgebung beteiligt. Als 1999 die traditionelle Landsgemeinde (jährliche Versammlung der Aktivbürgerschaft und Abstimmung über die Gesetze durch Handerhebung) abgeschafft wurde, mussten als Ersatz neben die schon bestehende Volksinitiative auch das Gesetzesreferendum (Volksabstimmung über ein Gesetz an der Wahlurne) eingeführt werden.
Die Landwirtschaft wird von Familienbetrieben geprägt, die sich auch dem Tourismus geöffnet haben. Eine grosse Tradition haben Fleischproduktion und Käsereien, sowie die Holzwirtschaft. Das unternehmerfreundliche Steuerklima Obwaldens begünstigt den Dienstleistungssektor für Unternehmen und Private. Die zentrale Lage ist allerdings nur innerschweizerisch günstig.
Obwalden war bis zur Ankunft der Alemannen um das Jahr 700 von Kelten und Römern besiedelt. Vom Landfriedensbündnis 1291 bis etwa 1330 regelte es wichtige Angelegenheiten zusammen mit Nidwalden auf gemeinsamen Landsgemeinden, war aber politisch eigenständig. Im 14. Jahrhundert begründete Obwalden eine eigene Landesherrschaft. Auf der Suche nach Absatzmärkten für Vieh und Käse beteiligte es sich 1403 an der "ennetbirgischen Politik" Uris und half an der Eroberung der Leventina mit. Hundert Jahre später wurde der Solddienst für fremde Kriegsherren wirtschaftlich bedeutend. Die wohlhabenden ehemaligen Söldner bestimmten als Inhaber der höheren Ämter für Jahrhunderte die Landespolitik.
Mit den Franzosenkriegen und der Helvetik (1798-1803) verlor Obwalden zwar vorübergehend seine Eigenständigkeit, die Bevölkerung erlangte aber erstmals politische Grundrechte. 1815 schlossen sich das Kloster und die Talgemeinde Engelberg an Obwalden an und bilden seither eine Enklave in Nidwalden.
Um die 1920er Jahre führte eine landwirtschaftliche Krise zu einer gewissen Auswanderung nach Österreich. Mit der Abschaffung der jährlichen Landsgemeinde wurde 1999 die Gesetzgebung durch die Volksabstimmung an der Wahlurne ergänzt.
Kanton (Schweiz) | Obwalden (Kanton)
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