Kampfmoral (Die moderne Militärsoziologie spricht auch von Einsatzmotivation) bezieht sich auf das Verhalten von Soldaten in unmittelbaren militärischen Auseinandersetzungen. Eine hohe Kampfmoral aus Sicht des Militärs ist dabei die Eigenschaft von Soldaten oder Einheiten, in Kämpfen auch in als schwierig empfundenen Situationen nicht aufzugeben und in ihren Anstrengungen nicht nachzulassen. Für die militärische Führung, die das Ziel dieser Anstrengungen definiert, ist die Frage der Kampfmoral ihrer Einheiten daher von zentralem Interesse.
Der Begriffsbestandteil "Moral" ist dabei aus seinem philosophischen oder theologischen Zusammenhang gelöst und als synonym zu "Bereitschaft" oder "Motivation" zu verstehen. Mit "hoher Kampfmoral" verfolgte Ziele können daher durchaus menschenverachtend und kriminell sein.
In ihren 1948 veröffentlichten Arbeiten, die auf der Befragung von Kriegsgefangenen basierten, kamen Edward A. Shils und Morris Janowitz zu dem Ergebnis, dass für die Kampfmoral der Soldaten die politische Überzeugung keine bedeutende Rolle gespielt habe. Entscheidend in ihrer so genannten Primärgruppentheorie für die Kampfmoral war vielmehr der Zusammenhalt der so genannten primary group. Die dabei wirkende Bindung umfasste sowohl das Verhältnis zu den gleichgestellten Dienstgraden (horizontale Kohäsion), als auch die Bindung an den militärischen Vorgesetzten (vertikale Kohäsion).
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