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Mapa_de_Canarias.pngDie Kanarischen Inseln sind eine geographisch zu Afrika, politisch aber zu Spanien gehörende Inselgruppe im Atlantik - etwa 100 bis 500 Kilometer westlich des südlichen Marokko gelegen.

Geographie


Die Kanarischen Inseln liegen im Atlantik in einer geographischen Region, die als Makaronesien bezeichnet wird (zusammen mit Kap Verde, den Azoren, dem Madeira-Archipel und den Ilhas Selvagens). Zwischen dem 27. und dem 29. Längengrad befinden sie sich rund 1.400 Kilometer vom Mutterland Spanien entfernt, mit auf Höhe beispielsweise der Sahara, Kuwait und Florida. Die Kanaren bestehen aus den sieben Hauptinseln Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, La Palma und El Hierro, den sechs Nebeninseln Alegranza, Graciosa, Montaña Clara, Lobos, Roque del Este und Roque del Oeste, sowie einigen kleineren unbewohnten Felsinseln wie Anaga, Salmor und Garachico. Der höchste Berg der Kanarischen Inseln ist der 3.718 Meter hohe Pico de Teide. Er liegt auf der Insel Teneriffa und ist gleichzeitig Spaniens höchste Erhebung.

Geologie


Geologisch gesehen sind die Inseln mit einem Alter von etwa 20,6 Millionen Jahren noch jung. Nach allerersten Überlieferungen soll es nur sechs Kanarische Inseln gegeben haben, ohne die fünf kleinen Inseln im Norden Lanzarotes zu berücksichtigen. Man glaubt, dass Fuerteventura und Lanzarote damals miteinander verbunden waren. Diese beiden Inseln, und auch Lobos, werden nicht einzeln erwähnt. Dieser östlichste Teil der Kanaren ist der älteste. Auch La Gomera entstand schon vor etwa 12 Millionen Jahren. El Hierro und La Palma sind mit etwa 2 bis 3 Millionen Jahren die jüngsten Inseln des Archipels. Lanzarote und Fuerteventura haben als Ausnahme nahezu die gleiche geologische Geschichte durchlaufen. Jede andere Insel weist eine individuelle Entstehungsgeschichte auf.

Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Vor etwa 36 Millionen Jahren begann mit ersten unterseeischen Ausbrüchen die Anhäufung eruptiven Materials. Grund ist hier die Kontinentaldrift der beiden tektonischen Platten des Atlantiks und Afrikas in östlicher Richtung. Letztere bewegt sich mit 1,9 cm pro Jahr langsamer als die des Atlantiks. Beide tektonischen Platten schwimmen auf heißem Magma, der so genannte Hotspot-Vulkanismus, und reiben dabei aneinander. So ist die Erdkruste westlich des nordafrikanischen Kontinents relativ dünn und der Meeresgrund brüchig und instabil. Durch enormen Druck können Stauchungen und damit Risse in der Erdkruste entstehen. Hier kann Magma an die Oberfläche treten und sich anhäufen. Stauchungen der beiden Platten führen zur Anhebung von unterseeischen Gebirgen, deren Spitzen als Inseln an die Meeresoberfläche treten. Die Entstehung der Kanaren scheint also mit der Öffnung des Atlantiks in Verbindung zu stehen. Es wird angenommen, dass nur etwa 5 Prozent des kanarischen Gebirges aus dem Wasser ragen. Die vulkanischen Aktivitäten halten mit großen Ausbrüchen im 18. Jahrhundert auf Lanzarote und dem letzten Ausbruch auf La Palma 1971 bis in die heutige Zeit an.

Allgemein geht man von einer dreiphasigen Entstehungsgeschichte aus, welche mit Hilfe der Kalium-Argon-Datierung der Laven der Kanaren eindeutig belegt ist:

  1. Sie begann mit unterseeischen Eruptionen, wobei sich große Mengen an Lava auftürmten. Dann durchbrachen diese Anhäufungen die Meeresoberfläche, Vulkaninseln entstanden.
  2. Danach gab es eine mehrere Millionen Jahre andauernde eruptive Pause, da man starke Erosion oberhalb des Meeresspiegels nachweisen kann.
  3. Späterer erneuter Vulkanismus im Pliozän und Quartär formte die Inseln. Auch hier sind Ruhephasen mit Erosionsschichten nachweisbar. Später gab es beispielsweise auf La Palma und Gomera große vulkanische Höhenbewegungen.
Die Inselgruppe der Kanaren befindet sich im Atlantischen Ozean am Ostrand des Kanarischen Beckens, welches bis in 6.407 Meter Tiefe abfällt. Dieses Becken besteht aus dessen kleinerem Nordbecken und dem größeren Südbecken. Die Grenzen des gesamten Beckens bilden im Norden die Azorenschwelle, im Süden die Kapverdenschwelle und im Westen der Nordatlantische Rücken. Quer durch dieses Becken verläuft in Ost-West-Richtung die Kanarenschwelle, an deren Ostende sich die Kanaren erheben.

Geschichte


Geologische Funde bestätigen, dass auf dem Archipel höchstens seit dreitausend Jahren Menschen leben. Es sind keine älteren Fossilien gefunden worden, die auf Menschen schließen lassen. Anhand von Knochenfunden wollen Anthropologen den nordafrikanischen Ursprung der Urbevölkerung festgestellt haben.

Wie die Ureinwohner jeweils auf die Inseln gelangt sind, kann heute nicht nachvollzogen werden. Diodor berichtet von Westafrikanern die von einem Sturm auf eine westliche Insel getrieben worden seien, wo sie sich Alizuth nannten, was soviel wie Glück und Freude bedeutete. Der leider dünne sprachliche Befund des Guanche scheint Diodor zu bestätigen: man glaubt in der Sprache der Guanchen einen berberischen Dialekt wiederzuerkennen.
Herodot berichtet in seinen Historien, dass die Phönizier um etwa 600 v. Chr. im Auftrag des ägyptischen Pharaos Necho II. um Afrika segelten. Archäologische Funde bestätigen die Anwesenheit von Puniern (und Römern) auf den Kanaren.
Auch die Griechen sollen dem Archipel einen Namen gegeben haben: Elysius Parayso (Land der Illusionen und der Freude). Kurz darauf wurde die Inselgruppe als Campos Elyseos (Paradies) bekannt. Es wurde gesagt, dass diese Inseln ein Ort seien, wo die Menschen ein ruhiges, süßes Leben führten. Bald war der Name Campos Elyseos für Poeten und Schriftsteller ein Synonym für die Glücklichen Inseln.

Die ersten sicheren Berichte stammen von Plinius dem Älteren. In seiner Naturalis historia gibt es erstmals eine glaubwürdige Beschreibung des Archipels. Durchstreifende wilde Hunde (lat.: canes) veranlassten den römischen Gelehrten, den Inseln den Namen Canaria zu geben. Danach versanken die Inseln in einen Jahrhunderte anhaltenden Dornröschenschlaf, da sie abseits vom Lauf der Weltgeschichte in Vergessenheit gerieten. So blieb eine letzte steinzeitliche Kultur, nämlich die der Guanchen, bis Anfang des 15. Jahrhunderts erhalten.

Das änderte sich ab dem 14. Jahrhundert, als der Genuese Lancelotto Malocello um 1312 die Insel Lanzarote besuchte, und dort bis 1330 blieb. Er erreichte, dass die von ihm entdeckte und in Besitz genommene Insel in der Weltkarte des Angelino Dulcert als Insula de Lanzarotus Marocelus eingezeichnet wurde. Seither trägt Lanzarote seinen Namen. Über diese zwei Jahrzehnte des Lancelotto Malocello auf Lanzarote ist wenig bekannt, die Gesellschaftsstrukturen müssen zumindest in Takt geblieben sein, was sich später unter Jean de Béthencourt änderte. Schon 1393 wurden die Inseln von einer sevillanischen Flotte besucht, welche mit vielen Inselprodukten in Spanien Gelüste nach dem Besitz des Archipels weckte. Die endgültige Eroberung des Archipels, die damals südlichste Christianisierung, begann 1402 durch den Normannen Jean de Béthencourt und seinen Gefährten Gadifer de la Salle auf den Inseln Lanzarote, Fuerteventura, La Gomera und El Hierro. Mit der Eroberung der Inseln La Palma, Gran Canaria und Teneriffa durch Alonso Fernández de Lugo wurde die Conquista bis 1496 beendet. De Lugo wurde von den katholischen Königen Ferdinand II. und Isabella I. gesandt. So wurde im 15. Jahrhundert die Kultur der Ureinwohner, der Guanchen, radikal unterdrückt, so dass heute nur noch wenig überliefert ist. Zu ihren Überbleibseln gehören in Stein gemeißelte, schriftähnliche Zeichen, Tänze, Speisen und wenige Reste ihrer alten Sprache, dem Guanche. Viele Guanchen wurden in Schlachten getötet, die meisten jedoch den neuen Siedlern unterworfen. Aber sie vermischten sich auch teilweise durch Heirat mit ihnen. Mit der Zeit erhielten einige eigene Rechte, manchen wurden gar Ländereien gegeben, sodass auch heute noch einige Einheimische ihre entfernten Vorfahren bei den Guanchen finden. Seit diesen Eroberungszügen gehören die Inseln zu Spanien. Als eigentlicher Begründer der Christianisierung der Inselgruppe und sogenannter Missionar der Guanchen gilt der spanische Franziskanermönch Didakus, spanisch San Diego de Alcala, der bereits 1441 auf die Inseln gereist war und das Kloster Fortaventure auf Fuerteventura gegründet hatte.

Christoph Kolumbus machte auf der Insel La Gomera seine letzte Zwischenstation, bevor er 1492 zu seiner Reise über den Atlantik aufbrach .

Wiederholt scheiterte die Seemacht England an der Eroberung der strategisch relevanten Inseln, Francis Drake musste vor Teneriffa die einzige Niederlage in einer Seeschlacht überhaupt hinnehmen.

Im 18. Jahrhundert wanderte ein kleiner Teil der spanischsprachigen Bevölkerung nach Louisiana aus. In Amerika wurden sie Isleños genannt.

Eine weitere Auswanderungswelle konnte man zwischen 1935 und 1940, in der Zeit vor und während des spanischen Bürgerkriegs und zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, beobachten. Damals wanderten viele Kanarier nach Südamerika, insbesondere Venezuela, aus. Viele dieser Auswanderer sind mittlerweile zurückgekehrt, und Elemente der südamerikanischen Kultur und des Sprachgebrauches haben sich auf den Inseln mit den spanischen vermischt. Venezuela wird auf den Kanaren deshalb häufig als "Die achte Insel" bezeichnet.

Die Inseln werden in den letzten Jahren auch vermehrt von Flüchtlingen aus Afrika unter sehr schwierigen Bedingungen mit kleinen Booten angesteuert. 2005 waren es nach Angaben des spanischen Innenministeriums 4.751 Flüchtlinge und von Januar bis Mai 2006 bereits über 6.100 Migranten. Über 1.000 Menschen sollen bei dem Versuch die Kanaren zu erreichen, im Atlantik umgekommen sein.

Regierung und Verwaltung


Die Inseln bilden zusammen seit 16. August 1982 eine der siebzehn Autonomen Gemeinschaften Spaniens mit derzeit 60 Abgeordneten. Diese Gemeinschaft besteht aus zwei Provinzen: Las Palmas und Santa Cruz de Teneriffa. Die Provinzhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria verwaltet die östlichen Inseln Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. Santa Cruz de Tenerife als zweite Provinzhauptstadt verwaltet die westlichen Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro.

Das Gobierno Civil von Las Palmas ist die übergeordnete Instanz, der dortige Zivilgouverneur ist gleichzeitig Regierungsdelegierter von Madrid. Lokale Verwaltungsbehörden sind die eigenen Cabildos Insulares jeder der sieben Inseln, deren Zusammenschluss heißt Mancomunidad de Cabildos. Die Cabildos Insulares sind wiederum in Gemeinden mit je einem Rathaus (Ayuntamiento) unterteilt. Auf den Inseln gilt das Recht der Europäischen Gemeinschaft, wobei in einigen Bereichen vorteilhaftere Sondervorschriften gelten, die der großen Entfernung zum übrigen Territorium der EU Rechnung tragen und die Nachteile der Insellage ausgleichen sollen.

Als spanisches Gebiet gehören die Kanaren vollständig zur Europäischen Union. Als Währung löste der Euro am 1. Januar 2002 die Peseta ab. Ebenso gehört die Inselgruppe zum europäischen Zollgebiet, wobei sie in einigen Bereichen von Sonderbedingungen profitieren und eine Reihe von Hilfsprogrammen und Subventionen erhalten. So gibt es die spanische Mehrwertsteuer auf den Inseln nicht. Dafür wird die IGIC (Impuesto General Indirecto Canario), eine deutlich niedrigere Inselsteuer erhoben. Hierbei handelt es sich um eine den Endverbraucher belastende indirekte Steuer, die der Mehrwertsteuer gleich kommt, mit einem reduzierten Steuersatz von derzeit 5 Prozent. Diese seit Januar 2000 existierende Sonderzone (Zona Especial Canaria - ZEC) ist zunächst bis 31. Dezember 2008 von der Europäischen Union genehmigt, um die die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Archipels zu fördern und zu erweitern. Die Laufzeit kann verlängert werden.
Bei Immobilieneigentum erwirbt man automatisch die residencia, welche Ermäßigungen von 20%, beispielsweise bei innerspanischen Flügen und Fähren, sowie viele weitere Vergünstigungen mit sich bringt.

Wirtschaft


Wirtschaftskraft

Das kanarische Bruttosozialprodukt ist zu 78 Prozent vom Dienstleistungssektor abhängig. Hier macht sich hauptsächlich der Tourismus bemerkbar, denn die Kanaren werden jährlich von über zehn Millionen Touristen besucht. Aber auch der Handel ist nicht unbedeutend. Der größte Anteil der Exporte geht in die Europäische Union. In letzter Zeit stiegen auch die Exporte nach Westafrika und Asien. Der Beitrag der Landwirtschaft von 2 Prozent zum Bruttosozialprodukt wird vom Bananenanbau angeführt, die Kanaren besitzen die größten Anbauplantagen Europas. Weitere nennenswerte landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Tomaten, Blumen, Kartoffeln und Wein. Die Industrie konzentriert sich hauptsächlich auf die Energie- und Wasserwirtschaft, aber auch auf Lebensmittel-, Tabak- und andere Leichtindustrien, die zusammen etwa 11 Prozent des kanarischen Bruttosozialproduktes ausmachen. Die Bauwirtschaft schlägt allein mit 9 Prozent zu Buche. Insgesamt stieg die kanarische Wirtschaft 2005 um 3,09 Prozent.

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der EU, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreichen die Kanarischen Inseln 2003 einen Index von 91.0 (EU-25:100).Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25*

Infrastruktur

Das Archipel ist nur zwei Flugstunden von der iberischen Halbinsel, und etwa vier Flugstunden von Zentraleuropa entfernt. Es gibt Direktflüge in die wichtigsten Städte Spaniens, Europas und der Welt. Jede Insel besitzt inzwischen einen eigenen Flughafen, wobei die Flughäfen Teneriffa Süd und Gran Canaria zu den verkehrsreichsten Spaniens zählen. Auch untereinander sind die Inseln durch zahlreiche Fluglinien miteinander verbunden. Diese werden hauptsächlich von der in Telde auf Gran Canaria ansässigen kanarischen Fluggesellschaft Binter Canarias übernommen.

Des Weiteren besitzen die Inseln Teneriffa und Gran Canaria jeweils einen der größten Seehäfen der Welt, gemessen an Ausdehnung, Schiffsaufkommen und Handelstätigkeit. Auch untereinander sind die Inseln wiederum mit zahlreichen Fähren verbunden.

Die größten Städte

Die wichtigsten Städte auf den Kanarischen Inseln sind (mit Angabe der Einwohnerzahl vom 1. Januar 2005): Kanarische_Inseln.jpg

Wissenswert

Um eine problemlose Kommunikation zwischen Europa, Afrika und Amerika zu ermöglichen, sind die Kanaren zu einem Ort geworden, an dem weltweit die größte Bündelung von Überseekabeln existiert.

Die Kanaren verfügen über die eigene Fernsehanstalt Televisión Canaria mit Sitz in Las Palmas de Gran Canaria, C/ Poeta Agustin Millares Sall, 3. Es werden unter anderem Nachrichten, Magazine, Naturaufnahmen, Serien und Kinderprogramme in spanischer Sprache ausgestrahlt. Gegründet wurde der Sender in den Achziger Jahren, nachdem die Kanaren eine autonome Region Spaniens wurden. Der Name Televisión Canaria wird seit 2001 verwendet. Der Satellit Astra strahlt ihn auf 19,2 Grad Ost aus.

Auf den Inseln gibt es rund 1000 Zweigstellen der wichtigsten spanischen und vieler ausländischer Banken.

Des weiteren verfügen die Kanaren über zwei Universitäten, auf Gran Canaria in Las Palmas und auf Teneriffa in San Cristóbal de La Laguna.

Auch sind alle wichtigen Länder der Welt mit Konsulaten vertreten, von denen einige darüberhinaus ein Wirtschafts- und Handelsbüro unterhalten.

Klima


Kanarische_Inseln_Wolken.JPG Das Klima der Kanarischen Inseln ist aufgrund seiner Nähe zum nördlichen Wendekreis zwischen dem 27. und 29. Breitengrad das ganze Jahr über angenehm, was dem Archipel den Beinamen "Inseln des ewigen Frühlings" eingebracht hat. Das Meer gleicht die Temperaturen aus und die Passatwinde halten die heißen Luftmassen aus der nahen Sahara meist fern. Nur selten bringen Winde heiße Luft und Wüstensand vom afrikanischen Kontinent. Die Tagestemperaturen bewegen sich das ganze Jahr über zwischen ca. 20°C und 30°C. Klimabestimmend ist auch die Wolkenbildung der Passatwinde sowie die Richtung (Nordostpassat), aus der die Passatwinde wehen. Der Nordosten jeder einzelnen Insel ist meist kühler und feuchter ausgeprägt als der trockene und warme Südwesten.

Klimatabelle (Beispiel Gomera)


















--- Monat JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ
















--- Ø Tagestemperatur 21 21 22 23 24 25 27 29 28 26 24 22 Ø Nachttemperatur 15 15 15 16 17 18 20 21 20 19 18 16 Ø Sonnenstunden pro Tag 6 6 7 8 9 9 9 9 8 7 6 5 Ø Regentage/Monat 6 4 3 2 2 1 0 0 2 5 6 7 Ø Wassertemperatur 19 18 18 18 19 20 21 22 23 23 21 20

Wasserhaushalt

Garajonay La Gomera.jpg. Ausgedehnte Flechtenvegetation, die ohne den Nebel nicht existieren würde]] Der Wasserhaushalt der Inseln, bzw. der Niederschlag, ist vor allem durch die Passatwinde geprägt. Aufgrund der Höhe der Passatwinde (ab ca. 600/700 bis 1700 Meter Höhe über NN) gibt es gravierende Niederschlagsunterschiede auf den einzelnen Inseln. Inseln wie z. B. Lanzarote weisen kaum Erhebungen auf, die diese Höhe erreichen. Der Passatwind mit seiner Feuchtigkeit weht schlichtweg über diese Insel hinweg.

Als anderes Beispiel mag La Gomera dienen. Gomera erhebt sich deutlich bis in die Zone der Passatwinde. An den Hängen Gomeras hat sich aufgrund seiner Höhe der so genannte Nebelwald ausgebildet. Die anflutenden Passatwinde steigen hier auf und kondensieren als Nebel oder auch Regen aus (Steigungsregen). 70 Prozent des Wassers auf Gomera stammt so aus dem Nebelwald bzw. der Nebelwaldregion. Die Flechten- und Moosvegetation der Nebelwälder (siehe Bild) ist ein redsames Beispiel für Niederschlag über den Nebel.

Kulturgüter


Durch die ereignisreiche Vergangenheit des Archipels sind die Kulturgüter der Inseln das Ergebnis einer Kulturvermischung, geprägt durch Guanchen, Berbergruppen, europäische Kolonialherren und die Sitten und Gebräuche, die durch Handelsschifffahrt, hauptsächlich vom amerikanischen Kontinent, auf die Inseln gebracht wurden. Es gibt zahlreiche archäologische Fundstätten - etwa die Pyramiden von Güímar - von denen wertvolle Funde in ethnografischen und anthropologischen Museen zu sehen sind. Ein einmaliges Kulturgut ist die Pfeifsprache El Silbo, die die Ureinwohner der Kanaren entwickelten, und die heute wieder in Schulen auf La Gomera gelehrt wird.

An vielen Plätzen und Straßen kann man historische und künstlerische Monumente bewundern, deren Architektur, Bildhauerei und Malerei die kanarische Identität zum Ausdruck bringen. Hier sind insbesondere die Werke des Künstlers und Naturschützers César Manrique von der Insel Lanzarote zu erwähnen. Das kulturelle Leben wird durch Ausstellungen, Theater- und Musikveranstaltungen von internationalem Rang bereichert. Traditionen drücken sich in Festen mit typischen Trachten und kanarischer Folklore in den einzelnen Dörfern aus, wobei das typische Saiteninstrument der Kanaren, die Timple, eine unverzichtbare Rolle spielt. Religion und heidnische Riten der Ureinwohner vermischen sich. Erwähnenswert ist der lateinamerikanisch angehauchte Karneval mit Samba-Rhythmen und vielen Farben, sowie die Tradition von Hahnenkämpfen und dem heute sehr populären Lucha Canaria, dem Kanarischen Ringkampf.

Schätze der Natur


Das Archipel hat in seiner autonomen Gemeinschaft die meisten Nationalparks Spaniens (vier von insgesamt 13): Hinzu kommen verschiedene Naturschutzgebiete, die etwa 60% der gesamten Inselfläche ausmachen. Diese Tatsache ist Ausdruck des Willens und der Notwendigkeit, eine einzigartige Natur zu schützen. Durch die bevorzugte geografische Lage und dem besonderen Klima bildet jede Insel eine Art Mini-Kontinent. Es gibt auf den Kanaren eine Summe aus Strand und Schnee, aus Felsen und Sand, aus Wäldern und Wüsten, aus Hochgebirge und flachen Ebenen. Auf vielen Inseln gibt es endemische Tier- und Pflanzenarten, d. h. dass diese nur hier vorkommen.

Religion


Am 26. November 2005 ernannte Papst Benedikt XVI. Francisco Cases Andreu zum neuen Bischof der Kanarischen Inseln. Er wurde der Nachfolger des am selben Tag aus Altersgründen zurückgetretenen Bischofs Ramón Echarren Ystúriz.

siehe auch: Liste der Bischöfe der Kanarischen Inseln

Literatur


  • Joachim Pott, Joachim Hüppe, Wolfredo Wildpret de la Torre: Die Kanarischen Inseln. Natur- und Kulturlandschaften. Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3284-2 (reichbebilderte Darstellung der Geobotanik)
  • Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die Kosmos-Kanarenflora. Über 850 Arten der Kanarenflora und 48 tropische Ziergehölze. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1997, ISBN 3440060373

Weblinks


Quellen


Kanarische Inseln | Spanische autonome Gemeinschaft

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