Der Kamo-Schrein (jap. 賀茂神社) in Kyōto, Japan besteht aus den beiden Shintō-Schreinen Kamigamo-jinja (上賀茂神社; wörtlich: Oberer Kamo-Schrein; früher auch Kamowakeikazuchi-jinja; ) und Shimogamo-jinja (下賀茂神社; wörtlich: Niederer Kamo-Schrein, da südlich vom Kamigamo-Schrein gelegen; früher auch Kamomioya-jinja; ).
Sie gehören zu den ältesten Schreinen des Landes. Beide Schreine sind dem Kami des Donners gewidmet und sind zentrale Bestandteile des Aoi-Festes, das im Mai abgehalten wird und aus einer Prozession zwischen den beiden Schreinen, Pferderennen und Bogenschießen (Yabusame) besteht. Zusammen mit mehreren anderen Schreinen, Tempeln und Burgen in Kyōto wurde der Kamo-Schrein 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.
Von den 36 zum Schrein gehörenden Gebäuden sind wohl das Hauptgebäude (Honden, neu aufgebaut im Jahr 1628) und das Nebengebäude (Gonden) am berühmtesten. Beide sind im Architektur-Stil der Heian-Zeit gebaut und gehören gegenwärtig zu den nationalen Kulturgütern Japans. Das Nishimura-Gebäude ist das einzige, das der Öffentlichkeit frei zugänglich ist.
Der Shimogamo-Schrein ist vermutlich etwa hundert Jahre älter als der Kamigamo-Schrein und datiert damit noch vor der Gründung von Kyōto (damals noch Heian-kyo). Der Schrein liegt im uralten Wald Tadasu-no-Mori (糺すの森, in etwa Wald der Wahrheitssuche).
Von den 53 Gebäuden des Schreins sind das östliche und auch das westliche Hauptgebäude wohl am bekanntesten, sie sind beide nationale Kulturgüter Japans. Auch bei diesen dominiert der Nagare-zukuri-Stil. Die Kami Kamotaketsunuminomikoto und Tamayorihimenomikoto haben hier ihre Hauptschreine.
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