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Wappen Karte
Wappen Kuehlungsborn.png Karte_kuehlungsborn_in_Deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Bad Doberan
Geografische Lage:
Höhe: 5 m ü. NN
Fläche: 16,16 km²
Einwohner: 7.447 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 461 ''Einwohner je km²
Postleitzahl: 18225
Vorwahl: 038293
Kfz-Kennzeichen: DBR
Gemeindeschlüssel: 13 0 51 042
Adresse der Stadtverwaltung: Ostseeallee 20
18225 Kühlungsborn
Website: www.stadt-kuehlungsborn.de/
Bürgermeister: Rainer Karl (CDU)
Lage der Stadt Kühlungsborn im Landkreis Bad Doberan
Kühlungsborn_in_DBR.png

Die amtsfreie Stadt Kühlungsborn ist ein Ostseebad im Landkreis Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland).

Geografie


Molli-1.jpg Kühlungsborn liegt an der mecklenburgischen Ostseeküste, ca. 25 km von Rostock entfernt. Unmittelbar südlich der Stadt erhebt sich der Höhenzug der Kühlung mit dem weithin sichtbaren Leuchtturm Bastorf. Kühlungsborn ist der größte Bade- und Erholungsort Mecklenburgs und liegt direkt an der Mecklenburger Bucht. Der Titel "Seebad" wurde der Stadt am 15. Februar 1996 verliehen. Mit 3150 Metern Länge verfügt Kühlungsborn über die längste Strandpromenade Deutschlands. Am westlichen Ende mündet die Promenade in den Baltic-Platz. Der breite Sandstrand zieht sich über etwa sechs Kilometer hin.

Die Stadt entstand 1938 durch Zusammenschluss der Gemeinden Brunshaupten und Arendsee sowie dem Fulgenhof.

Kühlungsborn ist Sitz des zur Universität Rostock gehörenden Instituts für Atmosphärenphysik, das in der Nähe das Forschungsradar OSWIN betreibt.

Stadtgeschichte


Die Ursprünge

Die Stadt Kühlungsborn gibt es erst seit 1938, doch die Geschichte der drei Orte Fulgen, Brunshaupten und Arendsee, der Ursprungsdörfer, führt fast 800 Jahre zurück. 1177 wurden in einer Urkunde „Bruno von Cubanze" und „zwei Dörfer Brunos" erwähnt. „Cubanze" heißt möglicherweise Tempelbezirk oder Rodung. 1219 wurde der Name „Brunshövede" (= Hof oder Hafen des Brunos) in einer Urkunde erwähnt. Das Dorf wurde zu dieser Zeit vom Landesfürsten einem Nonnenkloster geschenkt, das seinen Sitz zunächst in Parchow bei Kröpelin, später in Neukloster hatte. Das Dorf Arendsee soll von den Nonnen dieses Klosters seinen Namen erhalten haben, und zwar nach dem gleichnamigen Kloster in der Altmark. Fulgen wurde erst während des Dreißigjährigen Krieges erwähnt, als alle drei Dörfer schwer heimgesucht wurden, besonders aber Fulgen. Brunshaupten war ein Reihendorf, das ungefähr dem Verlauf des Cubanze-Baches folgte. Der älteste Teil von Arendsee ist dort zu finden, wo die Landstraße nach Rerik in scharfem Knick Kühlungsborn verlässt. Fulgen war vor dem Dreißigjährigen Krieg ein großes Dorf östlich von Brundshaupten. Die Bewohner der drei Dörfer lebten ärmlich von Fischfang und Landwirtschaft. Einige durften sich "Erbpächter" nennen, ihr Pachtland hatte die Größe kleiner Bauernstellen, die meisten wirtschafteten auf Büdnereien und Häuslereien.

Der Anfang als Seebadeort

1857 ließ der Erbpächter von Fulgen ein Logierhaus erbauen und einen Badeprospekt drucken. Und 1881 kamen Badegäste auch nach Brunshaupten und drei Jahre später nach Arendsee. 1887 zählte man in Brunshaupten rund 600 Einwohner und 300 Gäste. Es gab einen Badeverein, und man baute Logierhäuser. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden die Hotels und Pensionen im Dünengelände. Im Jahre 1907 wurden Petroleumlampen als Straßenbeleuchtung eingeführt. 1908 bis 1912 entstand die zentrale Wasserversorgungsanlage. 1909 beschloss man, ein Gaswerk zu bauen. Seit 1910 fährt die Schmalspurbahn von Bad Doberan über Heiligendamm bis Brunshaupten und Arendsee. 1911 erhielten die beiden Orte elektrischen Strom. 1912 steckten rund 17 Mill. Mark an Privatkapital in den Häusern der Badebezirke. Trotz gemeinsamer Interessen arbeiteten die Gemeinden Brunshaupten (mit Fulgen) und Arendsee getrennt, oft sogar in scharfer Konkurrenz gegeneinander. Viele Einrichtungen gab und gibt es deshalb zweifach (z.B. die Konzertgärten Ost und West, zwei Seebrücken). Die Anzahl der Gäste steigt in den Friedensperioden stark an (1913: 28000 Gäste bei 2600 Einwohnern, 1933-35: 30000-45000 Badegäste jährlich, 1970-1981: 130000-160000 Badegäste jährlich). Am 1. April 1938 wurden Arendsee und Brunshaupten mit Fulgen zur Stadt "Ostseebad Kühlungsborn" zusammengeschlossen und dieser gleichzeitig das Stadtrecht verliehen. Das Wappen sind drei nach rechts fliegende silberne Möwen mit aufgerichteten, schwarz auslaufenden Schwingen in blauem Feld (Auszug aus der Stadturkunde). Auch wenn die im derzeitigen Wappen dargestellten Möwen nach links zu fliegen scheinen, so entspricht ihre Flugrichtung den heraldischen Richtlinien (siehe Heraldik und Blasonierung).

1945 bis 1989

Im Jahre 1945 wird Kühlungsborn für viele Kriegsflüchtlinge zum zeitweiligen oder endgültigen neuen Zuhause. Eine Anzahl von Hotels und Pensionen wurden im Jahre 1953 während der sogenannten "Aktion Rose" teilweise willkürlich enteignet und verstaatlicht und in Ferienheime und Anlagen des staatlichen FDGB-Gewerkschaftsbundes umgewandelt (insgesamt in der DDR werden 440 Hotels und Pensionen sowie 181 Gaststätten, Wohnhäuser und Wirtschaftsbetriebe beschlagnahmt, in 527 Fällen strafrechtliche Ermittlungsverfahren eröffnet, in Kühlungsborn werden 50 Einrichtungen verstaatlicht). Die Besitzer wurden, falls sie Widerstand leisteten, teilweise in Schauprozessen verurteilt. Viele sahen sich gezwungen in die BRD überzusiedeln. Die nunmehr staatlichen Ferieneinrichtungen wurden bis 1989 hauptsächlich für Ferien-und Kuraufenthalte der DDR-Bürger nach strengen Platzvergaberichtlinien und Vergabe von sogenannten FDGB-Ferienschecks genutzt. Individualtourismus war, wie in den meisten Ostseebädern in der DDR bis 1989 nicht, oder nur sehr eingeschränkt möglich (durch Nutzung von Privatwohnungen oder Camping). Die Kosten bei Nutzung des FDGB-Ferienschecks waren sehr gering (60-100 Mark der DDR für 14 Tage Vollpension am Meer). Durch die einheitliche Ferienzeit (Juli/August) in der DDR war Kühlungsborn und insbesondere alle Handelseinrichtungen in dieser Zeit regelmäßig von Urlaubern überflutet. Es kam häufig zu Versorgungsengpässen in den Handelseinrichtungen. In den sogenannten "Ostseewochen" (meistens 1. Juliwoche), die rund drei Jahrzehnte lang jährlich als Festwochen durchgeführt wurden, versuchte die DDR-Führung sich international Anerkennung zu verschaffen. Es gab ein besseres Warenangebot und zahlreiche hochkarätige Kulturveranstaltungen. Die Teilnehmer aus den Ostseeanliegerstaaten und Norwegens wurden in extra hierfür freigehaltene Ferienheime untergebracht.

Seit 1989

Es stehen seit der Wiedervereinigung zahlreiche Hotel-Neubauten und vorbildliche Rekonstruktionen von Hotels und Pensionen für den Individualtourismus zur Verfügung. Kühlungsborn wurde nach einem kurzen Einbruch nach der Wiedervereinigung seit Mitte der 90-Jahre wieder zu einem sehr beliebten Ziel für die Urlaubszeit.

Sehenswert


Heiligendamm_Molli.jpg
  • Die Dampf-Schmalspurbahn "Molli", der Streckenabschnitt Bad Doberan - Heiligendamm (damals Fürstenbad) wurde 1886 eingeweiht, die Verlängerung bis Brunshaupten und Arendsee erfolgte 1910, die Rekonstruktion der Innenausbauten der Waggons erfolgte zu DDR-Zeiten, mit den damals offenbar modernen Wandmaterialien.
  • Die Kühlung: ein waldreicher Höhenzug mit guten Aussichtsmöglichkeiten südlich von Kühlungsborn, entstanden während des Eiszeitalters als Stauchmoräne.
  • Frühgotische Kirche in Kühlungsborn-Ost aus dem 13. Jahrhundert mit spätgotischer Triumphkreuzgruppe aus dem 15. Jahrhundert.
  • Neubau der 240 m langen Seebrücke in Kühlungsborn Ost im Jahre 1991, seit 1999 wieder mit Schiffsverkehr. Die beiden ursprünglichen Holzkonstruktionen der Seebrücken in Kühlungsborn Ost und West wurden durch die Eismassen in den Wintern 1929 und 1941/42 zerdrückt und nur teilweise wieder aufgebaut. Zu DDR-Zeiten wurden die Brücken verkürzt. Ein regelmäßiger Schiffsverkehr fand nach dem Zweiten Weltkrieg nur in den Anfangsjahren der DDR statt, dieser wurde aufgrund der hierdurch gegebenen guten Fluchtmöglichkeiten in die BRD mit dem Mauerbau im Jahre 1961 eingestellt.

Städtepartnerschaften


Kühlungsborn unterhält Partnerschaften mit dem Nordsee-Heilbad Büsum und dem Ostseebad Grömitz.

Weblinks


Ort in Mecklenburg-Vorpommern

Kühlungsborn

 

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