Theresienstadt wurde Ende des 18. Jahrhunderts als eine Festungsanlage von Kaiser Joseph II. erbaut. Sie gliedert sich in zwei Teile: die Garnisonsstadt und die Kleine Festung. Nach der Besetzung Böhmens und Mährens machten die Nazis aus Theresienstadt ein Konzentrationslager: 1940 wurde in der „Kleinen Festung“ ein Gestapo-Gefängnis eingerichtet, im November 1941 entstand in der „Garnisonsstadt“ ein Sammellager- und Durchgangslager für die jüdische Bevölkerung Böhmens und Mährens. Nach der Wannsee-Konferenz wurden seit 1942 in das Lager auch alte und prominente Juden aus Deutschland und anderen europäischen Ländern deportiert. In der Nazipropaganda wurde daraufhin Theresienstadt zum „Altersghetto“ und für eine kurze Zeit zur „jüdischen Mustersiedlung“. Drei Aufgaben erfüllte das Theresienstädter Konzentrationslager: Es war Transitlager, es diente der Vernichtung von Menschen und - zeitweilig - der Propaganda.
Die Kleine Festung wurde schon bald nach ihrer Errichtung (1780 bis 1790) als Gefängnis verwendet. Neben zahlreichen Militärgefangenen inhaftierte die kaiserlich und königliche (k.u.k.) Monarchie hier politische Gefangene, unter anderem den griechischen Freiheitskämpfer Alexander Ypsilantis, ungarische und tschechische Aufständische von 1848 oder auch die Täter des Attentats von Sarajevo (Gavrilo Princip u.a.), die mit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand d'Este den ersten Weltkrieg auslösten.
Die Nazis nutzten die vorhandene Infrastruktur aus und „perfektionierten“ den Ort. Sie bauten ihn zu einem Bestandteil ihres Repressions- und Vernichtungsapparates aus. Das Gefängnis wurde von der Gestapo-Dienststelle in Prag verwaltet. Zu Anfang gab es nur männliche Häftlinge, erst nach dem erfolgreichen Attentat auf Reinhard Heydrich wurde im Juni 1942 eine Frauenabteilung eingerichtet. Zu den bestehenden drei Gefängnishöfen kam 1943 ein vierter hinzu, der für männliche Häftlinge bestimmt war.
Zwischen 1940 und 1945 wurden von den verschiedenen Dienststellen der Gestapo rund 27.000 Männer und 5.000 Frauen an das Gefängnis Theresienstadt überstellt, zunächst mit Inhaftierten aus Prag, dann aus ganz Böhmen und ab 1944 auch aus Mähren. In der Kleinen Festung wurden bis Kriegsende überwiegend Tschechen festgehalten, darunter viele Widerständler gegen das Nazi-Regime. In den letzten Jahren dann auch Bürger der Sowjetunion, aus Polen, Jugoslawien und gegen Kriegsende Gefangene aus den Reihen der Alliierten Armeen.
Von den Insassen kamen etwa 8.000 in anderen Lagern um, in die sie bis zum Ende des Krieges deportiert wurden. 2.500 starben im Lager nach Folter, Krankheiten und aufgrund der Arbeits- und Lebensbedingungen. 250 Insassen wurden in der Festung selbst hingerichtet. Unter den Opfern befindet sich auch eine Gruppe von Juden aus dem Rheinland, die am 4. Oktober 1944 - „irrtümlicherweise “- in der Kleinen Festung und nicht im „Ghetto“ in einem Transport aus Köln ankamen. Dieser Irrtum wurde korrigiert; fast alle wurden ermordet. Malá pevnost, Prag 1988, S. 46
Kommandant des Gestapo-Gefängnisses war seit dessen Einrichtung SS-Hauptsturmführer Heinrich Jöckel, der die 1. Kompanie des SS-Wachbataillons Böhmen und Mähren kommandierte.
Jan Merell wurde 1943 in Prag verhaftet und in der Kleinen Festung inhaftiert. In dem vom Rat der jüdischen Gemeinden in Böhmen und Mähren herausgegebenen Band Theresienstadt hat er seine Eindrücke und Erfahrungen unter dem Titel Wie sie litten und starben festgehalten. Mit sie meint er die Juden, die in die Kleine Festung kamen. Er selbst war katholischer Priester, der wie tausende andere Tschechen nach Theresienstadt kamen, weil sie in Opposition zu den Nazis standen. Merell hatte als Dozent der Theologischen Fakultät der Prager Karls-Universität auch nach deren Schließung weiter Vorlesungen gehalten. Der Anteil der Juden unter den 2500 Toten der Kleinen Festung war hoch. Nur in den ersten Monaten hatten die Nazis im Ghetto eine eigene Hinrichtungsstelle geschaffen. Vom Sommer 1942 an wurden alle Hinrichtungen in Theresienstadt in der Kleinen Festung vollstreckt.
„Im Juni 1940 wurde sie (die Kleine Festung)“, schreibt Merell in seinem Bericht, „von der Prager Gestapo übernommen, die hier ein Notgefängnis errichtete, um dem Platzmangel im Prager Polizeigefängnis Pankrac abzuhelfen. So wurde die Kleine Festung zum ersten hitlerschen Konzentrationslager auf böhmischem Boden. Bald darauf, im November 1941, kam ein zweites hinzu: die Große Festung, die als Konzentrations-Getto adaptierte Stadt Theresienstadt. Im Getto waren die Juden nicht auf Rosen gebettet, aber wehe denen, die aus irgendeinem Grunde in die Kleine Festung kamen!“ Rat der jüdischen Gemeinden in Böhmen und Mähren (Aus dem Englischen übertragen von Walter Hacker): „Theresienstadt“, S. 293
Der Zusammenhang zwischen Kleiner festung und Ghetto wird besonders deutlich, wo Merell über das Schicksal der Juden berichtet, die direkt in die Kleine Festung kamen oder aber erst in das Ghetto eingeliefert und dann mit dem Vermerk „RU“ (Rückkehr unerwünscht) in das Gestapo-Gefängnis überstellt wurden. Merell führt dazu aus: „Juden, die aus dem Getto in die Kleine Festung kamen, waren zur Vernichtung bestimmt, so daß nur wir, die wir mit dem Leben davonkamen, unsere Stimmen erheben können, um Zeugnis abzulegen von ihrem großen Leiden. Die Kleine Festung war eine Durchgangsstation zwischen Untersuchungshaft und Einlieferung in ein KZ, oder in ein Gefängnis, so daß die Häftlinge für gewöhnlich nicht lange dort blieben. Ich aber verbrachte volle vierzehn Monate dort, so daß ich mehr Gelegenheit als die meisten anderen hatte, Zeuge der unmenschlichen Grausamkeiten zu werden, die die Nazi an den Häftlingen, besonders aber an den Juden, begingen.“Rat der jüdischen Gemeinden in Böhmen und Mähren (Aus dem Englischen übertragen von Walter Hacker): „Theresienstadt“, S. 293
Die Rolle Theresienstadts zwischen 1941 und 1945 hing eng mit den Plänen der Nazis zusammen, dass „im Zuge der praktischen Durchführung der Endlösung (der Judenfrage)“ - so die Formulierung im Protokoll der Wannsee-Konferenz - „Europa vom Westen nach Osten durchgekämmt“ werden sollte. Neben dem Reichsgebiet wurde dabei auf der Wannsee-Konferenz dem „Protektorat Böhmen und Mähren“ hohe Priorität zugewiesen. Protokoll der Wannsee-Konferenz
Im Protektoratsgebiet lebten ungefähr 88.000 Juden. Über ihr Schicksal wurde in Prag im Oktober 1941 entschieden. Am 10. und 17. Oktober dieses Jahres fanden auf dem Hradschin in den Diensträumen des gerade ernannten Stellvertretenden Reichsprotektors Reinhard Heydrich zwei Besprechungen statt, in denen es um die „Lösung der Judenfrage“ ging. Neben Heydrich nahmen daran hochrangige Nazifunktionäre teil, darunter SS-Gruppenführer Karl Hermann Frank und der SS-Sturmbannführer Adolf Eichmann. Das Protokoll der Sitzung vom 17. Oktober 1941 hält die kurzfristige und die langfristige Planung im Hinblick auf die Rolle Theresienstadts fest:
"„Zunächst wird ein Transport von 5.000 Juden nach Litzmannstadt evakuiert. Ein Teil ist bereits fort. Wenn alle 5.000 fort sind, soll eine kurze Pressenotiz darüber in die Zeitung kommen, aber in geschickter Weise, es muß darin zum Ausdruck kommen, wie schnell die reichsdeutsche Arbeit abrollt. Dann soll eine kurze Pause erfolgen, um die Vorbereitungen zur weiteren Evakuierung, bzw. Gettoisierung nicht zu stören. In der Zwischenzeit werden die Juden aus Böhmen und Mähren in je einem Durchgangslager gesammelt für die Evakuierung. Für diesen Zweck ist von dem Wehrmachtsbevollmächtigten beim Reichsprotektor Theresienstadt von allen Wehrmachtsteilen völlig freigemacht worden. Den dortigen Tschechen ist nahegelegt, anderswohin zu ziehen. Falls der Grund und Boden nicht sowieso schon Reichseigentum ist, wird er von der Zentralstelle für jüdische Auswanderung aufgekauft und damit deutscher Grundbesitz. In Theresienstadt werden bequem 50.000 bis 60.000 Juden untergebracht. Von dort kommen die Juden nach dem Osten.“ zit. in: Karel Lagus: „Vorspiel“, in: Rat der jüdischen Gemeinden in Böhmen und Mähren. (Aus dem Englischen übertragen von Walter Hacker): „Theresienstadt“'', S. II
Ein zweites Lager war im mährischen Kyjov geplant. Dieses Lager wurde jedoch nicht mehr gebraucht, weil die Transporte nach Theresienstadt schneller abliefen als geplant.
Nach den damaligen Plänen sollte Theresienstadt die Funktion eines Durchgangslager für die böhmischen und mährischen Juden nur vorübergehend übernehmen. „Nach der völligen Evakuierung der Juden“, heißt es in dem Protokoll weiter, „wird Theresienstadt dann entsprechend einem fertigen Plan von Deutschen besiedelt und ein Mittelpunkt deutschen Lebens werden.“
Die Entscheidung für Theresienstadt hing eng mit der Lage und dem Charakter des Ortes zusammen. Er lag in unmittelbarer Nähe der Grenzen des Protektorates zum „Reich“ und war über den Bahnhof Bauschowitz an das Bahnnetz angebunden, so dass der Transport nach Theresienstadt und aus Theresienstadt heraus leicht zu organisieren war.
In der Garnisonsstadt lebten 1941 ca. 3.500 Einwohner. Ebenso viele Soldaten - zu diesem Zeitpunkt Soldaten der Reichswehr - waren im Herbst aus den den örtlichen Kasernen abgezogen worden. Umgeben ist Theresienstadt von mächtigen, völlig unzerstörten Festungsmauern und der Ort besitzt eine große Zahl von Kasematten und unterirdischen Gängen, so dass die Nazis ein Minimum an SS-Leuten brauchten, um die Häftlinge zu bewachen. Sollte es zu einem „Ernstfall“ kommen, konnte darüber hinaus die SS-Garnison in der Kleinen Festung eingesetzt werden.
Seit dem November 1941 stand Theresienstadt unter dem Befehl einer „Lagerkommandantur“, an deren Spitze ein Lagerkommandant, ein SS-Offizier im Rang eines Ober- oder Hauptsturmführers. Die Kommandantur ihrerseits unterstand der Prager „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“. Leiter der Zentralstelle war Adolf Eichmann.
Der Lagerkommandant im Theresienstädter Ghetto erteilte dem „Judenältesten“ bzw. seinem Vertreter Anordnungen. Mit den ersten Anfängen der Konzeption einer „Jüdischen Mustersiedlung“, wie sie etwa Ende des Jahres 1943 vorlag, änderten die Nazis ihre Taktik und parallel dazu ihre Terminologie. Aus der „Lagerkommandantur“ wurde eine „Dienststelle“ und der Lagerkommandant verwandelte sich in einen „Dienststellenleiter“, in dessen Befehlen die Bezeichnung „Jüdische Selbstverwaltung“ erschien.
Zumeist waren es ca. 20 SS-Männer, die der Kommandantur, später dann der „Dienststelle“ unterstellt waren. Ihnen zur Seite standen etwa 100 tschechische Gendarmen, die die Aufgabe hatten, die Sperren und Zugänge der Festung zu überwachen. Mitglieder dieser tschechischen Gandarmen waren es, die als erste über Hinrichtungen und Massengräber in Theresienstadt berichteten, in einem Fall sogar mit Hilfe von Fotos, die der „Stabswachtmeister“ Karel Salaba heimlich aufgenommen hatte und die in einer Schweizer Zeitung 1942 erschienen.
Um in Theresienstadt Platz für die deportierten Juden zu machen, wurden als erstes die deutschen Soldaten aus den Kasernen der Garnisonsstadt abgezogen. Im November 1941 kamen die ersten tschechischen Juden mit dem sogenannten Aufbaukommando aus Prag. Sie hatten die Aufgabe, die Garnisonsstadt an die Nutzung als Lager anzupassen und einen „Judenrat“ zu schaffen. Ein Mitglied dieses Kommandos war ein junger tschechische Student, Miroslav Kárný, der Theresienstadt überlebt und später durch seine Studien und Veröffentlichungen dazu beigetragen hat, das Bild über das Theresienstädter Konzentrationslager zu präzisieren.
Nachdem das Aufbaukommando seine Aufgabe erfüllt hatte, wuchs die Zahl der nach Theresienstadt deportierten Juden aus dem Protektorat Böhmen und Mähren rasch an. Um weiteren Platz zu schaffen, wurden im Frühjahr 1942 die noch verbliebenen tschechischen Bewohner aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben und schon im Mai 1942 waren fast ein Drittel der im Protektorat lebenden Juden, mehr als 28.000 Menschen, nach Theresienstadt deportiert worden.
Der erste „Transport in den Osten“ von 1000 Häftlingen fand am 9. Januar 1942 statt. Diesen und alle weiteren Transporte ordnete die SS-Lagerkommandantur auf Weisung aus Berlin an. Darin waren die Richtlinien hinsichtlich Zahl und „Kategorie“ der Häftlinge enthalten. Die Auswahl der Häftlinge, die weiter in den Osten deportiert werden sollten, traf die „jüdische Selbstverwaltung“.
Im Oktober 1943 wurden 476 Juden aus Dänemark nach Theresienstadt deportiert. Den meisten dänischen Juden gelang es nach Schweden zu flüchten, bevor die Nazis Dänemark besetzten. Die dänischen Juden wurden dabei von der dänischen Bevölkerung vorbildlich unterstützt. Aber selbst in Theresienstadt ließen die Dänen ihre Landsleute nicht im Stich. Den Druck, den sie auf das Naziregime ausübten, trug maßgeblich dazu bei, dass die Nazis - zu Propagandazwecken und zur Täuschung der internationalen Öffentlichkeit über den Charakter von Konzentrationslagern - Theresienstadt für einige Monate zu einem Vorzeigeghetto machten.
In dieser Funktion erlaubten die Nazis im Juni 1944 dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz Theresienstadt zu besuchen. Dazu war Theresienstadt in den vorherigen Wochen und Monaten „verschönert“ worden. So wurden, um den Eindruck der Überbevölkerung zu nehmen, im Vorfeld des Besuches die Transporte von Häftlingen aus Theresienstadt nach Auschwitz verstärkt. Die im Zuge dieser Aktion nach Auschwitz deportierten Juden wurden dort zunächst im separaten sogenannten „Familienlager“ in Auschwitz-Birkenau untergebracht, um sie bei eventuellen Nachfragen des Roten Kreuz präsentieren zu können. Nach Ende der Kontrollen wurde dieses Lager liquidiert und die Insassen ermordet.
In Theresienstadt selbst wurden Cafés eingerichtet und die Kinderoper Brundibár des tschechischen Komponisten Hans Krása einstudiert und aufgeführt. Am 26. Februar 1944 wurde mit der Arbeit an einem Propagandafilm über Theresienstadt begonnen. Die Dreharbeiten zu Theresienstadt – Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet standen unter der Regie von Kurt Gerron. In dem Film sollte gezeigt werden, wie gut es den Juden unter den „Wohltaten“ des Dritten Reiches ging. Nach den Dreharbeiten wurden die meisten Schauspieler und auch der Filmemacher selbst nach Auschwitz deportiert.
Die Gesamtzahl der Männer, Frauen und Kinder, die in das Theresienstädter Ghetto deportiert wurden, betrug bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges etwa 140.000. Während der letzten Kriegstage trafen noch einmal 13.000 weitere Gefangene ein, die aus liquidierten Konzentrationslagern in Deutschland und Polen nach Theresienstadt verfrachtet worden waren.
Die Zahl der Betroffenen gliedert sich folgendermaßen
Theresienstadt und die „Endlösung der Judenfrage“
An der Tatsache, dass das Ghetto des KZs Theresienstadt Teil des Vernichtungsfeldzuges gegen die jüdische Bevölkerung war, änderte sich durch die Nazi-Propaganda nichts. Ein Viertel der Gefangenen des Ghettos Theresienstadt (etwa 33.000) starben dort vor allem wegen der entsetzlichen Lebensumstände. Etwa 88.000 Häftlinge wurden nach Auschwitz und in andere Vernichtungslager wie Treblinka, Majdanek oder Sobibor deportiert. Davon überlebten nur ca. 4.000 Menschen den Krieg. Unter den Toten waren auch mehrere Tausend Kinder.
Die „Abgänge“ sahen so aus THERES2.jpg
Von Beginn an war Theresiensstadt als Sammel- und Durchgangslager für die tschechischen Juden vorgesehen. Der tschechische Historiker Miroslav Kárný, der zu den ersten nach Theresienstadt Deportierten gehörte, hat in seiner Arbeit über die „Deutschen in Theresienstadt“ nachgewiesen, dass auch die deutschen Juden, die hierhin gebracht wurden, der Vernichtung durch die Nazis unterlagen und bei einem Vergleich zwischen des Todesrate der tschechischen und der deutschen Juden nur ein geringfügiger Unterschied besteht.
„In Theresienstadt“, schreibt er, „waren 73.468 tschechische und 42.921 deutsche Juden, die nach Theresienstadt vor dem 20. April 1945 deportiert worden waren. Der Unterschied der Sterblichkeit der tschechischen und der deutschen Juden direkt in Theresienstadt war sehr groß, was als Folge der unterschiedlichen Altersstruktur angesehen werden kann.
In Theresienstadt selbst starben insgesamt 6152 tschechische Häftlinge; das waren 8,37 % der ganzen Häftlingszahl aus tschechischen Transporten - es starb jeder Zwölfte. Die Sterblichkeit der deutschen Gruppe war in Theresienstadt fast sechsmal höher. Es starben hier 20.848 deutsche Juden, das waren 48,57 % der ganzen Häftlingszahl aus deutschen Transporten - jeder Zweite.
Wenn wir aber das Schicksal der tschechischen und der deutschen Gruppe vergleichen wollen“, fährt er fort, „müssen wir diese Angaben um die Zahlen der aus Theresienstadt nach dem Osten Deportierten ergänzen. Nach dem Osten wurden aus Theresienstadt 60.382 tschechische Juden deportiert (das waren 82,19 %) und 16.098 deutsche Juden (37,5 %). Von den tschechischen Juden überlebten 3097, von den deutschen weniger als 100. Das bedeutet, daß nach der Deportation aus Theresienstadt im Osten - bei der Ostwanderung, wie es der Chef der Konzentrationslager Oswald Pohl nannte - 57.285 tschechische Juden und ungefähr 16 000 deutsche Juden umkamen.
Zusammenfassend: der Prozentsatz aller Sterbefälle der Theresienstädter Häftlinge - d.h. der Tod in Theresienstadt und der Tod nach weiterer Deportation - ist bei den tschechischen Juden 86,35 % (63.437 Todesfälle), bei den deutschen Juden 85,85 % (36.848 Tote). Die Todesbilanz beider Häftlingsgruppen unterscheidet sich nur um ein halbes Prozent.“ Miroslav Kárný: Deutsche Juden in Theresienstadt''
Unter den Häftlingen in Theresienstadt befanden sich ca. 15.000 Kinder. Die Häftlingsselbstverwaltung versuchte dafür Sorge zu tragen, dass zumindest die Kinder und Jugendlichen eine Überlebensschance hatten. Sie wurden in sog. Kinderheimen untergebracht, erhielten eine etwas bessere Verpflegung zulasten der Überlebenschanchen der älteren Menschen und einen geheimen Unterricht von ihren Betreuern (auch madrichim genannt).
Von den Kindern, die in die Vernichtungslager geschickt wurden, überlebten nur 150 das Kriegsende.
Das Theresienstädter KZ hatte neben dem Hauptlager verschiedene Außenlager. Das „Verzeichnis der Konzentrationslager und ihrer Außenkommandos“ Bundesministerium der Justiz: Verzeichnis der Konzentrationslager und ihrer Außenkommandos gemäß § 42 Abs. 2 BEG des Bundesjustizministeriums führt folgende 9 auf:
Kurz vor Kriegsende gelang es dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz nach langen Verhandlungen mit der SS, Juden aus Theresienstadt in neutrale Länder zu bringen. 1.200 Juden konnten am 6. Februar 1945 in die Schweiz ausreisen. Am 15. April wurden die bis dahin überlebenden dänischen Juden nach Schweden entlassen. Für knapp zwei Wochen übergab die SS die Verantwortung für Theresienstadt dem Roten Kreuz.
Am 8. Mai 1945 erreichte die Rote Armee Theresienstadt.
Über die Kleine Festung und die "Garnisonsstadt" heute - s. Terezín heute
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|in Theresienstadt gestorben
|33456
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|befreit
|1654
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|geflohen
|764
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|verhaftet + vermutlich umgebracht
|276
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|am 9. Mai 1945 übriggeblieben
|16832
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Kinder in Theresienstadt
Bekannte Gefangene
Gestorben in Theresienstadt
Täter
Außenlager
Befreiung
Siehe auch
Literatur
Film
Quellen
Weblinks
"KZ Theresienstadt".