Die Kanalkodierung oder Vorwärtsfehlerkorrektur ist eine Methode in der Nachrichtentechnik, um digitale Daten bei der Speicherung oder bei der Übertragung über gestörte Kanäle gegen Bitfehler zu schützen.
In Ergänzung zur Kanalkodierung werden die Verfahren der Quellenkodierung benutzt, um ein Signal so zu komprimieren, dass es möglichst effektiv übertragen werden kann, also eine möglichst geringe Bandbreite benötigt.
Die Kodierungstheorie beschäftigt sich mit den mathematischen Grundlagen von Kanalkodierung und untersucht mit algebraischen Methoden die Eigenschaften der Codes.
Die Kanalkodierung besteht daher aus einem Verfahren zur Encodierung der Daten am Eingang eines Übertragungskanals und ihrer Decodierung an seinem Ausgang. Durch die Kodierung wird der zu übermittelnden Information – unter Berücksichtigung der speziellen Eigenschaften des Kanals – Redundanz gezielt hinzugefügt. Diese Redundanz enthält Informationen, die es erlauben, eine bestimmte Anzahl von Fehlern zu erkennen und – wenn genügend Information vorhanden ist – auch zu korrigieren. Neben der Verbesserung der Datensicherheit kann so auch meistens die Leistungseffizienz verbessert werden. Fehlerkorrektur.PNG Die Idee hinter den meisten Kodierungsverfahren ist es, den „Wiedererkennungswert“ der gesendeten Nachrichten zu erhöhen, indem dafür gesorgt wird, dass die Codewörter möglichst viele Unterschiede aufweisen. Ein Decodierer kann so erkennen, ob während der Übertragung Fehler aufgetreten sind, und entscheiden, welchem ursprünglich gesendeten Codewort ein empfangenes Wort entspricht. In der Informationstheorie ist die Hamming-Distanz ein Maß für die Unterschiedlichkeit.
Ein Code wird insbesondere durch seine Rate gekennzeichnet: , wobei die Anzahl der Zeichen eines Wortes am Eingang des Kodierers ist und die Anzahl am Ausgang. Es werden also Symbole am Eingang auf Symbole am Ausgang abgebildet. Eine kleine Rate (großes ) bedeutet einen höheren Bedarf an Bandbreite, ist aber bei bestimmten Kanälen unter Umständen notwendig. Durch geschicktes Verketten von Codes und das Streuen von Fehlern (durch Interleaving) kann diese Rate oft erheblich vergrößert werden. Die Codes einer Compact Disc erreichen zum Beispiel eine Rate von und können sehr gut Fehler korrigieren.
Die Festlegung eines Kodierungsverfahren berücksichtigt sowohl die Qualitätsansprüche an das zu übertragende Signal als auch die Eigenschaften des Kanals. Wird beispielsweise ein nicht quellencodiertes Fernsehsignal mit einer Datenrate von 270 Mbit/s übertragen, und wird ein Bit auf dem Übertragungsweg verfälscht, so macht sich das in nur einem Pixel eines (Halb-)Bildes bemerkbar. Wird aber ein MPEG-codiertes Fernsehsignal übertragen, kann ein Bitfehler zumindest schon einen Makroblock verfälschen. Bei den Kanaleigenschaften ist seine Fehlercharakteristik zu berücksichtigen: Gibt es statistisch verteilte Einzelbitfehler oder gibt es häufige Burststörungen, bei denen gleich mehrere aufeinanderfolgende Bits verfälscht werden?
Beispiel: Das Informationswort 0011101 hat vier Einsen. Vier ist eine gerade Zahl, das Paritätskontrollbit ist also die Null, und das resultierende Codewort ist 00111010. Das Informationswort 1010010 hat hingegen eine ungerade Paritätssumme und wird in das Codewort 10100101 codiert. Beide Codewörter weisen eine gerade Paritätssumme auf.
Ein derart kodiertes Wort kann nun gespeichert oder übertragen werden. Sollte dabei ein Bit verfälscht werden (eine Null in eine Eins oder eine Eins in eine Null), so ist die Paritätssumme des resultierenden Worts ungerade, und der Dekodierer erkennt, dass es zu einem Fehler gekommen ist. Es ist aber für den Dekodierer nicht möglich, den Fehler zu korrigieren, da nicht bekannt ist, welches Bit verfälscht wurde. Falls das Kommunikationssystem Rückfragen zulässt, wird der Decodierer die fragliche Bitfolge nochmal anfordern. Wurde jedoch mehr als ein Bit verfälscht, so ist es eventuell gar nicht möglich, den Fehler zu erkennen, da die Paritätssumme dann auch gerade sein kann. Man sagt: Der Paritätskontrollcode ist 1-fehlererkennend und 0-fehlerkorrigierend.
Die ursprüngliche Form der ASCII-Zeichentabelle besteht aus 128 Zeichen, jedes Zeichen ist durch eine Folge von sieben Bits eindeutig festgelegt. Da ein Rechner acht Bits zu einem Byte zusammenfasst, wird dieses achte Bit gerne verwendet, um ein Paritätskontrollbit anzuhängen.
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