Unter Kalkung oder auch Kalkdüngung versteht man eine Maßnahme zur Erhöhung des pH-Wertes eines Bodens durch Verteilung von Kalksteinmehl oder Branntkalk. Kalkungen werden durchgeführt, um Bodenversauerungen entgegenzuwirken und um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten.
Um Waldschäden einzudämmen, werden immer mehr Bodenschutzkalkungen durchgeführt. In der Regel wird dabei eine oberflächliche Kalkung durchgeführt. Hubschrauber verbreiten den Kalk großflächig über dem Wald. Für die verschiedenen Standorte muss abgewogen werden, ob eine Kalkung durchgeführt werden sollte oder nicht.
Nach dem Einsatzzweck werden die Gesundungskalkung zur Deckung von Nachholbedarf und die Erhaltungskalkung unterschieden. Je nach Pufferkapazität des Bodens werden schnell wirkende Kalkformen wie Branntkalk CaO oder Löschkalk Ca(OH)2 für schwere Böden bevorzugt, während auf leichteren Böden Kalkmergel oder Hüttenkalk verwendet wird, um eine Überkalkung zu verhindern.
Bei der Einstellung eines günstigen pH-Bereiches sind weniger die direkten Auswirkungen der H+-Ionen maßgebend, als die Verfügbarkeit von Nährstoffen für die Kulturpflanzen und die Struktureigenschaften des Bodens bei dem jeweiligen pH-Wert. Bei sauren Böden sind neben dem Kalzium auch Magnesium, Kalium, Phosphor und Molybdän durch Auswaschung (Verarmung) oder Festlegung nicht pflanzenverfügbar. Ab einem Wert < pH 3 wirkt sich die H+-Toxizität aus.
Bei einer Überkalkung werden dagegen Eisen, Mangan und Bor festgelegt. Ab einem Wert > pH 9 kommt eine OH- Toxizität als Primärschaden zustande.