Kaliningrad cathedral.JPG Der Königsberger Dom ist eines der Wahrzeichen von Kaliningrad. Er ist im Stil der Backsteingotik erbaut und gilt als einziges bedeutendes Bauwerk, das noch vom früheren Königsberg erhalten ist. Es handelt sich um die ehemalige Bischofskirche (Kathedrale) des nicht zum Ordensstaat gehörenden Bistums Samland. Erst seit der Vereinigung der Stadt Kneiphof (ehemals auf dem Gelände der "Dominsel") mit Königsberg 1726 gehört der Dom zu Königsberg. Auf dem Gelände des mittelalterlichen Königsberg (Altstadt) existiert oberirdisch kein Gebäude aus der Ordenszeit oder aus anderen Epochen mehr, da die Russen sämtliche Bauten zerstört haben.
Der Boden auf der Insel war sumpfig und so mussten Dombauer zuerst hunderte von Eichenpfählen in die Erde rammen, bevor sie mit dem eigentlichen Bau anfangen konnten. Der alte Dom in der Altstadt wurde auseinander genommen; man verwandte die Baumaterialien für den Bau des neuen Doms auf der Insel. Eigens für den Materialtransport wurde in die Stadtmauer von Altstadt ein neues Tor, das Domtor, eingebaut und eine Brücke, die Dombrücke, erbaut. Diese Brücke wurde nach dem Ende des Dombaus wieder auseinander genommen, das Tor blieb jedoch weitere sechs Jahrhunderte bestehen.
Nach relativ kurzer Zeit von 50 Jahren war der Dom im Jahre 1380 weitgehend vollendet. Arbeiten an den Innenfresken dauerten noch bis zum Ende des 14. Jahrhunderts.
Der heiligen Maria und dem heiligen Adalbert geweihter Dom in Backsteingotik bestand aus dem lang gestreckten rechteckigen Priester- und Ritterchor und einer durch eine Glaswand abgetrennte dreischiffige Laienkirche mit flacher Holzdecke und Turmvorbau. Um das Jahr 1440 wurde der Dom umgebaut und ist seitdem ein Hallenbau unter einem Dach. Schiffe sind völlig eingewölbt, Mittelschiff mit zwölfteiligem Sterngewölbe, Seitenschiffe mit dreikappigen Gewölben. An der Westfront erhoben sich zwei spitze Türme. Diese Türme waren bei einem Brand im Jahre 1544 zerstört, der südliche Turm wurde mit einem spitzen zwölfeckigen Dach wieder aufgebaut, über den Resten des nördlichen Turms wurde ein einfaches Giebeldach eingerichtet. Im Jahre 1640 wurden im Südturm Uhren eingebaut, seit 1650 befand sich im Nordturm die berühmte Wallenrodtsche Bibliothek. Im Jahre 1695 erhielt der Dom eine Orgel. 1833 wurde der Dom restauriert, 1888 erneuerte man die Orgel. Bei einer weiteren Restaurierung zwischen 1901 und 1907 erhielt die Westfassade das frühere Aussehen aus dem 14. Jahrhundert
Zum Zweiten Weltkrieg hatte der Dom folgende Ausmaße:
Nach dem Kriegsende wurde Ostpreußen Teil der Sowjetunion. Für Restaurierung der Gebäude hatte die Regierung weder Mittel noch Interesse. Vorkriegsbauten, die als „Symbole des preußischen Militarismus und Faschismus“ und „Schandmale der neuen sozialistischen Stadt“ galten, wurden abgebaut. Die Domruine wurde jedoch geduldet: wegen des darunter liegenden Kant-Grabmals traute sich die neue Stadtregierung nicht, die Ruine zu sprengen. Im Jahre 1960 bekam der Dom den Status eines Kulturdenkmals, es gab jedoch lange Zeit keine Bestrebungen den Verfall zu stoppen und die Kirche oder das Grabmal Kants zu restaurieren. In den Jahren 1976 und 1982 erfolgten Konservierungsversuche, deren Nutzen jedoch umstritten ist.
Ab 1992 führt die neu gegründete Firma „Kafedralny Sobor“ („Die Kathedrale“) unter der Leitung des Dombaumeisters Igor Alexejewitsch Odinzow Restaurierungsarbeiten durch.
Die Projektleitung arbeitet eng mit dem Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege in Fulda, das große Erfahrungen bei der Restaurierung der europäischen Bauten hat, zusammen.
An der Finanzierung der Arbeiten sind folgende Organisationen beteiligt:
Nach Untersuchung der Ruine, Auftreiben alter Baupläne, Fotografien und Zeichnungen des Doms wurde 1993 mit Konservierungsarbeiten begonnen. 1994 begann die Restaurierung der Türme: der Nordturm wurde durch Betondecken und -gurte verstärkt, beim Anbringen des Dachgerüsts am Südturm waren Hubschrauber der Marine beteiligt. 1995 wurden am Turm eine funkgesteuerte Uhr und vier Glocken angebracht. Die Glocken schlagen zu jeder vollen Stunde die Anfangsmelodie von Ludwig van Beethovens Fünfte Sinfonie. In den Jahren 1995 und 1996 wurden Domepitaph und das Grabmal Immanuel Kants restauriert. Arbeiten am Dach liefen zwischen 1996 und 1998; um Gewicht zu sparen wurde statt Dachziegel Kupferblech verwendet. 1998 wurden im Nordturm zwei weitere Glocken angehängt. Seit 1998 läuft die langwierige Außensanierung, seit 2000 entstehen das Rippengewölbe und Fenster neu.
Der Dom wurde als kulturell-religiöses Zentrum restauriert. In dem weitgehend wiederhergestellten Dom befinden sich evangelische und orthodoxe Kapellen, Taufkapelle, Dommuseum, Kantmuseum, Stadtmuseum und Räume der Wallenrodtschen Bibliothek. Im Dom finden regelmäßig Gottesdienste und Konzerte der klassischen und religiösen Musik statt. Am 7. Mai 1995 fand der erste ökumenische Gottesdienst mit Beteiligung der drei Konfessionen statt.
Der Königsberger Dom ist heute wieder eines der Wahrzeichen der Stadt.
| Nr. | Gussjahr | Gewicht/kg | Nominal | - | 1 | 1995 | 1 180 | g´ | - | 2 | 1995 | 700 | gis´ | - | 3 | 1995 | 500 | a´ | - | 4 | 1995 | 200 | g´´ |
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Gotisches Bauwerk | Kirchengebäude in Russland | Ostpreußen | Kaliningrad | Backsteingotik
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