Cain_leadeth_abel_to_death_tissot.jpg Laut dem Bericht der Bibel und dem Koran sind Kain (arab. قابيل, Kabil) und Abel (arab. هابيل, Habil) die ältesten Söhne von Adam und Eva (Genesis 4), der ersten Menschen, die Gott laut Altem Testament auf der Erde erschaffen hatte. Kain war neidisch auf seinen Bruder Abel, hatte böse Gedanken, hörte nicht auf die Ermahnungen Gottes und erschlug schließlich seinen Bruder. Damit wurde er zum ersten Mörder in der menschlichen Geschichte. Er wurde für seine Tat von Gott verstoßen, jedoch als Schutz vor Blutrache mit dem Kainsmal versehen.
Kain übersiedelte in das Land Nod, wo er eine Familie gründete. Wo die in Nod lebenden Menschen herkamen, gehört für manche Bibelkritiker zu den Mysterien der Bibel. Gemäß dem biblischen Bericht in der 1. Mose hatten Adam und Eva noch viele Kinder gezeugt. Kain hat wohl eine seiner zahlreichen Schwestern zur Frau genommen, bevor er mit ihr in das erwähnte Land Nod zog, welches vor der Ankunft Kains menschenleer war, dann aber bald von den Nachkommen seiner Familie bevölkert wurde. Die Geschwisterehe ist aber nur zwingend, wenn man von einer wörtlichen Interpretation der Bibel ausgeht, die aber von den meisten christlichen Kirchen abgelehnt wird.
Zu Kains Nachkommen gehören Jubal, Stammvater der Zither- und Flötenspieler, Tubal-Kain, Stammvater der Schmiede, und Jabal, Stammvater der Hirten
In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten bezog sich nach Angaben des Kirchenvaters Epiphanius von Salamis die gnostische Sekte der Kainiten auf Kain als Träger der Erkenntnis.
Die US-amerikanische Schriftstellerin Sydney Bristowe vertrat in ihrem 1927 publizierten Roman Sargon the Magnificent die These, dass Kain und der mesopotamische Herrscher Sargon von Akkad (ca. 2350-2279 v.Chr.) identisch seien. Der Adamit Kain hätte sich durch seine übernatürlichen Fähigkeiten zum Herrscher über die Präadamiten aufschwingen können. In der antisemitischen und rassistischen Christian-Identity-Bewegung in den USA wird - teilweise an Bristowe anknüpfend - die Ansicht vertreten, Kain wäre aus der Verbindung von Eva und dem Satan hervorgegangen und sei der Stammvater der Juden.
Lord Byron verfasste eine dramatische Bearbeitung des biblischen Stoffes unter dem Titel Cain, weiterhin trägt ein Kapitel in Hermann Hesses Buch Demian, den Namen Kain. John Steinbeck versetzte die biblische Geschichte in seinem Roman East of Eden in den Kontext Kaliforniens im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Der anarchistische Schriftsteller und Revolutionär Erich Mühsam gab vom April 1911 bis zum Juli 1914 sowie vom November 1918 bis zum April 1919 die politisch-literarische Zeitschrift Kain – Zeitschrift für Menschlichkeit heraus.
In den Romanen von Karl Edward Wagner tritt die Figur des Kain als unsterblicher Krieger Kane auf. Die Strafe Gottes ist dort die Unsterblichkeit. Kain ist dazu verdammt, ewig zu leben und mitansehen zu müssen, wie die Menschen, die er liebt sterben. So wird Kain doppelt bestraft.
Biblische Person Tanach | Stoffe und Motive
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