PfalzKaiserswerth01.jpg Die Ruine der Kaiserpfalz Kaiserswerth befindet sich im Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth.Die Pfalz geht auf eine Klostergründung des Mönchs Suibert(us) um 700 zurück. Zu jener Zeit schenkten der fränkische Hausmeier Pippin der Mittlere und seine Frau Plektrudis dem angelsächsischen Mönch eine durch Umrundung des alten Rheinarmes künstlich angelegte Rheininsel, auf der sich bereits ein fränkischer Fronhof - geschützt durch Erdwall, Graben und Palisaden - befand. Dieser entwickelte sich in der nachfolgenden Zeit zu einer wehrhaften Zollfeste.
Der Name Kaiserswerth leitet sich aus dem mittelhochdeutschen Wort werth für Insel her. Er bedeutet somit Kaiserinsel bzw. Insel des Kaisers.
1016 wurde eine dortige Burg erstmals urkundlich erwähnt. In jenem Jahr söhnte sich der Salierkaiser Heinrich II. mit dem Pfalzgrafen Ezzo aus und schenkte ihm Kaiserswerth samt Burg. Ezzos Sohn Otto starb im Jahr 1047 ohne Erben, und so fielen die Gebiete wieder an das Reich.
Kaiser Heinrich III. ließ bereits kurz danach den vorhandenen Burgbau zu einer Pfalz erweitern. Diese erste salische Anlage ist heutzutage jedoch vollkommen verschwunden.
Nachfolgend verlor Kaiserswerth für fast 100 Jahre seine Bedeutung.
Kaiser Friedrich Barbarossa verlegte im Jahr 1174 den Rheinzoll von der niederländischen Stadt Thiel nach Kaiserswerth. Zu diesem Zweck ließ er Kaiserswerth zu einer mächtigen Festungsanlage ausbauen, deren Fertigstellung nicht wie oft behauptet 1184, sondern wahrscheinlich erst 1193 unter seinem Sohn Heinrich VI. erfolgte . Die heute sichtbaren Überreste der Kaiserpfalz stammen aus jener Zeit.
Die Anlage war jedoch nicht als ständiger Wohnsitz konzipiert, und so ist auch nur ein einziger Aufenthalt Barbarossas am 22. April 1158 nachweisbar. Jedoch zeugen zahlreiche in Kaiserswerth ausgestellte Urkunden von Aufenthalten späterer Kaiser, so Heinrichs V., Konrads III., Heinrichs VI., Ottos IV. und Heinrichs VII.
Die Pfalz bestand nach dem Ausbau durch Kaiser Barbarossa aus einem dreigeschossigen Palas, in dessen Mitte sich ein mächtiger Bergfried befand. Der Haupteingang lag im nordöstlich davon gelegenen Klever Turm. Eine halbkreisförmige Umfassungsmauer mit vorgelagertem Graben und zwei Ecktürmen bot Schutz von der Landseite.
Durch den Beschuss war die Pfalz stark beschädigt worden und wurde in der Folgezeit wieder instand gesetzt. Sie kam aber bereits 1692 wieder an Kurköln.
12.000 Kanonenschüsse hatten ihre deutlichen Spuren hinterlassen: Beinahe alle Häuser in der Stadt waren zerstört, die Pfalzanlage erneut stark beschädigt. Auf Befehl Johann Wilhelms II. wurde diese geschleift und am 9. August gesprengt. Dieser Sprengung fiel auch der mächtige Bergfried zum Opfer, die Landseite der Anlage war danach vollkommen zerstört. Bei Niedrigwasser sind heutzutage noch große Mauerwerksbrocken im Kiesbett am Flussufer sichtbar. Der mächtige Portalstein, der sich über dem Haupteingang befand, wurde als Kriegsbeute nach Düsseldorf gebracht und 150 Jahre lang im Hof des dortigen Schlosses Benrath aufgestellt. Nunmehr befindet er sich wieder auf dem Gelände der Kaiserpfalz. Eine seiner beiden Inschriften lautet: "Im Jahre 1184 nach der Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus hat Kaiser Friedrich das Reich mit dieser Zierde vermehrt, gewillt, die Gerechtigkeit zu festigen und auf dass überall Friede herrsche."
Durch den Frieden von Rastatt aber fiel Kaiserswerth 1714 wieder an das Kurfürstentum Köln zurück. Im Jahr 1838 erfolgte dann die Übernahme der Kaiserpfalz durch die Stadt Kaiserswerth.
Der damalige Provinzialkonservator Prof. Paul Clemen begann 1899 mit Ausgrabungen und Restaurierungsarbeiten, die bis 1908 andauerten. Danach fiel die Ruine wieder in einen Dornröschenschlaf. Während des Dritten Reichs diente die Pfalz als nationale Gedenkstätte, ehe sich in der Zeit von 1967 - 1974 erneut Sicherungsarbeiten anschlossen.
Die rheinseitig gelegene, sechs Meter dicke Westfront des Palas besitzt trotz Zerstörungen immer noch eine Breite von 50 Metern und eine Höhe von 14 Metern. Zu seinen Glanzzeiten besaß der Bau noch ein Geschoss mehr als seine heutzutage noch erhaltene Mauer aufzeigt. Errichtet wurde er aus unregelmäßigen Basaltquadern vom Drachenfels. Als Ecksteine und Fensterumrahmungen dienten graue Trachytquader. Eine uralte Inschrift in der Burg beweist ihre Herkunft: "Als Trachyt enteilte ich dem Drachenfels, öffne die Türen sowohl den tüchtigen Schiffern wie auch den Ansiedlern."
Archäologen gehen davon aus, dass sich im Erdgeschoss des Palas die damaligen Wirtschaftsräume befanden. Dies konnte jedoch noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Im Obergeschoss befanden sich Repräsentations- und Wohnräume mit gemauerten Gewölbedecken, deren Ansätze noch erkennbar sind. So lag dort z. B. der Festsaal mit einem großen, rheinseitigen Balkon.
Eine acht mal acht Meter messende, mit Ziegelsteinen gepflasterte Fläche auf dem Pfalzgelände markiert das Innere des einstigen Bergfrieds mit seinen etwa 4,5 Meter dicken Wänden.
Bisher ist nur ein Kellerraum in der Pfalzanlage bekannt. Dieser besaß die Besonderheit, dass er in Notzeiten geflutet und als Fischbecken genutzt werden konnte.
Eine fest installierte Holzbrücke ersetzt heutzutage die einstige Zugbrücke, über die man vom Klever Turm aus den Palas erreichen konnte. Unter der Zugbrücke befand sich die Einfahrt zu einem kleinen Binnenhafen.
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