In der modernen Terminologie bezeichnet Kampfflugzeug jedes militärische Flugzeug, das für Kampfzwecke eingesetzt wird. In der Verwendung bis 1945 bezog sich Kampfflugzeug hingegen ausschließlich auf Bomber.
F16c.jpg Fighting Falcon.]]
KampfflugzeugF-8China.jpg der chinesischen Volksbefreiungsarmee.]]
Einsatz
Heutzutage sind die meisten Kampfflugzeuge nicht mehr eindeutig einer Rolle als
Jagdflugzeug,
Bomber oder
Schlachtflugzeug zuzuordnen. Die Beladung kann individuell an die jeweilige Aufgabe angepasst werden.
Allerdings sind durch die Auslegung des jeweiligen Typs bestimmte Aufgaben besser als andere zu erfüllen.
Kampfflugzeuge sind typischerweise mit Maschinenkanonen und mit Luft-Boden-Rakete oder Luft-Luft-Raketen ausgestattet.
Sie haben außerdem oft ein Radar, um gegnerische Flugzeuge zu lokalisieren.
Die meisten Waffen sind häufig an Aussenlaststationen untergebracht, dadurch ist ein schneller Austausch gewährleistet.
In manchen Kampfflugzeugen wird der Pilot durch einen Waffensystemoffizier (WSO), der für die Bedienung der Waffensysteme zuständig ist, unterstützt. Solche Kampfflugzeuge werden als Zweisitzer bezeichnet. So kann sich der Pilot auf den Flug konzentrieren. Üblicherweise gibt es sowohl für den Piloten als auch für den Bordschützen einen Schleudersitz.
Technik
Nachbrenner
Der
Nachbrenner bietet eine signifikante Steigerung der Geschwindigkeit
strahlgetriebener Kampfflugzeuge auf Kosten der Reichweite. Hierbei wird Treibstoff direkt in den Abgasstrahl des Triebwerks eingesprüht. Der Treibstoff verbrennt dabei explosionsartig außerhalb der Turbine, die heißen Gase werden dann durch die Triebwerksdüse nach Außen geleitet und erzeugen
Schub.
Da der Treibstoffverbrauch des Nachbrenners um bis zum Faktor 10 über dem normalen Verbrauch des Triebwerks liegt, wird er nur in besonderen Situationen, wenn kurzfristig mehr Schub benötigt wird, zugeschaltet. Nachbrenner ermöglichen Kampfflugzeugen,
Überschallgeschwindigkeit zu erreichen. Die Jets der neuesten Generation, z. B. die amerikanischen
Lockheed F/A-22 und
F-35 Joint Strike Fighter sowie der europäische
Eurofighter Typhoon, können die Schallmauer im Horizontalflug auch ohne Nachbrenner mit dem
Trockenschub (Maß für den Schub eines Triebwerks ohne zugeschalteten Nachbrenner) ihrer normalen Turbinen-Triebwerke durchbrechen. Diese Fähigkeit nennt man
Supercruise.
Kampfflugzeuge sind ca. 15-20 dB lauter als Zivilflugzeuge.
Marinekampfflugzeug
Speziell konstruierte Kampfflugzeuge können auf
Flugzeugträgern landen und starten:
Zum Start werden auf aktuellen Flugzeugträgern die Flugzeuge in einen Schlitten eines Dampfkatapults auf dem Flugdeck eingehakt und unterstützen den Startvorgang mittels Nachbrenners, da auf dem kurzen Deck sonst nicht die nötige Geschwindigkeit erreicht werden kann.
In den Anfangsjahren wurden die Flugzeuge mittels Stahlseil an den Schlitten befestigt. Diese Seile fielen nach dem Start über Bord und begrenzten somit die maximale Anzahl an Starts vom Flugzeugträger und erhöhten die laufenden Kosten. Diese Technik wurde bis vor kurzem z. B. noch auf den französischen Flugzeugträgern
Foch/
Clemenceau eingesetzt, da hierbei das Stahlseil am Rumpf der Maschine eingehakt wird und nicht am Bugrad wie bei der
US Navy.
Dadurch muss das
Bugrad der französischen Trägerflugzeuge nicht so massiv und damit schwer sein wie bei ihren amerikanischen Pendants.
Darüber hinaus benötigen die Flugzeuge einen Landehaken, der sich bei der
Landung in ein
Fangseil einhakt.
Schwenkflügel
Eine weitere (auch bei einigen Bombern zu findende) Spezialität sind
Schwenkflügel (variable Flügelgeometrie). Durch Veränderung der Flügelpfeilung im Flug erreicht man ein für die jeweilige Geschwindigkeit optimales Flugverhalten: im Langsamflug benötigt man einen möglichst großen Auftriebsbeiwert, um mehr
Auftrieb zu erreichen. Bei hohen Geschwindigkeiten werden die Flügel weiter nach hinten geschwenkt, und so der Luftwiderstand und die Schockeffekte bei
Überschallgeschwindigkeit verringert. Als Nebeneffekt ergibt sich ein geringerer Platzbedarf der Maschinen auf Flugzeugträgern.
Siehe:
General Dynamics F-111,
Panavia Tornado,
Suchoi Su-24,
Grumman F-14,
Rockwell B-1,
Tupolew Tu-22M,
Tupolew Tu-160.
Außerdem gibt es den britischen
Hawker Siddeley Harrier, die russischen
Jakowlew Jak-38 und
Jakowlew Jak-141 sowie die amerikanische
Lockheed Martin F-35, die senkrecht starten und landen können. Von diesen vier Typen steht derzeit nur der Harrier im aktiven Dienst.
Sonderformen
Eine Sonderform von Kampfflugzeugen sind die zur Erdkampfunterstützung eingesetzten Gunships. Dabei handelt es sich um umgebaute Transportflugzeuge mit einer seitlichen Bewaffnung, um Bodenziele aus dem Kreisflug heraus unter Feuer zu nehmen.
Weblinks
Literatur
- Thomas Bättig, Moderne Kampfflugzeuge (2000), Verlag E.S. Mittler & Sohn GmbH, ISBN 3-8132-0717-X
- Tom Clancy, Fighter Wing (1998), Heyne Verlag, ISBN 3453141326
Siehe auch
Militärischer Flugzeugtyp
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