Piercing.jpg | GOGO-TATTOO-NOV05-023-19A.JPG | Bifurkation of the glans penis.jpg | Mobaliweiber mit lippenpflock nordkongo.jpg]] Körpermodifikation (dt. für „body modification“) Bezeichnung für eine Vielzahl von freiwillig durchgeführten Veränderungen am menschlichen Körper, heute meist durch darauf spezialisierte kommerzielle Anbieter. Im Gegensatz zu anderen Arten der Körpergestaltung, die Veränderungen z.B. durch oberflächliches Bemalen oder durch Training erreichen, sind Body Modifications mit verletzenden Eingriffen in die Substanz des menschlichen Körpers und mit dauerhaften oder schwer rückgängig zu machenden Veränderungen verbunden.
Die bekannteste und im Westen traditionsreichste Form sind Tätowierungen sowie in neuerer Zeit Piercings. Darüber hinaus gibt es aber in westlichen Ländern weitere Formen der "Body-Modification". Unter anderem:
Tätowierungen sind in Europa schon seit Jahrhunderten bekannt. Mit der Entdeckung Polynesiens erhielt die Tätowierkunst einen ersten Aufschwung. Selten wurden damals auch schon Intimpiercings, die aus der Region um den Indischen Ozean kommen, an Europäern durchgeführt. Zu Ende des 19. Jahrhundert erlebte die Tätowierkunst eine zweiten Aufschwung, der aber durch die beiden Weltkriege wieder völlig zunichte gemacht wurde. Nach dem 2. Weltkrieg gab es für kurze Zeit keine hauptberuflichen Tätowierer in Deutschland und das Piercinghandwerk geriet fast völlig in Vergessenheit.
Erst seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte die Tätowierkunst einen neuen Aufschwung und seit den 80er Jahren wurde wieder vermehrt gepierct. In den 90er Jahren erlebte dann das Piercing einen riesigen Aufschwung und andere Formen der Body-Modification kamen auch nach Deutschland. Heute gibt es eine vielfältige Szene, die extremen Body-Modificationen (Zungenspaltung, Subinzision) sind aber in Deutschland immer noch selten und weitestgehend auf Nordamerika beschränkt wo sich auch die Subkultur der Modern Primitives entwickelte.
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Andere Streitfragen bestehen im Bezug auf den Versuch, die natürliche Form des Körpers künstlich zu verändern, was in den Augen der Kritiker zu Entstellungen und Verstümmelungen führen kann. Extreme Formen der Körpermodifikation werden gelegentlich als Symptome der Dysmorphophobie, als Geisteskrankheit oder unbeherrschte Eitelkeit angesehen. Oft werden von den Medien Gerüchte über Formen der Modifikationen verbreitet, sodass die Öffentlichkeit modifizierte Individuen ächtet. Entstellung und Verstümmelung sind Begriffe, die von Gegnern der Körpermodifikation verwendet werden, um bestimmte Formen abwertend zu umschreiben. Diese Begriffe werden gerechterweise verwendet, um über Verletzungen zu berichten, die Folteropfern beigebracht wurden wie z.B. die Verletzung der Ohren, Hände, Füße oder Genitalien durch Verbennungen, Amputationen oder Flagellation, sollten aber nicht dazu dienen, freiwillige Eingriffe mit tätlichen Eingriffen moralisch gleichzustellen.
Häufig werden Körpermodifikationen z.B. durch unlizensierte Chirurgen außerhalb eines Krankenhauses oder gar zu Hause durchgeführt, was einerseits lebensgefährlich sein kann und andererseits in manchen Ländern und Staaten illegal ist.
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