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Der Kakadu-Nationalpark (englisch Kakadu National Park) liegt 171 km östlich der Stadt Darwin im Northern Territory von Australien. Der Park gilt aufgrund seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt als einer der schönsten Nationalparks in Australien.

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Der Name des Nationalparks bezieht sich nicht auf den Vogel Kakadu sondern auf die australischen Ureinwohner vom Stamme Gagudju, die seit rund 40.000 Jahren in diesem Gebiet leben.

Fakten


  • Gründung: 1981
  • Größe: 19.804 km²
  • Einwohner: ca. 400
  • Klima: Durchschnittstemperatur 34° C, 90% des Niederschlages von November bis April
  • Bodenschätze: Der Nationalpark hat mit die reichsten Uran-Vorkommen der Welt (z. B. Ranger-Uran-Mine).
  • Hauptstadt: Jabiru, dort gibt es auch einen Flughafen.

Kurzbeschreibung


Der Kakadu-Nationalpark wurde wegen seiner herausragenden natürlichen und kulturellen Werte in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen. Der Park enthält eine der schönsten und umfangreichsten Sammlungen an Felsmalereien in der Welt - ein Hinweis darauf, wie lang schon die Verbindung der Ureinwohner mit diesem Gebiet währt. Hier in Kakadu befinden sich großartige Landschaften, von den wild-rauhen Sandsteinflanken des Hochplateaus über die weitläufigen Waldgebiete bis hin zu den ausgedehnten Feuchtgebieten. Kakadu schützt auch das gesamte Einzugsgebiet eines großen subtropischen Flusses, des South-Alligator-Flusses, und Beispiele aller Habitatarten des Top Ends von Australien.

Der Park ist eine Kulturlandschaft, der die spirituellen Vorfahren der Ureinwohner während der Schöpfungszeit Gestalt verliehen (Creation Era). Sie bereisten das Land und schufen auf ihrer Reise die Landschaftsformen, Pflanzen, Tiere und Bininj/Mungguy (Ureinwohner). Sie lehrten Bininj/Mungguy, wie sie leben und wie sie das Land pflegen sollten. Der Park wird jetzt von seinen traditionellen Eigentümern, den Aborigines, und den Mitarbeitern von "Parks Australia" gemeinschaftlich verwaltet. Sie streben an, die Interessen der traditionellen Eigentümer zu schützen, das Kulturerbe des Parks zu bewahren und Besucher des Parkes anzuregen von seinen Angeboten Gebrauch zu machen und sich seiner zu erfreuen.

Jahreszeiten


Trockenzeit (April bis September)
In der frühen Trockenzeit trocknet das Land langsam aus. Man kann oft Grasfeuer sehen, die von Rangers und den traditionellen Eigentümern (Aborigines) angezündet werden. Mit Fortschreiten der Jahreszeit trocknen auch Flussbette und die Überschwemmungsgebiete aus; die Tiere drängeln sich in den ganzjährigen verbleibenden Feuchtgebieten, so dass dies die beste Zeit des Jahres ist, Krokodile, Vögel und andere Tiere auf freier Wildbahn zu beobachten. Die Trockenzeit dürfte die angenehmste und beliebteste Jahreszeit zum Besuch des Parks sein.

"Build-Up" (Die Zeit vor dem Einsetzen des Monsunregens)
Während dieser Zeit nimmt die Luftfeuchtigkeit immer mehr zu, bis sich schließlich die aufgebaute elektrische Spannung in schwersten Stürmen entlädt, die aber auch Erleichterung verschaffen. Diese Jahreszeit kann unangenehm heiß und schwül sein. Allerdings ist dies auch die beste Jahreszeit für die Beobachtung von Krokodilen und Vögeln in den Flüssen und Feuchtgebieten.

Regenzeit (Dezember bis März)
Ein Besuch in der Regenzeit lässt Sie die lebendigen Veränderungen miterleben, wenn sich nach dem Einsetzen des Monsunregens Bach-und Flussbette füllen und ihr Wasser sich über die Überschwemmungsgebiete ergiesst. Die jungen Triebe verwandeln die Eukalyptuswälder in ein Meer von leuchtendem Grün. Allerdings steigt die Luftfeuchtigkeit oft unangenehm hoch, begleitet von häufigen Regenfällen. Die Zufahrt zu mehreren Parkgebieten ist während dieser Zeit stark eingeschränkt.

Die Aborigines kennen sechs Jahreszeiten:

  • Gunumeleng - Mitte Oktober bis in den späten Dezember: stürmische Vor-Monsun-Zeit, heißes Wetter, am Nachmittag gewittrig.
  • Gudjewg - Januar bis März: Monsun-Zeit mit heftigen Gewittern und Überflutungen.
  • Banggerreng - April: die Überflutungen gehen zurück, stürmisches und windiges Wetter.
  • Yegge - Mai bis Mitte Juni: relativ kühl mit geringer Luftfeuchtigkeit.
  • Wurrgeng - Mitte Juni bis Mitte August: kühles Wetter, die Ebenen trocknen aus, die Flüsse versiegen.
  • Gurrung - Mitte August bis Mitte Oktober: heißes, trockenes Wetter, weiteres Zurückgehen der Billabongs

Flora und Fauna


Tier- und Pflanzenbestand

Die Tier- und Pflanzenwelt im Kakadu-Nationalpark ist besonders vielfältig. Fast 300 Vogelarten und über 50 Fischarten wurden gezählt. Zusätzlich gibt es rund 10.000 Arten von Insekten. Zu den bekanntesten Tieren gehören die Pelikane, Jaribus, Seeadler und Kängurus; ein häufiger Süßwasserfisch ist der Barramundi. Zu den berüchtigtsten Tieren im Kakadu Nationalpark gehören die zahlreichen Krokodile, bekannt nicht zuletzt durch den Film Crocodile Dundee, der teilweise im Kakadu-Nationalpark gedreht worden ist. Die Pflanzenwelt ist nicht minder vielfältig und entwickelt sich vor allen Dingen in der Regenzeit explosionsartig. Unter anderem sind Wasserlilien, Seerosen, Lotusblumen und Mangrovenwälder zu sehen, darunter auch zahlreiche seltene fleischfressende Pflanzen wie Regenbogenpflanzen, Wasserschläuche und Sonnentau.

Ökologische Probleme

Die Tier- und Pflanzenwelt des Kakadu-Nationalparks war lange Zeit durch eine große Anzahl aus Asien eingeführter, verwilderter Wasserbüffel bedroht. Im Jahr 1988 betrug der Bestand der hier lebenden Tiere 20.000. Durch ihr Freß- und Suhlverhalten beeinflussten sie nachhaltig ihren Lebensraum. Einheimische Tierarten wie Krokodile und Barramundis nahmen in ihrer Bestandszahl ab; Lebensraum insbesondere für einheimische Wasservögel wurde nachhaltig eingeschränkt.

Die Anzahl der Wasserbüffel wurde durch ein rigoroses Abschußprogramm auf 250 Tiere im Jahr 1996 reduziert. Seitdem ist eine Erholung der einheimischen Tier- und Pflanzenbestands zu verzeichnen.

Eine weitere Gefahr ist die im Jahre 1935 in Australien eingeführte Aga-Kröte.

Kunst


Image:Aborigine_kunst.jpg|Barramundi-Fische im Röntgenstil Image:Aboriginal Art Australia(1).jpg|Känguru im Röntgenstil am Nourlangie Rock Image:Aboriginal Art Australia(2).jpg|eine Gruppe von Geistern am Nourlangie Rock Image:Aboriginal Art Australia(5).jpg|„Mimi“-Geist in Ubirr Die geschützten Felsüberhänge und Höhlen des Kakadu-Nationalparks boten des Aborigines genügend Platz für Felsmalereien. Es gibt über 5000 verschiedene Orte, an denen Felsmalereien gefunden wurden. Die ältesten werden auf rund 20.000 Jahre geschätzt. Die jüngsten sind gerade einmal 150 Jahre alt, und man sieht auf den moderneren Gemälden beeindruckende Segelschiffe und Gewehre.

Abgebildet werden Menschen, Tiere, Werkzeuge und Situationen; die Malereien dienen als Wissensspeicher. Bekannte und für Besucher zugängliche Stätten im Park befinden sich in Ubirr und Nourlangie. Da die Felsmalereien mit natürlichen, wasserlöslichen Farben gemalt sind, gefährden Regen und die Staubentwicklung durch Besucher den Bestand. Zu den Hauptaufgaben der Park Ranger gehört deshalb die Konservierung der Malereien durch das Legen von Tropfrinnen und die Umleitung von Wasserflüssen.

Geschichtliche Zusammenfassung


  • ab 1971: Uranabbau durch Minengesellschaften
  • 1978: Rückgabe des Landes an die Ureinwohner, den Buntji-Clan des Gagudju-Stammes
  • 1981: Buntji-Clan verpachtet das Land an die Regierung; Gründung des Nationalparks
  • 1992: Kakadu-Nationalpark wird von der UNESCO zum "Erbe der Menschheit" erklärt
  • 2002: Nach jahrelangen Protesten stellt die Minengesellschaft Rio Tinto die Uranförderung an der Jabiluka Mine ein.

Sehenswürdigkeiten


Das Bowali Besucherzentrum.

Eine Ausstellung und Videofilme vermitteln einen Einblick in die bedeutendsten Lebensräume des Parks.

Mamukala Feuchtgebiet

Eine überdachte Beobachtungsplattform ermöglicht es Vögel zu beobachten. Auf ausgedehnten Gehwegen kann man das Feuchtgebiet umwandern.

Warradjan Kulturzentrum der Ureinwohner

Enthält eine Ausstellung und Informationen über viele Aspekte der Kultur der Ureinwohner des Kakadugebietes. Viele Ausstellungsgegenstände wurden zu Verfügung gestellt von Bininj (Mensch/Mann hier: Bezeichnung der Aborigines des der Gegend) des Murrumbur-Clans. Benannt ist das Zentrum nach Warradjan, der Papua-Schildkröte, deren Form die Architektur des Zentrums nachempfunden ist.

Yellow Water

Ein lebendig sich veränderndes Feuchtgebiet, in der Regenzeit ein überschwemmtes Gewässer, verwandelt es sich während der Trockenzeit-Periode in einen Zufluchtsort für Tiere.

Maguk

Eine ein wunderschöner Teich am Fuße eines kleinen Wasserfalls.

Gunlom Teich

Man kann diesen Wasserfall von seinem Fuß aus betrachten oder aber hochklettern und das oben liegende Felsgebiet erkunden.

Yurmikmik

Insbesondere in der Regenzeit lockt dieses Gebiet mit seinen Angeboten an Wanderwegen entlang der Bachbette, Wasserfällen und Aussichtspunkte.

Ubirr Rock-Kunststätte

Felsmalereien der Ureinwohner und eine wunderschöne, weitschweifende Aussicht auf die Nardab Überschwemmungsgebiete verleihen Ubirr Rock seinen ganz besonderen Reiz.

East Alligator Fluss

Bildet einen Teil der Grenze zwischen Kakadu und Arnhemland. Auf einer Bootsfahrt lassen sich der Fluss und die Kultur der Ureinwohner entdecken.

Bardedjilidji

Ein Spaziergang durch geschichtete Sandsteingebiete, von Wind und Wetter in Höhlen und Säulen umgestaltet.

Nunguluwurr Kunststätte

Ein Wanderweg führt zu einer schattigen und friedvollen Naturgalerie mit Felsmalereien der Ureinwohner.

Gubarateiche

An Sandsteinklippen entlang führt ein Waldweg zu Teichen inmitten eines kühlen, schattigen Regenwaldes.

Kunststätte am Nourlangiefelsen

Am Fuße des Felsen befindet sich eine sehr alte Schutzunterkunft und außerordentliche Felsmalereien der Ureinwohner.

Anbangbang Teich

Dieses kleine Feuchtgebiet, am Fuße des Nourlangie Felsen gelegen, in dem sich Wasserlilien drängeln, stellt ein Paradies für Wasservögel dar.

Mirrai Aussichtspunkt

Von der Plattform aus bietet sich Ihnen ein Blick über die ausgedehnten Eukalyptuswaldgebiete des zentralen Parkgebietes.

Teiche an den Jim Jim Wasserfällen und die Schlucht an Twin Falls

Während der Trockenzeit tröpfelt das Wasser nur in einem dünnen Rinnsal, aber die Teiche am Fuße der Wasserfälle sind von grandiosen Klippen umgeben. In der Regenzeit, lassen sich die Fälle vom Flugzeug aus erkunden.

Siehe auch


Weblinks


Nationalpark in Australien | Northern Territory | Weltkulturerbe (Asien und Ozeanien) | Weltnaturerbe (Asien und Ozeanien)

Kakadu National Park | Parque Nacional Kakadu | Kakadu | カカドゥ国立公園 | Nationaal park Kakadu | Parque Nacional Kakadu | Kakadu nationalpark

 

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