Der Kanton Glarus ist ein Kanton im Osten der Schweiz.
Deutsch: Glarus; Französisch: Glaris; Italienisch: Glarona; Rätoromanisch: Glaruna; Englisch: Glarus .
Der 685 km² grosse Kanton entspricht etwa dem Einzugsgebiet der Linth. Das Sernf- oder Kleintal bietet als einziges Seitental dörflichen Siedlungen Platz. Das Klöntal, das wichtigste westliche Seitental, ist, wie Carl Spitteler rühmt, mit seinem Bergsee «so schön, wie es kein Traum errät».
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Als sichtbarster Eingriff des Menschen zur Zähmung der Natur zeigt sich das imposante Linthwerk, welches das Antlitz der ganzen Region prägt. Die Linthkorrektion wird 1807 als erstes Nationalwerk der Schweiz in Angriff genommen.
Die Linth wird in den Walensee geleitet und ihr Lauf in den Zürichsee kanalisiert. Zuvor floss sie, den Ausfluss des Walensees immer mehr zurück stauend, die Linthebene versumpfend, träge dem Zürichsee zu.
Die Glarner Mundart ist nicht einheitlich, gemeinsam jedoch ist den glarnerischen Idiomen die melodiöse, singende Sprache.
Sehr früh mit den wechselnden Läufen von Industrialisierung und Handel konfrontiert, pflegten und pflegen viele Glarnerinnen und Glarner weltweite, mannigfaltige Beziehungen.
Für die Jahre 2006 bis 2008 ist ist Robert Marti Landammann, d.h. Regierungspräsident, und Pankraz Freitag Landesstatthalter, d.h. stellvertender Regierungspräsident.
Der Kanton Glarus ist der am stärksten industrialisierte Kanton der Schweiz. Von 18.762 Voll- und Teilzeitarbeitsstellen bietet im Jahre 2001 der zweite Sektor deren 7.965 (42,5%) und der dritte Sektor 9.527 (50,7%) an. Im ersten Sektor arbeiten im Jahr 2000 1.270 Personen (6,8%).
Zur Zeit stehen im Glarner Hinterland zahlreiche Fabrikhallen leer.
Mit dem Landsgemeindebeschluss vom 7. Mai 2006 werden die Gemeinden des Kantons Glarus zusammen gelegt, so dass nach den Fusionen nur noch drei Glarner Gemeinden existieren werden. Die Vollstreckung der Fusion soll 2011 stattfinden.
Die drei künftigen Gemeinden tragen vorläufig die Arbeitsnamen Glarus Mitte, Glarus Nord und Glarus Süd. Sie umfassen je 10'000 bis 16'000 Einwohner und entsprechen den Planungsregionen.
An der Kantonsschule Glarus kann die schweizerische Maturität erlangt und die Fachmittelschule besucht werden. Es finden auch Volkshochschulkurse statt.
In Ziegelbrücke wird eine Gewerbliche Berufsschule, in Glarus diejenige der kaufmännischen Berufe und die Pflegeschule geführt. Im Kanton können in rund 400 Lehrbetrieben etwa 130 Berufe erlernt werden.
Die reichen Angebote von Landesarchiv und vor allem der modernen Landesbibliothek dienen nicht nur den Bildungshungrigen, sondern auch geschichtlich und kulturell Interessierten oder einfach dem Lese-, Hör- und Sehvergnügen.
Das kulturelle Leben ist vielseitig. Glarus besitzt ein renommiertes, als solches errichtetes Kunsthaus. Auch die weitbekannte Galerie Tschudi in Glarus und verschiedene private Galerien zeigen immer wieder Sehenswertes aus dem Bereich der darstellenden Künste, die von zahlreichen Künstlern und Künstlerinnen im Kanton ausgeübt werden.
Die Musikwoche Braunwald ist die traditionsreichste derartige Veranstaltung in ganz Europa. Sie lädt die Teilnehmenden nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum aktiven Mittun ein. Die Musikschule Glarus trägt, zusammen mit zahlreichen Vereinen und Gruppen, zum reichen Musikleben bei.
Die Glarner Konzert und Theatergesellschaft bringt im Winterhalbjahr bekannte Musiker und Bühnen ins Glarnerland, während im Kultur- und Vereinszentrum Holenstein Glarus vor allem alternative Kultur gelebt wird.
Im sportlichen Bereich ist das Angebot durch verschiedene Sportzentren ebenso vielfältig und die nahen Berge und Seen laden dazu ein, die Freizeit auf sinnvolle und bereichernde Weise zu verbringen. Nicht umsonst wurde die erste SAC Hütte der Schweiz im Kanton Glarus, am Tödi, erstellt und stand die Wiege des schweizerischen Skisports im Glarnerland.
Der Legende nach war Fridolin ein irischer Glaubensbote, der anfangs des 6. Jahrhunderts lebte und durch dessen Einfluss die Bewohner des Glarnerlandes zu Christen geworden waren. In kirchlichen Darstellungen wird er von einem Skelett begleitet. Die Sage berichtet, Fridolin, der vom sterbenden, reichen Ursus grosse Teile des Glarnerlandes geschenkt bekam, habe diesen im Erbstreit mit dessen Bruder Landolf aus dem Grab um Hilfe geholt. Landolf sei, als er den bereits in Verwesung übergegangenen Bruder vor Gericht erscheinen sah, darob so erschrocken und beschämt worden, dass er Fridolin auch seinen Teil des Glarnerlandes schenkte. Auf diese Art wurde die Zugehörigkeit des Glarnerlandes zum von Fridolin gegründeten Kloster Säckingen (im heutigen Deutschland) erklärt, und Fridolin gilt als Schutzpatron vor Erbschleicherei.
Siehe auch: Glarus (Ort)
Kanton (Schweiz) | Glarus (Kanton)
Kanton Glarus | Cantó de Glarus | Kanton Glarus | Canton of Glarus | Glaruso | Cantón de Glaris | Canton de Glaris | גלרוס (קנטון) | Canton Glarona | Glarus (kanton) | Glarus (kanton) | Cantão de Glarus | Chantun Glaruna | Гларус (кантон) | Glarus (kanton) | Glarus (Kanton)
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