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Unter Kalkung oder auch Kalkdüngung versteht man eine Maßnahme zur Erhöhung des pH-Wertes eines Bodens durch Verteilung von Kalksteinmehl oder Branntkalk. Kalkungen werden durchgeführt, um Bodenversauerungen entgegenzuwirken und um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten.

Um Waldschäden einzudämmen, werden immer mehr Bodenschutzkalkungen durchgeführt. In der Regel wird dabei eine oberflächliche Kalkung durchgeführt. Hubschrauber verbreiten den Kalk großflächig über dem Wald. Für die verschiedenen Standorte muss abgewogen werden, ob eine Kalkung durchgeführt werden sollte oder nicht.

Kalkdünger


Kalkdünger dienen neben der Bodendüngung auch zur Versorgung der Pflanzen mit Calcium und Magnesium. Naturkalke (Ca-Carbonate, Mg-Carbonate) werden abgebaut als Kalkstein, Kreide, Kalkmergel, Mergel, Dolomit und sind weit verbreitet. Sie werden ergänzt durch Industriekalke sowie kalkhaltige Stickstoffdünger und Phosphatdünger.

Nach dem Einsatzzweck werden die Gesundungskalkung zur Deckung von Nachholbedarf und die Erhaltungskalkung unterschieden. Je nach Pufferkapazität des Bodens werden schnell wirkende Kalkformen wie Branntkalk CaO oder Löschkalk Ca(OH)2 für schwere Böden bevorzugt, während auf leichteren Böden Kalkmergel oder Hüttenkalk verwendet wird, um eine Überkalkung zu verhindern.

Kalkbedarf und pH-Bereich


Die richtige Dosierung der Kalkdüngung erfordert eine Bodenanalyse und eine Zielgröße für die anzustrebende Bodenreaktion (Boden-pH). Bei leichten Böden wird ein etwas niedrigerer pH-Wert (5,0 bis 6,0) angestrebt, als bei schweren Böden (5,5 bis 7,0). Einige Pflanzen sind an bestimmte Säurebereiche so eng angepasst, dass sie als Indikatoren für den aktuell vorhandenen pH-Wert dienen können.

Bei der Einstellung eines günstigen pH-Bereiches sind weniger die direkten Auswirkungen der H+-Ionen maßgebend, als die Verfügbarkeit von Nährstoffen für die Kulturpflanzen und die Struktureigenschaften des Bodens bei dem jeweiligen pH-Wert. Bei sauren Böden sind neben dem Kalzium auch Magnesium, Kalium, Phosphor und Molybdän durch Auswaschung (Verarmung) oder Festlegung nicht pflanzenverfügbar. Ab einem Wert < pH 3 wirkt sich die H+-Toxizität aus.

Bei einer Überkalkung werden dagegen Eisen, Mangan und Bor festgelegt. Ab einem Wert > pH 9 kommt eine OH- Toxizität als Primärschaden zustande.

Siehe auch


Quellen


  • Arnold Finck, Kiel 1976: Pflanzenernährung in Stichworten, S.130 ISBN 3-554-80197-6

Bodenkunde | Waldschutz | Dünger | Bodenfruchtbarkeit

 

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