Gasternbrücke.jpg Die Kander ist ein Fluss im Berner Oberland. Ihre Länge beträgt ca. 44 km und ihr Einzugsgebiet 1126 km². Der Name Kander wird vom keltischen kandara (die Glänzende, die Weisse) zurückgeführt
Die Quelle der Kander wird vom Kanderfirn im Blümlisalp-Gebiet gespeist. In ihrem Oberlauf fliesst sie durch das Gasterntal. Der Abschnitt zwischen Kandersteg und Frutigen wird Kandertal (im engeren Sinne) genannt. Nachdem sie sich bei Frutigen mit der Engstligen vereinigt hat, wird ihr Tal auch Frutigtal genannt. Bei Wimmis fliesst die Simme in die Kander. Im letzten, kurzen Abschnitt fliesst die Kander durch einen Einschnitt im Strättlighügel in den Thunersee. Dieser Einschnitt entstand 1714 bei der Kanderkorrektion; zuvor floss die Kander unterhalb von Thun in die Aare.
Die Kander floss ursprünglich durch die Thuner Allmend und mündete zwischen Thun und Uttigen in die Aare. In diesem Gebiet verursachte sie immer wieder Überschwemmungen. Da die Kander oberhalb der Überschwemmungsgebiete nur wenige hundert Meter am Thunersee vorbeifloss, fasste man schon früh eine Umleitung ins Auge. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts beschäftigte sich der Ingenieur Samuel Bodmer mit der Angelegenheit und erstellte Pläne, nach welchen ein Einschnitt in den Strättlighügel, welcher Kander und See trennte, hätte erstellt werden sollen.
1711 genehmigten die Behörden das Projekt und die Bauarbeiten begannen. Sie wurden jedoch durch den Zweiten Villmergerkrieg 1712 verzögert. Daraufhin änderte man den Plan und begann im Frühling 1713 mit dem Bau eines Stollens anstelle des unfertigen Einschnitts. Ende dieses Jahres erfolgte der Durchstich. Im Verlauf des Jahres 1714 grub sich der Fluss immer tiefer in das lockere Moränengestein ein. Das führte dazu, dass der Stollen einstürzte und die Kanderschlucht entstand. Das Geschiebe häufte sich im Thunersee zum Kanderdelta an. Die Aare konnte die zusätzliche Wassermenge zwischen Thun und Uttigen nicht abführen; Schwellen, Wehre und Schleusen mussten verstärkt werden. Mit der Kanalisierung der Aare in Thun wurden 1716 die Folgeprobleme teilweise behoben. Mit der Aarekorrektion zwischen Thun und Bern, von 1871 bis 1878, konnten die Probleme mit den Überschwemmungen weitgehend behoben werden. Allerdings bleibt zu bemerken, dass bei Hochwasser in Thun bis heute Probleme bestehen, so dass erst 2004 ein Vorschlag zu einem Entlastungsstollen unterbreitet wurde.
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"Kander (Schweiz)".
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