Struthof.jpg Das KZ Natzweiler-Struthof war ein Konzentrationslager (KZ) nahe dem Ort Natzwiller im Elsass, etwa 55 km westlich von Straßburg, 8 km vom Bahnhof Rothau entfernt, auf einem Gipfel der Vogesen in 800 m Höhe. Der Standort wurde von Hitlers Architekt Albert Speer wegen den dortigen Granitvorkommen selbst festgelegt.
Einem Mann gelang es, sich die Uniform des Kommandanten anzueignen. Mit dessen Wagen konnte er unbemerkt aus dem Lager entschwinden. Die Wachposten salutierten dem perfekt gekleideten Kommandanten sogar noch. Da im Elsass die Résistance sehr präsent war, konnte der ehemalige Häftling innerhalb weniger Tage bis nach Algerien vordringen, ohne festgenommen zu werden. In Algerien hatte er dann nichts mehr zu befürchten. Dies war der einzige bekannte erfolgreiche Fluchtversuch im KZ Natzweiler-Struthof.
In zehn „Außenstellen“ des KZ Natzweiler-Struthof sollte zwischen Reutlingen und Rottweil im Vorland der Alb im dortigen "Schwarzen Jura" Ölschiefer im Tagebau gebrochen, in Meiler geschichtet, verschwelt und zu Öl umgewandelt werden, als Nazi-Deutschland infolge der durch alliierte Bombenangriffe zerstörten Raffinerien und Depots sowie des Wegfalls des in Rumänien geförderten Erdöls in den letzten beiden Kriegsjahren gravierenden Mangel an Erdöl hatte.
Vier dieser "Werke" begannen mit der Produktion:
Der Wirkungsgrad des Verfahrens war lächerlich, im KZ Bisingen schüttete der Lagerkommandant ab und zu etwas Öl hinzu, wohl um seine Stelle aufrechtzuerhalten.
Die anderen sechs KZs wurden errichtet, Inhaftierte litten darin, aber die Produktion wurde nicht begonnen.
In allen Lagern kamen viele meist jüdische Inhaftierte auf unmenschliche Weise ums Leben. In Bisingen erinnert ein Massengrab mit Kreuzen und Gedenkstein sowie ein Museum und ein Lehrpfad daran. Massengräber gab und gibt es auch bei den anderen KZs, manche wurden unter der französischen Besatzung von ehemaligen Mitgliedern der NSDAP exhumiert.
Auf dem „Fliegerhorst“ Echterdingen wurde ab November 1944 das KZ Echterdingen eingerichtet. Ungefähr 600 jüdische Inhaftierte wurden in einem Areal rund um einen weißen Hangar, einer so genannten Eskimohalle, eingepfercht, der heute noch auf dem „South Airfield“ der US-Armee steht. Sie mussten unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen Beschädigungen auf dem Flughafen ausbessern, und in Steinbrüchen der Umgebung (z.B. im "Emerland" bei Bernhausen) Steine brechen. Die ausgemergelten Häftlinge konnten mitunter nicht mehr aus eigener Kraft zurück ins Lager: Zwei Mithäftlinge mussten sie mitschleifen oder sie wurden auf einem zweirädrigen Karren zurückgezogen. Bewacht wurden sie von Soldaten des „Fliegerhorstes“. Im Januar 1945 begann die SS mit der Auflösung des Lagers. Zurück blieben Massengräber, so zum Beispiel in der Nähe des Waldstückes "Ramsklinge" und auf dem Flughafen - und die weiße Halle.
Ein weiteres Außenlager befand sich bei Geislingen/Steige. Die Häftlinge arbeiteten für die Württembergische Metallwarenfabrik. Eingerichtet wurde es im Februar 1944 als abgetrennter Teil des bereits bestehenden Fremdarbeitslagers in der Heidenheimerstraße mit einer Fläche von 10.000 m². Die 15 vorgesehenen Aufseherinnen wurden in Ravensbrück „ausgebildet“. Das Lager selbst bestand aus fünf Wohnbaracken, einer Revier- und einer Wirtschaftsbaracke. Die ersten Häftlinge für das Lager, etwa 700 jüdische Frauen, trafen am 28. Juli 1944 ein und mussten ab dem 16. August 1944 für WMF arbeiten. Die WMF zahlte pro Häftling pro Tag 4 RM an das KZ, erhielt im Gegenzug 0,80 RM für Essen und Bekleidung. Die Arbeit war in zwei Schichten eingeteilt; von 06:00 Uhr bis 18:00 Uhr und 18:00 Uhr bis 06:00 Uhr. Die überlebenden Häftlinge berichteten, dass sie von den Meistern und anderen Mitarbeitern des Unternehmens korrekt behandelt wurden und teilweise mit Lebensmitteln und Medikamenten unterstützt wurden. Die Versorgung der Häftlinge mit Lebensmitteln im Lager war sehr mangelhaft, zum Teil auch, da die wenigen für die Gefangenen bestimmten Lebensmittel durch die Wachmannschaften teilweise unterschlagen wurden. Daher sah sich WMF gezwungen die Lebensmittelrationen um eine Zulage Käse und in den Nachtschichten um 1,5l Suppe zu erweitern. Kranke oder schwangere Frauen wurden in das KZ Auschwitz transportiert, nach dessen Auflösung u.a. nach Bergen-Belsen. Leichter verletzte wurden im Krankenlager des Lagers versorgt. Im März 1945 bemühte sich der Aufsichtsrat und der Vorstand der WMF um Auflösung des Lagers bevor die US-Truppen die Gegend erreichen. Ab Ende März 1945 arbeiteten die Häftlinge nicht mehr für die WMF und im April wurde die Insassen Richtung Dachau „evakuiert“. Ihr Ziel erreichten sie allerdings nicht, da der Zug zuvor von alliierten Truppen gestoppt wurde.
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