Körperbemalung (englisch body painting *) ist eine Form von Körperkunst. Dabei wird Farbe direkt auf die Haut aufgetragen. Die Körperbemalung hält sich ein paar Stunden bis zu mehreren Wochen (bei Henna-Tattoos) ist jedoch, im Gegensatz zum Tattoo nicht permanent.
Gewonnen wurden diese natürlichen Pigmente aus farbigen Erden. Diese Pulver vermischte man mit einem Bindemittel wie z.B. Wasser und pflanzliche Öle oder tierischen Fetten. Übrigens weiß man das alles, aus Funden in Höhlen wie die „Grotte Chauvet“ in Südfrankreich, die zu den bedeutendsten „Bilderhöhlen“ der Welt zählt.
Die größte Bedeutung besaß die Körperbemalung bei den Indianern. Die Bemalung galt als Maßstab für die Wertschätzung innerhalb der Gruppe. Sie gab Auskunft über die Verdienste eines Mannes bei der Jagd und im Krieg. Die Farbe Rot galt als Farbe des Krieges und symbolisierte den Erfolg, während die Farbe Blau (z. B. bei den Cherokee) Niederlage und Schwierigkeiten verkörperte.
Bei den Ureinwohnern in Papua-Neuguinea wurden das Gesicht und der Körper zu besonderen festlichen Anlässen wie Initiationsfeiern, Totenfeste, Jagdzüge oder Heilungszeremonien bemalt. Die Bemalung war zugleich ästhetischer als auch Ausdruck der sozialen Stellung eines Stammesmitgliedes.
Der Farbe Rot schrieb man bei den Stämmen Afrikas ebenfalls Heilwirkung zu. Die jungen Männer und Frauen trugen bei den Initiationsfeiern die Farbe weiß, welche sie aus Lehm, Mehl, Kaolin oder zerkleinerten Muscheln herstellten, als Symbol für Reinheit.
Die möglichen Bedeutungen dieser Zeichen waren oder sind immer noch:
• Schmuck des Körpers • Schutz vor äußeren Einflüssen, Dämonen und Magie • Schutz des Körpers vor Insekten • medizinisch-hygienischen Zwecke • Tarnung • Trauer • Kriegsbemalung • Kennzeichnung
Die Form des halbpermanenten Bemalens des Körpers mit Henna hat ihren Ursprung in Nordafrika und dem Nahen Osten. Sie verbreitete sich mit den islamischen Eroberungen über Indien und Südostasien bis nach Indonesien.
In der westlichen Welt entwickelte sich bei Zirkuskünstlern eine besondere Form der Körperbemalung, die bekannteste Form dürfte dabei der Clown sein.
In den 1960ern kam es in der modernen westlichen Welt zu einem Wiederaufleben der Körperbemalung (Bodyart: Der Körper wird als Medium oder Kunstobjekt angesehen, unterstützt von der Liberalisierung und der Freizügigkeit der damaligen Bewegung.(siehe Hippie). Es gibt jedoch bis heute eine gesellschaftliche Diskussion, ob es sich bei der Körperbemalung um eine Kunstform handelt.
Heute werden Körperbemalungen besonders bei Fußballspielen oder Rave-Veranstaltungen getragen, daneben ist es auch weit verbreitet, dass sich Kinder auf Festen und Geburtstagen das Gesicht bemalen. Seit den 1990ern ist, besonders bei Jugendlichen der westlichen Welt, das Henna-Tattoo in Mode.
Am 12. Oktober 2001 gründete Alex Barendregt in Österreich die Europäische Bodypaintervereinigung ebpa (European Body Painting Association). Aufgrund der inzwischen internationalen Beteiligung von Bodypaintern benannte sich die ebpa 2004 in World Body Painting Association (wbpa) um. Diese veranstaltet auch die Weltmeisterschaft der Körper- und Gesichtsbemalung in Österreich. Es gibt unter dem Patronat der wbpa auch Weltweit immer mehr ähnliche Veranstaltungen zum Thema.
Bei den Maori in Neuseeland zeichneten die Männer die Linien und Falten der Gesichter nach.
Körperbemalung spielt auch in Japan eine Rolle, wo sich die Kabuki-Schauspieler schminken.
Es existieren mehrere Arten von Bodypaintingtechniken. Neu in der Szene findet die Airbrush Verwendung. Sie findet immer mehr Anhänger, denn gerade auf dem ungewöhnlichem Untergrund des menschlichen Körpers setzt die Airbrush neue Akzente und ist sehr leicht aufzutragen. Mit Fett- oder Cremeschminken - "Supracolor" - behält die Haut ihre Geschmeidigkeit und glänzt. Außerdem haften sie gut, was beim Abschminken wieder Nachteile mit sich bringt. Abgepudert wird sie sogar wischfest und erscheint matt. Die Nasschminke oder Aquacolor ist unter Laien die gängigste Art für erste Versuche mit Körperbemalung. Außerdem ist sie für die Models wieder einfach durch Duschen zu entfernen. Der Nachteil dabei ist, dass die Farbe beim trocknen leicht rissig wird, und nicht so gut deckt.
Dem allgemeinem Misstrauen, ob die Farben der Haut schaden, steht die Tatsache gegenüber, dass z. B. Lidschatten wesentlich unverträglicher sein kann. Auch die These, man könnte daran sterben, am ganzen Körper bemalt zu sein, wurde widerlegt, denn die Farben sind atmungsaktiv und eigentlich nur wie Pigmentierte Hautcremes aufgebaut.
Der Farbauftrag erfolgt mit Hilfe von speziellen Schwämmchen und (Luft-)Pinseln. Außerdem existieren noch zahlreiche Special Effects, wie zum Beispiel Glitter, UV-leuchtende Schminke, Mastix - zur plastischen Veränderung -, "Dermatographen", das sind Kajalähnliche Stifte zum Vorzeichnen und der "Stoppelschwamm" - ein Schwamm zur Illusionsschaffung von Fell oder Struktur.
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