Die Kamakura-Zeit (jap. 鎌倉時代 kamakura-jidai) (1185–1333) ist eine Epoche der japanischen Geschichte. Sie erhielt ihren Namen vom damaligen Regierungssitz des Shōgun in Kamakura. Sie markiert den Aufstieg des Kriegeradels gegenüber dem Adel in Kyoto, der in der Heian-Zeit noch dominierte.
Die Kontrolle über die einzelnen Provinzen wird immer schwächer. Es beginnt die Zeit, in der die großen Kriegsfamilien (Samurai) um die Vorherrschaft in Japan streiten. Voran die Taira und die Minamoto, die mächtigsten Familien im 12. Jahrhundert. Die Minamoto werden 1160 von den Taira vernichtet, worauf der Einfluss der Taira am Hofe, an dem es immer noch viele hochrangige Fujiwara gibt, steigt. Auch die Taira bevorzugen ein indirektes Eingreifen in die Politik durch den neuen Kaiser, einen Enkel des Taira-Oberhauptes. Viele hohe Posten werden von Mitgliedern der Familie belegt. Der Handel, besonders mit dem China der Song-Dynastie, wird wieder gefördert, und es werden neue Häfen gebaut. Um die Loyalität der Provinzen zu behalten, werden Lehen und Nutzungsrechte an die Fürsten vergeben. Der Machtkampf zwischen den Taira und den Minamoto flammt wieder auf. Die Taira hatten 1160 die Anführer in der Schlacht in Heiankyō verschont. Der alte Kaiser verbündet sich mit den Minamoto, und es kommt zum Gempei-Krieg (1180–1185), der in der Seeschlacht von Dannoura zum Vorteil der Minamoto endet.
Minamoto no Yoritomo, (1147–1199) einer der Söhne des Oberhauptes der Minamoto, erhält wegen seiner militärischen Leistungen 1192 vom Tennō den erblichen Titel des Seii Taishōgun und übernimmt in Kamakura die Regierungsgeschäfte. Er vernichtete das bestehende System nicht, sondern überlagerte es durch militärische Elemente. Die Verwaltung läuft über sein Hauptquartier in Kamakura, und die Macht liegt jetzt allein beim Militär, den bushi (武士). Yoritomo stirbt 1199, worauf die Macht einer anderen Familie, der Hōjō, steigt. Nach einem Konflikt mit dem Kaiserhof werden die kaiserlichen Truppen von den Hōjō unter der Führung von Hōjō Masako vernichtet. Es beginnt eine neue Zeit des inneren Friedens. Die Hōjō entscheiden hinter den Kulissen die kaiserliche Rangfolge.
1264 erobern die Mongolen unter Kublai Khan China und fordern auch die Unterwerfung Japans. Doch das Bakufu lehnt ab und ignoriert die Drohungen.
In den Jahren 1274 und 1281 wehren die Shogune im Nordwesten Kyūshūs zwei Invasionsversuche der Mongolen ab. Zweimal wird dabei die von Koreanern gebaute mongolische Flotte von Taifunen vernichtet. Der Legende nach sind diese Winde von den Göttern gesandt, daher der Name Kamikaze (jap. 神風, Götterwind). Die Samurai forderten eine Belohnung für ihren Dienst, der jedoch nicht oder nur in geringem Umfang vom Shogunat gewährt werden konnte, da bei der Verteidigung des Landes kein Gewinn durch Landeroberung oder Kriegsbeute abfiel. Zudem forderten viele Sekten des Buddhismus Zuwendungen, da sie den Kamikaze auf ihr Lesen von Sutren begründeten. Nach den Mongoleneinfällen sollte bis zum Pazifikkrieg im 20. Jh. das Inselreich Japan nicht wieder von einer ausländischen Macht angegriffen werden.
In ihrem Unmut wandten sich vor allem die Familien der Ashikaga und der Nitta wieder mehr dem Kaiser zu. Dies machte sich schließlich der Tennō Go-Daigo (1288–1339) zunutze, um das Shogunat der Hōjō 1333 zu stürzen und mit einer Restauration der kaiserlichen Macht (der Kemmu-Restauration) zu beginnen, die aber nur wenige Jahre Bestand hatte, vor allem aufgrund unterschiedlicher Interessen Go-Daigos und der Ashikaga. Die Ashikaga ergreifen die Macht und setzen einen eigenen Kaiser ein. Go-Daigo errichtet daraufhin eine neue Residenz südlich der Hauptstadt Kyōto. Der Hof ist in einen nördlichen (Kyōto) und südlichen Hof (Ōsaka) gespalten (Zeit der Nord- und Südhöfe). Go-Daigo kann sich nur durch die großen Samuraifamilien halten, die hinter ihm stehen. Das Ashikaga-Oberhaupt wird zum Shōgun ernannt, den sogar China als König von Japan anerkennt. Die Ashikaga eröffnen wieder den Handel mit dem chinesischen Kaiserhof. 1392 endet der Konflikt zwischen Südkaiser und Nordkaiser. Go-Daigo verzichtet auf seine Herrschaftsansprüche.
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