| Foraminiferen | ||||||||||
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| Ammonia tepida.jpg, eine benthische Foraminifere aus der Bucht von San Francisco, mit fangbereiten Rhizopodien (Wurzelfüßchen)]] | ||||||||||
| Klassifikation: | Lebewesen |
| Domäne: | Eukaryoten (Eucaryota) |
| Protisten (Protista) | |
| Rhizaria | |
| Foraminifera |
Sie können zwischen Bruchteilen von Millimetern und 15 Zentimetern groß werden. Die wissenschaftliche Bezeichnung leitet sich aus den lateinischen Wörtern foramen - Loch und ferre - tragen („Lochträger“) ab. Die außerordentlich formenreiche Gruppe ist fossil seit dem Kambrium nachgewiesen.
In der Zelle ist ein Gehäuse eingelagert, welches das innere Zellplasma (Endoplasma) vom äußeren (Ektoplasma) trennt. Das Gehäuse kann sehr verschieden gebaut sein:
Das Gehäuse kann aus nur einer Kammer bestehen (monothalam), oder aus einer Reihe von Kammern (polythalam), die jeweils durch ein Loch (Stolonen) verbunden sind. Daher der deutsche Name "Lochkammerlinge". Dieses verwesungsresistente Gehäuse kann nach dem Absterben der Zelle fossilisieren und auf diese Weise erhalten bleiben. Gegenwärtig gibt es auch Foraminiferen ohne Gehäuse (anhand von DNA-Analyse nachgewiesen), diese haben jedoch kein Überlieferungspotential in Sedimentgesteinen. Jedoch ist es wahrscheinlich, dass diese gehäuselose Form den ursprünglichsten Typ der Foraminiferen darstellt.
Anhand von fossilen Foraminiferen-Vergesellschaftungen kann man die Umweltbedingungen vergangener Zeiten rekonstruieren und die sie enthaltenden Gesteine relativ datieren (Biostratigraphie). Ab der Kreidezeit stellen planktonische Foraminiferen aufgrund ihrer marinen Lebensweise und somit fast weltweiter Verbreitung wichtige Leitfossilien. Einige fossile Formen traten in solchen Mengen auf, dass sie gesteinsbildend wurden, so die Globigerinen (Globigerinida), die Fusulinen (Fusulinida) und die Nummuliten (Nummulitidae).
Foraminiferen sind vorwiegend Bewohner des Meeres, wo sie frei in der Wassersäule schweben (planktische Lebensweise) oder auf bzw. im Meeresboden leben (benthische Lebensweise). Am Boden können sie fest mit dem Substrat verbunden sein (sessilobenthisch) oder frei umherschweifen (vagilobenthisch).
Abhängigkeiten von abiotischen Umweltfaktoren bestehen z. B. von:
In die große Ordnung Rotaliida gehören auch die wohl bekanntesten Foraminiferen, die Nummuliten (lat.: nummulus - kleines Geldstück, daher auch „Münz(en)steine“), die erstmals in der obersten Kreide fossil in Erscheinung traten und ihre Blütezeit im frühen Paläogen (Tertiär) erlebten. Während dieser Zeit waren sie vor allem im Tethysmeer häufig und sie sind in den entsprechenden Sedimentgesteinen als Leitfossil von großer Bedeutung. Die bis in die Gegenwart existierenden Nummuliten bewohnen die Bodenregion (Benthal) tropischer und subtropischer Meere, bevorzugt im flachen Küstenbereich. Bei Nummuliten handelt es sich um Großforaminiferen, die bis zu 15 Zentimeter im Durchmesser erreichen können, durchschnittlich sind es ein bis zwei Zentimeter. Diese für einen Einzeller ungewöhnliche Größe und die Form der Gehäuse hat den Nummuliten zu ihrem Namen verholfen. Während ihrer Blütezeit in der Erdgeschichte konnten sich ihre Schalen derart anhäufen, dass sie gesteinsbildend wurden. So entstand auch der eozäne Nummulitenkalkstein in der Nähe von Gizeh in Ägypten. Die dortigen Steinbrüche lieferten einst die Blöcke, mit denen annähernd 60 Prozent der Pyramiden erbaut wurden. Als der griechische Historiker Herodot Ägypten besuchte, hielt er die Nummuliten für versteinerte Linsen, Reste der Mahlzeiten der Pyramidenarbeiter.
Foraminifera | Foraminifera | Foraminifera | Foraminifera | Foraminifera | Otwornice | Foraminifera
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