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Ein Kampfbegriff ist ein Wort, das in öffentlichen Diskussionen genutzt wird. Anders als die Begriffe einer Sachdiskussion ist der Kampfbegriff regelmäßig unpräzise und dient nicht dem Erkenntnisgewinn sondern der Manipulation: Ein vermeintliches Anliegen wird durch einen oder mehrere schlagwortartige Begriffe zusammengefasst. Oft wird damit wird die gesamte Argumentation von Personen oder Gruppen als positiv dargestellt oder als negativ verworfen. Wer beispielsweise als unsozial gilt, dessen einzelne Vorschläge verdienen darüber hinaus keiner detaillierten Würdigung.

Meist werden Adjektive als Kampfbegriffe verwendet. Oft handelt es sich dabei um grundsätzlich neutrale Begriffe oder um Begriffe, die aus einem wissenschaftlichen Kontext stammen, die aber gezielt so verwendet werden, dass sie im jeweiligen Zusammenhang positive bzw. negative Assoziationen auslösen. Je nach Adressatenkreis kann ein Begriff sowohl positiv wie negativ aufgenommen werden. Der Begriff sozialistisch beispielsweise wird im linken politischen Spektrum als eine Art Gütesiegel verstanden, während er in bürgerlichen Kreisen zur Stigmatisierung verwendet wird.

Positiv besetzte Begriffe


Werden von Disputierenden meist genutzt, um das vermeintliche eigene Anliegen zu beschreiben.

Beispiele: modern, unorthodox, sozial, gerecht, demokratisch, fortschrittlich, liberal, freiheitlich.

Negativ besetzte Begriffe


Werden von Disputierenden meist genutzt, um das vermeintliche gegnerische Anliegen zu beschreiben.

Beispiele: unsozial (zuletzt oft: sozial ungerecht), unfair, rückwärtsgewandt, fortschrittsfeindlich, neoliberal, rechts, reaktionär, starr, unflexibel, utopisch, ideologisch, kapitalistisch, antisemitisch, ausbeuterisch sowie viele auf -phob endende Wörter (zum Beispiel homophob).

Verschleiernde Begriffe


Werden von Disputierenden genutzt, um Ziele zu verschleiern oder abzumildern. Im Kern ähnelt diese Form dem Neusprech, siehe auch Euphemismus.

Siehe auch


Deutsche Sprache | Wort | Rhetorik

 

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