Königs Wusterhausen ist eine Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald im Bundesland Brandenburg der Bundesrepublik Deutschland.
Geografie
Geografische Lage
Königs Wusterhausen liegt am
Nottekanal und der
Dahme und südöstlich von
Berlin (Bundeshauptstadt). Deutlich weiter entfernt von KW (beliebte umgangssprachliche Abkürzung für Königs Wusterhausen) liegt die Landeshauptstadt
Potsdam, westlich von Königs Wusterhausen.
Stadtgliederung
Königs Wusterhausen ist die größte Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald. Durch die Gemeindegebietsreform 2003 fanden sieben Eingemeindungen statt, seitdem gehören die Orte
Zeesen, Kablow, Diepensee, Niederlehme,
Senzig,
Wernsdorf und Zernsdorf zur Stadt. Damit hat sich die Einwohnerzahl verdoppelt und die Fläche versechsfacht. Eine Besonderheit stellt der Stadtteil Diepensee dar. Bei ihm handelt es sich um eine 2003 fertig gestellte, neu angelegte Siedlung, in die die Bewohner der ehemaligen gleichnamigen Gemeinde umgesiedelt wurden, nachdem das alte Diepensee zu gunsten der Erweiterung des Flughafens
Berlin-Schönefeld aufgegeben worden war.
Geschichte
- 1320 Im Zusammenhang mit einer Belehnung am 19. September 1320 wird der Ort („hus to wosterhusen“) und die Burg erstmalig urkundlich erwähnt.
- 1400 Ort und Burg befinden sich um 1400 im Lehnsbesitz der Adelsfamilie von Schlieben.
- 1500 Im Jahr 1500 läßt sich erstmals der Besitz Wendisch Wusterhausens durch die Schenken von Landberg zu Teupitz nachweisen.
- 1669 Am 14. Oktober 1669 ersteht Geheimrat Friedrich von Jena das Schloss und Dorf Wendisch Wusterhausen.
- 1683 Anfang Juli 1683 erwirbt Kurprinz Friedrich, ab 1688 als Kurfürst Friedrich III. und als König in Preußen ab 1701 Friedrich I., den Ort und das Schloss.
- 1698 Am 24. Dezember erhält Kurprinz Friedrich Wilhelm das Schloss einschließlich der dazugehörigen Güter von seinem Vater geschenkt.
- 1707 Der Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm I. gründet seine Kompanie der "Langen Kerls"
- 1713-1718 Das Schloss Wusterhausen wird zum Jagdschloss umgebaut
- 1718 Wusterhausen wird zu Königs Wusterhausen umbenannt
- 1862 Theodor Fontane besucht Königs Wusterhausen für seine "Wanderungen durch die Mark Brandenburg"
- Seit 1901 gibt es die "Brandenburgische Schule für Blinde und Sehbehinderte" im Ort, gestiftet vom Hamburger Großkaufmann Hermann Schmidt.
- 1920 Inbetriebnahme des ersten deutschen Rundfunksenders
- 1935 Königs Wusterhausen bekommt das Stadtrecht verliehen
- 1937 Bau und Weihe der katholischen Kirche St. Elisabeth
- 1938 Einweihung des Autobahnringes
- 1944 Errichtung eines KZ-Außenlagers für Juden und Polen am Güterbahnhof
- 1972 Einsturz des Mittelturms, des markantesten Bauwerks der Sendeanlage
- 1972 stürzte eine Iljuschin Il-62 der Interflug über der Stadt ab; dabei starben 156 Menschen.
Religionen
Christentum
In Königs Wusterhausen gibt es sowohl eine
katholische als auch eine
evangelische Kirchengemeinde. Die älteste Kirche im Stadtgebiet ist die Dorf- und Wehrkirche in Deutsch Wusterhausen aus dem 13. Jahrhundert.
1998 fusionierte der evangelische Kirchenkreis Königs Wusterhausen mit dem Kirchenkreis Berlin-Neukölln in der
evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die Kirchengemeinden in Königs Wusterhausen, Deutsch Wusterhausen, Zeesen, Schenkendorf (Stadt
Mittenwalde), Senzig, Zernsdorf und Niederlehme bilden dort heute die Region 9.
Die katholische Gemeinde gehört zum Dekanat Köpenick-Treptow im
Erzbistum Berlin.
Beide Gemeinden besitzen sehr aktive Jugendgruppen, die evangelische Junge Gemeinde und die katholische Jugend.
Judentum
Seit einiger Zeit gibt es wieder eine jüdische Gemeinde in der Stadt. Sie hat zwar nur 40 Mitglieder, aber eine positive Entwicklung ist absehbar.
Politik
Stadtverordnetenversammlung
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Königs Wusterhausen besteht aus 33 Stadtverordneten, mit dem hauptamtlichen Bürgermeister.
(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)
Städtepartnerschaften
- Bezirk Steglitz-Zehlendorf
- Pribram (CZ)
- Germantown (USA)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
Sendemast_Koenigswusterhausen.jpgVon den einst umfangreichen Bauwerken auf dem Funkerberg ist heute nur noch sehr wenig erhalten, denn viele Antennenträger wurden nach dem Einsturz des
Mittelturms am 15. November 1972 und aus technischen Gründen demontiert.
Heute sind nur noch ein 210 Meter hoher Mast und zwei kleine freistehende Türme vorhanden. Er ist wie die übrigen Gebäude und Anlagen auf dem Funkerberg heute ein technisches Denkmal.
Bis 1999 diente dieser Mast als Träger einer Sendeantenne für Langwelle, die als Reserveantenne für die Langwellensender
Zehlendorf bei Oranienburg und
Donebach diente.
1994 wurde auf dem Funkerberg ein 67 Meter hoher Mobilfunkturm in Fertigbetonbauweise errichtet. Er ist heute der einzige aktive Senderstandort auf dem Funkerberg.
Erste Funkversuche fanden
1908 statt. Am
22. Dezember 1920 wurde vom Funkerberg das erste Mal Musik und Sprache mit Hilfe der Funktechnik auf "Welle 2400" -
Langwelle- gesendet. Es ging als Weihnachtskonzert der Deutschen Reichspost in die Geschichte ein. Damit gilt Königs Wusterhausen als Wiege des deutschen Rundfunks. Die Künstler waren übrigens Angestellte der Deutschen Reichspost. Die Initiative ging von
Hans Bredow, dem "Vater des Deutschen Rundfunks" aus.
Bis
1926 wurden regelmäßig jeden Sonntag die beliebten "Sonntagskonzerte" gesendet. Das Studio dieser Sendungen war im Anfang ein umgebauter Sanitärraum im ersten Sendehaus auf dem Funkerberg. siehe auch:
Mittelturm (Königs Wusterhausen),
Teltow (Landschaft)
Bauwerke
Koenigs_Wusterhausen_Schloss.jpg
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
- Bahn (Regionalbahn und S-Bahnhof Königs Wusterhausen)
- Bundesautobahn: A 10 (Berliner Ring), A 13
- Bundesstraße: B 179
- Luftverkehr: nahe Flughafen Schönefeld (SXF)
- Wasserwege: Hafen Königs Wusterhausen
Siehe auch
Weblinks
Ort in Brandenburg | Königs Wusterhausen | Königs Wusterhausen