Das Kajkavische (kroat. kajkavski) ist eine im nördlichen Kroatien gesprochene Dialektgruppe des Kroatischen. Benannt ist sie nach dem hier gebräuchlichen Fragewort kaj? (was?) anstelle des standardsprachlichen što?
Die kajkavischen Dialekte sind diejenigen von allen kroatischen Dialekten, die sich am stärksten von der auf dem Štokavischen basierenden Standardsprache unterscheiden. Sie sind deshalb für Sprecher der Standardsprache oftmals nur schwer zu verstehen.
Ein weiteres, sehr auffallendes Unterscheidungsmerkmal neben dem Fragewort "kaj" ist die Bildung des Futurs im Kajkavischen. Anstelle der Bildung mit "ću", "ćeš", "će", sagen Sprecher des Kajkavischen "bum", "buš" oder "bu", etc.
Außerdem wird im Kajkavischen die nahe Zukunft viel häufiger verwendet als in der standardkroatischen Sprache.
Das Sprachgebiet der kajkavischen Dialekte erstreckt sich von der Kupa im Südwesten bis an die Staatsgrenzen Kroatiens zu Slowenien und Ungarn im Norden. Im Osten und Süden entspricht die Dialektgrenze des Kajkavischen zum Štokavischen ungefähr der früheren Grenze Zivilkroatiens zur ehemaligen Militärgrenze und zu Slawonien. Entlang dieser Dialektgrenze gibt es auf beiden Seiten Sprachinseln der jeweils anderen Dialektgruppe. Die Dialekte der Region um Karlovac bilden Übergangsdialekte des Kajkavischen zum Čakavischen, mit dem sie im Südwesten eine kurze gemeinsame Grenze haben. Mit den im Nordwesten angrenzenden östlichen slowenischen Dialekten bildet das Kajkavische ein Dialektkontinuum, das sich erst unter dem Einfluss der unterschiedlichen Standardsprachen in jüngerer Zeit aufzulösen beginnt.
Traditionelle städtische Zentren des kajkavischen Gebietes sind Zagreb und Varaždin. Vor allem in Zagreb wurde der Gebrauch des Kajkavischen jedoch in jüngerer Zeit unter dem Einfluss der Standardsprache und infolge der Zuwanderung aus anderen Landesteilen zurückgedrängt. In ländlichen Gebieten wie dem Hrvatsko Zagorje oder dem Turopolje herrscht das Kajkavische hingegen bis heute vor.
Die Dialekte des Gorski kotar an der kroatisch-slowenischen Grenze nördlich von Rijeka werden in Übersichten über die Dialekte des Kroatischen oder Serbokroatischen oft ebenfalls zum Kajkavischen gezählt, da sie einige Gemeinsamkeiten mit diesem aufweisen, unter anderem auch das Fragewort kaj. Sie haben jedoch keine territoriale Verbindung zu den übrigen kajkavischen Dialekten und sind typologisch und genetisch betrachtet Übergangsdialekte zwischen dem Čakavischen und dem Slowenischen.
Die kroatische Bevölkerung der beiden Ortschaften Hidegség und Fertőhomok südlich des Neusiedler Sees im ungarischen Komitat Győr-Moson-Sopron spricht ebenfalls Kajkavisch. Sie gehören zur Gruppe der in Ungarn lebenden Burgenlandkroaten.
Кайкаўскі дыялект | Kajkavian dialect | Kajkavsko narječje | Dialekt kajkawski
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