Kalahari_E02_00.jpg | Kalahari.jpg: die Kalahari in Bildmitte]]
Die Kalahari (auch Kgalagadi) ist eine Sandwüste aus überwiegend feinpulverigem rotem Sand. Sie erstreckt sich von der Nördlichen Kapprovinz in Südafrika durch Namibia und Botsuana hindurch bis nach Angola und Sambia hinein über eine Fläche von mehr als 1,2 Mio. km².
Große Teile der Kalahari sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen: so z.B. der Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark im Grenzgebiet zu Südafrika und Namibia (ehemals Gemsbok-Nationalpark), das Central Kalahari Game Reserve und im Nordwesten Botsuanas das weltberühmte Okawango-Flussdelta: der in Angola entspringende Okawango fächert sich hier in ein riesiges Binnendelta auf, um dann in der Kalahari zu versickern. Seit Ende der 90er Jahre wird die Kalahari durch den Trans Kalahari Highway erschlossen. Diese gut ausgebaute Straße ist ein wichtiges Teilstück des vom Indischen Ozean in Mosambik bis zum Atlantik in Namibia führenden Handels- und Transportwegs.
Geologie
Geologisch reicht die Kalahari sogar noch weiter nach Norden und geht dort im
Tschad in die
Sahara über. Der ausgedehnteste Teil der Kalahari - die "Zentral-Kalahari" - liegt in
Botsuana und reicht hier mit seinen westlichen Ausläufern nach
Namibia hinein.
Die Zentral-Kalahari besteht aus einem riesigen Becken, in dem sich durch
Erosion weicher Gesteine Sande ablagerten. Die aus den Sanden gebildeten
Dünen wurden in der jüngsten
Erdgeschichte aufgrund einer Klimaveränderung und damit einhergehendem Bewuchs stabilisiert. (Mit Beginn des
Atlantikums vor etwa 8.000 Jahren wurde das Klima vorübergehend wärmer und feuchter.) Die Kalahari hat seither keine
Wanderdünen mehr.
Flora & Fauna
Das Okawango-Delta ist der wohl untypischste Teil der Kalahari - von der
Vegetation und dem Tierreichtum her aber bestimmt auch der eindrucksvollste. Je nach Jahreszeit und Wasserstand finden sich hier riesige Tierherden aller im südlichen Afrika vorkommenden Arten ein. Das Delta wurde daher von der
UNESCO zum
Weltnaturerbe erklärt und unter strengen Schutz gestellt. Damit einhergehend fördert die botsuanische Regierung einen ausgesucht teuren, aber auch ausgesprochen luxuriösen
Safari-Tourismus im Delta und verhindert dadurch die Negativauswirkungen eines ungezügelten
Massentourismus.
Der größte Teil der Kalahari dagegen wird vor allem von speziellen Dünen- und Wüstengräsern, aber auch von hochwachsenden Akazien-Bäumen, die mit ihren langen Wurzeln an die zwar tiefliegenden, aber reichlich vorhandenen Wasseradern gelangen, bestimmt.
Siedlungen
Die Kalahari ist das Rückzugs - und heute Hauptsiedlungsgebiet der
San, bei uns noch häufig als Buschmänner oder Buschleute bekannt. Dieses kleinwüchsige Volk gilt – zusammen mit den
Damara – als das erste Siedlungsvolk in dieser Region und war bis zum
16. Jahrhundert in allen Ländern des südlichen Afrika beheimatet. Im Rahmen der afrikanischen Völkerwanderung drängten jedoch
bantustämmige Völker nach und führten mit Unterstützung der am Kap ansässigen Europäer einen gnadenlosen Vernichtungsfeldzug gegen die San. Die Überlebenden flüchteten in die lebensfeindliche Kalahari und lernten, sich an deren äußerst schwierigen Lebensbedingungen anzupassen. Die San sind in Familien organisiert und leben als
nomadische Jäger und Sammler von dem reichlichen Wildbestand der Kalahari und den hier vorkommenden Früchten und Wurzeln. Wasser beziehen sie aus wasserspeichernden Pflanzen und ernten Tau. Die durstlöschende, nach Gurke und Melone schmeckende Frucht
Kiwano ist eine weitere Nahrungsmöglichkeit. Das wenige Geld (Währung:
Namibia-Dollar (N$) bzw. südafrikanische
Rand (R)), das sie benötigen, verdienen sich die San hinzu durch schonendes Abernten des
Rooibusches, der ein in Europa, vorzugsweise Deutschland, zunehmend beliebt werdender
Tee ist, der preiswert erhältlich ist (in
Südafrika wird der Rooibusch in der
Provinz Nordkap professionell angebaut und vertrieben).
Als Überbleibsel einst sehr viel weiter verbreiteter Kulturen bildet die Sprache der San eine eigene Khoisan-Sprache, die sich – besonders durch den Gebrauch von Schnalzlauten, die ein „Schnalzen“ der Zunge verursachen - von denen ihrer Nachbarn, die Bantusprachen sprechen, nicht jedoch zu sehr von den Xhosas, unterscheidet.
Die San kennen kein Privateigentum; dies und die jahrhundertelange Abgeschiedenheit vom Rest der Welt machen es den San sehr schwer, Anschluss an die materialistisch bestimmte Neuzeit zu finden. Die von der botsuanischen Regierung zum Schutz der Kalahari-Nationalparks vorgenommenen Umsiedlungs- und Sesshaftmachungsversuche sind an dem zähen Widerstand der San weitestgehend gescheitert. Auch deren Einbindung in den Tourismus ist, wegen der sehr unterschiedlichen Wertevorstellungen, außerordentlich schwierig.
Klima
Die Kalahari liegt in einer kontinentalen
ariden Klimazone. Sie ist gekennzeichnet durch lange Trockenperioden mit unregelmäßigen Sommerregenfällen zwischen Dezember und Februar, hohe, meist über 30° Celsius liegende Tagestemperaturen und bis unter 0° Celsius reichende Nachttemperaturen - vor allem im afrikanischen Winter. Die Trockenheit beruht auf der Lage zwischen dem 20. und 30. südlichen
Breitengrad. Genauso wie im gleichen nördlichen Bereich werden die Luftmassen gezwungen, vom
Urpassat kommend abzusteigen. Dieses bewirkt eine zunehmende Erwärmung der Luftmassen, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit abnimmt und es zu trockenen, wolkenfreien Klimaverhältnissen kommt.
Weblinks
Wüste in Afrika | Geographie (Afrika) | Geographie (Botsuana) | Geographie (Namibia) | Geographie (Sambia) | Geographie (Südafrika)
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