Die Lessingstadt Kamenz (sorbisch Kamjenc, (wörtlich "Kleiner Ort am Stein") ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises in Sachsen. Sie liegt etwa 40 km nordöstlich von Dresden und etwa 30 km nordwestlich von Bautzen.
Geographie
Geografische Lage
Die Stadt liegt in der westlichen
Oberlausitz am Fuße des Hutberges im Naturraum
Westlausitzer Hügel- und Bergland. Die Gegend ist die Nahtstelle zwischen der flachen Teichlandschaft im Norden und dem
Lausitzer Bergland im Süden. Dem entsprechend ist die Landschaft im Norden von flachwelliger
Heide geprägt, welche nach Süden hin relativ rasch ansteigt und im Ortsteil Hennersdorf bereits Mittelgebirgscharakter besitzt. Von Süden kommend und sich im Stadtgebiet mit einigen weiteren kleinen Fließen vereinigend durchfließt die
Schwarze Elster Kamenz in Richtung Norden.
Geologie
Kamenz_ausderLuft.jpg
Unmittelbar unter den Straßen der Stadt, unter einer nur mäßig starken Lössschicht, befinden sich massive
Grauwackefelsen, welche an einigen Stellen von
Granitaustritten unterbrochen werden und zum Teil direkt aus dem Boden ragen. Beide Gesteine wurden früher intensiv abgebaut, wovon noch heute mehrere zugelaufene Steinbrüche im Stadtgebiet (zum Teil unmittelbar neben Wohnvierteln) zeugen. Im Norden findet man
Kies und
Kaolinvorkommen, welche durch das Elbe-
Urstromtal entstanden.
Nachbargemeinden
Angrenzende Gemeinden sind im Norden und Nordosten
Oßling, im Osten
Nebelschütz, im Südosten die Stadt
Elstra, im Südwesten
Haselbachtal, sowie im Westen und Nordwesten die Gemeinde
Schönteichen.
Stadtgliederung
Die Stadt besteht neben Kamenz aus den Stadtteilen Jesau, Wiesa, Thonberg, Lückersdorf, Gelenau, Bernbruch, Deutschbaselitz, Zschornau, Schiedel und Hennersdorf.
Geschichte
Gegen Ende des
12. Jahrhunderts wurde an der Stelle der heutigen Altstadt eine Burg zur Sicherung des Überganges der
Via Regia über die
Schwarze Elster erbaut. Die Via Regia war damals ein überregional bedeutender Handelsweg von
Belgien bis hinein nach
Schlesien.
1225 wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt, seit
1319 war Kamenz freie Stadt.
1346 wurde der
Oberlausitzer Sechsstädtebund gegründet, dessen westlichste Mitgliedsstadt Kamenz wurde. Im Jahre
1707 vernichtete ein großer Stadtbrand viele Häuser in der Altstadt.
1729 wurde der Dichter und Schriftsteller
Gotthold Ephraim Lessing in Kamenz geboren.
Einwohnerentwicklung
Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweils gültigen Gebietsstand. Bis 1831 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Stichtag ist jeweils der 31. Dezember, sofern es nicht abweichend angegeben ist.
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| | Jahr
| Einwohner
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| 1885 | 7.211
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| 17. Mai 1939 | 14.483
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| 29. Okt. 1946 | 13.862
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| 31. Aug. 1950 | 14.331
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| 1955 | 14.981
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| 1956 | 14.931
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| 1957 | 14.857
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| 1958 | 14.876
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| 1959 | 14.944
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| 1960 | 14.888
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| 1962 | 15.461
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| 1963 | 15.350
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| 1964 | 15.905
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| 1965 | 16.236
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| 1966 | 16.585
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| 1967 | 16.657
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| | Jahr
| Einwohner
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| 1968 | 16.618
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| 1969 | 16.528
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| 1970 | 16.653
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| 1971 | 16.532
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| 1972 | 16.289
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| 1973 | 16.315
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| 1974 | 18.221
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| 1975 | 18.001
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| 1976 | 18.052
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| 1977 | 18.030
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| 1978 | 18.001
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| 1979 | 17.898
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| 1980 | 18.143
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| 1981 | 18.410
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| 1982 | 18.377
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| 1983 | 18.410
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| | Jahr
| Einwohner
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| 1984 | 18.339
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| 1985 | 18.269
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| 1986 | 18.323
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| 1987 | 18.229
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| 1988 | 18.126
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| 1989 | 18.016
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| 3. Okt. 1990 | 19.954
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| 1998 | 19.013
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| 1999 | 19.136
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| 2000 | 19.010
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| 2001 | 18.848
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| 2002 | 18.606
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| 2003 | 18.440
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| 2004 | 18.308
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| 30. Apr. 2005 | 18.243
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| 30. Sep. 2005 | 18.177
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Politik
Stadtrat
Der
Stadtrat von Kamenz zählt 22 Stadtverordnete. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 13. Juni 2004 wie folgt dar:
Städtepartnerschaften
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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Theater
- Stadttheater
- Hutbergbühne Kamenz (eine Open-Air Waldbühne für bis zu 10.000 Zuschauer)
Museen
Bauwerke
Natur
- Hutberg (294 m) - Parkanlage mit Rhododendren, Azaleen und verschiedenartigen Gehölzen.
- Etwa 32% des umgebenden Landkreises stehen unter Landschafts- bzw. Naturschutz mit gut ausgebauten Rad- und Wanderwegen.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Kamenzer Forstfest (jährlich in der Woche, in die der 24. August (Sankt Bartholomäustag fällt)
- Blütenlauf auf dem Kamenzer Hutberg
- Kamenzer Lessing-Tage (jährlich im Januar und Februar)
- Fete de la Musique jedes Jahr am 21. Juni
- Kamenzer Nasenfest (Stadtfest mit dem so genannten Nasenmarkt, jeden 3. Oktober)
- Karneval in Kamenz
- Kindertobetag jedes Jahr in den Winterferien
Kulinarische Spezialitäten
Eine besondere Kamenzer Spezialität sind die Kamenzer Würstchen. Eine sehr würzige Mischung aus
Wiener und
Knacker die warm gegessen wird.
Wirtschaft und Infrastruktur
Kamenz_Bautzner_Berg.jpg
Die Stadt beherbergt vorwiegend kleinere und mittlere Betriebe aus den Bereichen Textil, Maschinenbau, Kaolinverarbeitung und Plastikverarbeitung. Weiterhin liegt hier der Sitz einiger sächsischer Landesbehörden (z.B. Landesamt für Statistik). Zunehmend gewinnt der Tourismus an Bedeutung.
Verkehr
Kamenz liegt an der eingleisigen
Hauptbahn Arnsdorf -
Senftenberg. Nach
Dresden verkehrt eine Regionalbahnlinie im Stundentakt, Richtung dem brandenburgurgischen
Senftenberg verkehren keine Reisezüge mehr, nur noch Güterverkehr. Die nächstgelegene Anschlussstelle
Burkau zur
A 4 befindet sich etwa 12 km südlich. Am nordöstlichen Stadtrand befindet sich der
Flugplatz Kamenz.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Bekannt ist die Stadt als Geburtsort des Dichters Gotthold Ephraim Lessing, dessen Vater, Johann Gottfried Lessing, Pastor an der Hauptkirche St. Marien war. Das Geburtshaus Lessings wurde beim letzten großen Stadtbrand 1842 vernichtet, doch erinnert heute ein sorgfältig geführtes Museum an den berühmtesten Sohn der Stadt.
- Einer der bedeutendsten deutschen Maler der Moderne, Georg Baselitz ist 1938 als Hans-Georg Kern in Deutschbaselitz (heute ein Ortsteil von Kamenz) geboren.
- Bruno Richard Hauptmann, der wegen der Entführung und der Ermordung des Lindbergh-Babys verurteilt und hingerichtet wurde, wurde am 26. November 1899 in Kamenz geboren.
- Horst Sendler war seit 1966 Richter, ab 1976 Vizepräsident und von 1980 bis 1991 Präsident am Bundesverwaltungsgericht.
- Georg Baselitz, Maler und Bildhauer
Vereine
- HVH Kamenz e.V. Handballklub
- Safe Club e.V.''. ältester Jugendclub der Stadt
Literatur
Weblinks
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